84. Tagung des Wissenschaftlichen Rats der AiF

Unter dem Motto „Zukunft sichern durch Ressourceneffizienz – Open Innovation im AiF-Netzwerk mit der Industriellen Gemeinschaftsforschung“ tagte am 7. Dezember 2011 der Wissenschaftliche Rat der AiF in Frankfurt am Main. Durch das Programm führte der Vorsitzende, Prof. Dr. Hans-Werner Zoch. Gastgeber war diesmal die DECHEMA - Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., eine Mitgliedsvereinigung der AiF.
Wissenschaftlicher Rat der AiF im Wandel
Im Zuge der Satzungsreform der AiF wird ein deutlich schlankeres Gremium zukünftig die wissenschaftliche Kompetenz des Netzwerks repräsentieren. Über die umfassenden strukturellen Veränderungen innerhalb der AiF informierte die Hauptgeschäftsführerin, Prof. Dr. Stefanie Heiden in ihrem Eröffnungsvortrag. Ab dem kommenden Jahr bilden von Amts wegen die Leiter der Gutachtergruppen für die Industrielle Gemeinschaftsforschung und ihre Stellvertreter den Wissenschaftlichen Rat. Das sind insgesamt zwölf Persönlichkeiten, die über geballten wissenschaftlichen Sachverstand aus sämtlichen für diese Forschung relevanten Fachgebieten verfügen. Wissenschaftler werden – nominiert vom WR - auch in den zentralen Organen der AiF, im Vorstand und im Aufsichtsrat, die Interessen der Wissenschaft prominent vertreten.
Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Rats der AiF, Prof. Dr. Hans-Werner Zoch gab einen Rückblick auf die Highlights aus der sechsundfünfzigjährigen Geschichte des Wissenschaftlichen Rats der AiF und würdigte den Einsatz des Gremiums - das seit über einem halben Jahrhundert besteht - für den innovativen Mittelstand. Er betonte, „der Wissenschaftliche Rat bleibt auch in zukünftiger Form weiterhin als unabhängiges Organ der AiF stets deren wissenschaftliches Gewissen.“
Fachwissen für nachhaltiges Wirtschaften
Zunehmender Rohstoffmangel, steigender Energieverbrauch – das sind Entwicklungen, die nachhaltiges Wirtschaften in den Vordergrund gesellschaftlicher Verantwortung stellen und im Innovationsnetzwerk der AiF längst der Antrieb für viele nachhaltige Innovationen sind. In den Jahren 2006 bis 2010 wurden über 1.100 Vorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) im Bereich Energie- und Ressourceneffizienz durchgeführt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit rund 211 Mio. Euro unterstützt.
Forschung und Entwicklung für eine ressourceneffiziente Wirtschaft ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Branchen betrifft. In Fachvorträgen wurden die Chancen der nachhaltigen Innovationen in drei unterschiedlichen Industriebereichen betrachtet:
Univ. Prof. Dr. Markus Feldmann vom Institut und Lehrstuhl für Stahlbau und Leichtmetallbau an der RWTH Aachen erklärte die Aufgaben des Forschungsverbunds Nachhaltigkeit von Stahl im Bauwesen (NASTA) unter dem Titel „Technische Anwendungsforschung im interdisziplinären Kontext“.
Die wichtigsten Entwicklungen und mögliche Lösungsansätze im Bereich Ernährung stellte Dr. Volker Heinz, Director & CEO des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik e.V. (Quakenbrück) in seinem Vortrag „Ernährung 2050 – Herausforderung für die deutsche Lebensmittelindustrie“ vor.
Dipl.-Ing. Carsten Stolle von der August Friedberg GmbH (Gelsenkirchen) zeigte auf, wie unter anderem dank Industrieller Gemeinschaftsforschung im Bereich Windkraft sein Unternehmen zum Global Player für “Windschrauben” wurde.
Otto von Guericke-Preis für Dr. Jens Schrader
Den festlichen Höhepunkt der Tagung, musikalisch umrahmt von der Bonner Pianistin Susanne Kessel, bildete die Verleihung des Otto von Guericke-Preises 2011. Der Preis wird jährlich für herausragende Erfolge der Industriellen Gemeinschaftsforschung vergeben, die einen wichtigen Anstoß für Innovationen in der Wirtschaft liefern. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an PD Dr. Jens Schrader vom Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA. Mit dem von Schrader und seinem Team entwickelten technologischen Verfahren können hochwertige antimikrobielle und konservierende Substanzen aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. So werden Abfallstoffe der Lebensmittelindustrie zu Wertstoffen mit breiter Nutzungsmöglichkeit, wie zum Beispiel in der Kosmetikbranche oder der medizinischen Anwendung. Die industrielle Umsetzung dieser Forschungsergebnisse wird bereits vorbereitet.
Ausblick in die Zukunft
Zum Abschluss der Veranstaltung dankte der Präsident der AiF, Dr. Thomas Gräbener, den Mitgliedern des Wissenschaftlichen Rats für ihr meist langjähriges ehrenamtliches Engagement im Netzwerk. Mit Beginn des neuen Jahres tritt auch die neue Satzung der AiF in Kraft, damit „befinden wir uns auf dem Sprung in eine vielversprechende Zukunft, in der wir die ungebrochene Tatkraft des Netzwerks der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen im Interesse des innovativen Mittelstands unter zeitgemäßen Beweis stellen wollen und werden“, sagte Gräbener und rief die Anwesenden auf, zum Gelingen dieses Beweises beizutragen und dem Netzwerk auch außerhalb des Wissenschaftlichen Rats verbunden zu bleiben, „dann werden wir auch in Zukunft mit unserer Forschungsförderung für den Mittelstand einen namhaften Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft leisten.“
83. WR-Tagung

9. November 2010
Am 9. November 2010 fand die 83. Tagung des Wissenschaftlichen Rates (WR) der AiF im Technologiepark Berlin-Adlershof statt. Prof. Dr. Hans-Werner Zoch, der Vorsitzende des WR, führte durch das Programm. Im Rahmen eines Festaktes verlieh AiF-Vizepräsident Dr. Jürgen Stebani den Otto von Guericke-Preis 2010 an zwei Forscher – Dr.-Ing. Wilfried Reimche von der Leibniz Universität Hannover, Institut für Werkstoffkunde, und Dr.-Ing. Heinrich Klümper-Westkamp von der Stiftung Institut für Werkstofftechnik in Bremen –, die ein besonders erfolgreiches IGF-Projekt zum Thema „Sensorkontrolliertes Bainitisieren“ durchgeführt haben. Außerdem verlieh Stebani die Otto von Guericke Medaille der AiF an Prof. Dr. Walter Michaeli vom Institut für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen. Die AiF vergibt diese Auszeichnung seit 1967 an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Forschung und Entwicklung im Interesse der mittelständischen Wirtschaft und der ihr verbundenen Wissenschaft verdient gemacht haben.
Den thematischen Schwerpunkt der Tagung bildeten Sensornetzwerke. Ein solch branchen- und institutionsübergreifendes Thema ist prädestiniert für die Industrielle Gemeinschaftsforschung unter dem Dach der AiF. Drei Vorträge gewährten dazu einen Einblick in den aktuellen Stand der Technik und in typische Anwendungsfelder.

