Wachstumsdialog Innovativer Mittelstand
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, hat sich am 7. Februar 2012 mit Vertretern innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen sowie deren Verbänden zu einem branchenübergreifenden „Wachstumsdialog Innovativer Mittelstand“ getroffen. Teilnehmer waren unter anderem der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), der Verband Innovativer Unternehmen (VIU), der Deutsche Verband für Technologietransfer und Innovation (DTI) und die AiF. Sie wurde von ihrer Vizepräsidentin und kommissarischen Präsidentin, Yvonne Proppert, vertreten, die den Minister bereits aus seinem vorherigen Amt als Bundesgesundheitsminister kennt. Proppert ist Apothekerin und als Unternehmerin im Pharmabereich tätig und repräsentiert seit 20 Jahren den Arzneimittelberich im Netzwerk der AiF.
Fachkräftemangel wird zum Innovationshemmnis
Im Mittelpunkt der Diskussion standen unter anderem die Stärken des innovativen Mittelstands für ein nachhaltiges Wachstum in Deutschland, Hemmnisse und Handlungsoptionen für bessere Rahmenbedingungen für Innovationen, Möglichkeiten zur Steigerung von Innovationsfreude und Technologieoffenheit in Deutschland sowie Optimierungspotenziale bei der Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation in kleinen und mittleren Unternehmen.
Als zunehmendes Innovationshemmnis wird insbesondere der Fachkräftemangel gesehen. Proppert plädierte in diesem Zusammenhang für eine frühzeitige Sensibilisierung von Jugendlichen für die MINT-Fächer und betonte den maßgeblichen Beitrag der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) unter dem Dach der AiF zur Ausbildung von Fachkräften. „Im Rahmen von IGF-Projekten haben Studierende und Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, besonders industrienah und praxisnah zu forschen. Nicht selten mündet dies in einen `Transfer über Köpfe´, sprich einen Wechsel in die Industrie nach Projektabschluss.“, so Proppert.
IGF fördert die Netzwerkbildung
Leitgedanke der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten IGF zugunsten mittelständischer Unternehmen ist die branchenweite und die branchenübergreifende Kooperation. Im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen kommen praxisorientierte Wissenschaftler und innovative Unternehmer zusammen, um gemeinsam vorwettbewerblichen Forschungsbedarf zu identifizieren. „Dadurch unterstützt die IGF die Bildung nachhaltiger Kompetenznetzwerke für eine effiziente Zusammenarbeit, die über die eigentlichen Projektlaufzeiten hinaus gehen. Auch ein innovationsbegeisterter Mittelständler ist häufig im Unternehmensalltag von der Bewältigung des Tagesgeschäftes absorbiert. Dafür sorgen schon sich ständig ändernde Rahmenbedingungen durch Verschärfung von Richtlinien, Änderung der Steuergesetzgebung, Veränderungen des Marktes etc. Langfristig angelegte FuE-Projekte können da leicht in der Präferenzliste nach hinten rutschen. Ist die FuE-Tätigkeit im Unternehmen aber eingebunden in IGF-Projekte oder die Projektförderung im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), wird durch die Regularien Druck ausgeübt, am Ball zu bleiben. Bei Gemeinschaftsprojekten wird auch die Innovationsfreudigkeit des Kollegen im projektbegleitenden Ausschuss rasch zum Stachel im eigenen Fleisch“, erklärte Proppert.
Angemessene finanzielle Ausstattung
Die kommissarische AiF-Präsidentin betonte die Notwendigkeit einer angemessenen finanziellen Ausstattung der mittelstandsorientierten Technologieförderung, damit diese ihren vollen Nutzen entfalten kann. Es bestand Einigkeit darüber, dass die projektbezogenen Instrumente der Mittelstandsförderung IGF und ZIM erhalten und ausgebaut werden sollen. Das BMWi wird hierzu organisatorisch die Weichen stellen, auch in eine neue Legislaturperiode hinein.
„German Mittelstand“ als Dachmarke
Bundesminister Rösler zog folgende Bilanz des Wachstumsdialogs: „Innovative Mittelständler sind für Deutschlands hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Unsere deutschen Mittelständler, die unter dem Begriff `German Mittelstand´ weltweit bekannt und geschätzt sind, gehören zu den innovativsten in Europa. Wir dürfen uns allerdings nicht auf diesen Erfolgen ausruhen, sondern müssen weiter daran arbeiten, die Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Innovation zu verbessern. Dazu gehört die Fachkräftesicherung, ebenso wie eine zukunftsfähige Forschungsinfrastruktur.“
Die Gesprächsergebnisse des Wachstumsdialogs finden Sie auf der Website des BMWi.
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