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SMART Ventilation: Hybride Belüftung für gutes Raumklima

Für die Belüftung von Gebäuden sind aktuell zwei prinzipielle Systeme im Einsatz. Zum einen die natürliche Lüftung hauptsächlich durch Fenster und zum anderen die maschinelle Lüftung durch raumlufttechnische Anlagen. Beide Systeme haben verschiedene Vor- und Nachteile. Eine Kombination aus beiden Systemen, die sogenannte hybride Lüftung, kann die Vorteile beider Systeme vereinen und die jeweiligen Nachteile vermeiden. Dadurch ist eine energieeffiziente Belüftung von Gebäuden bei gleichzeitiger Sicherstellung der thermischen Behaglichkeit möglich. Ziel dieses IGF-Vorhabens ist die Entwicklung einer robusten Lösung für eine hybride Lüftung eines Büroraums, das mit dezentralen, fassadenintegrierten Lüftungsgeräten und einer automatisierten Fensteransteuerung umgesetzt werden kann. Für dieses Konzept sollen Planungsgrundlagen für die Auslegung und erste Betriebserfahrungen aus einem Feldversuch geliefert werden.

Das neu entwickelte System soll Ventilatorlaufzeiten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Bei einer installierten Ventilatorleistung in Deutschland von 724 MW, einer durchschnittlichen Laufzeit von 2080 h/a und einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 75 Prozent der Nennleistung ergibt sich ein Energiebedarf für die Luftförderung von 1,1 TWh/a. Sollten zukünftig nur 10 Prozent der maschinellen Lüftungssysteme auf ein hybrides Lüftungssystem umgerüstet werden, ergibt sich für diese Systeme ein Einsparpotential von circa 34 GWh/a. Mit einem CO2-Emissionsfaktor für den deutschen Strommix von 489 g/kWh läge die mögliche CO2-Einsparung bei circa 16.600 t/a. Der vermehrte Einsatz von hybriden Lüftungssystemen wird aktuell durch die komplexe Regelung und durch fehlende Verfahren zur energetischen Bewertung dieser Systeme behindert. Innerhalb des Projektes werden diese beiden Punkte adressiert und die vorhandenen Lücken geschlossen.

Forschungsvereinigung

Forschungsvereinigung für Luft- und Trocknungstechnik e.V.

Forschungseinrichtung

SMART Ventilation – Projektsteckbrief 40 EW