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50 Jahre Kalk-Sand

Fachsimpeln beim Rundgang durch die Labore der FVKS: (v.l.n.r.) Professor Ulrich Knaack, Dr. Wolfgang Eden, Leiter der FVKS, Yvonne Karmann-Proppert und Bernhard Göcking

Am 24. März 1965 wurde die Forschungsvereinigung Kalk-Sand e.V. (FVKS) gegründet. Seinen 50. Geburtstag feierte das AiF-Mitglied Ende März 2015 mit rund 100 Vertretern aus Industrie, Hochschullehre und Forschung im Haus der Deutschen Kalksandsteinindustrie in Hannover. „Die Entwicklung der deutschen Kalksandsteinindustrie wurde maßgeblich durch die Forschungsvereinigung begleitet. Sie hat den Grundstein für viele erfolgreiche Innovationen in der Branche gelegt.“, stellte Bernhard Göcking, Vorstandsvorsitzender der FVKS und Kalksandstein-Unternehmer, bei der Eröffnung der  Veranstaltung fest. Yvonne Karmann-Proppert, Präsidentin der AiF und Geschäftsführende Gesellschafterin der Pharma-Labor Yvonne Proppert GmbH, betonte in ihrem Grußwort dabei die Bedeutung der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) unter dem Dach der AiF: „Die IGF ist eine tragende Säule der deutschen Mittelstandsförderung. Sie schlägt eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und wirtschaftlicher Anwendung und bietet dem innovativen Mittelstand eine gezielte Förderung in seiner ganzen Breite.“

Einen Blick über den Tellerrand und in die Entwicklung im Bereich der Fassadengestaltung warf Professor Ulrich Knaack von der Technischen Universität Darmstadt. Seiner Meinung nach wird das Thema Rapid Prototyping – auch 3D-Druck genannt – in den kommenden Jahren eine große Rolle auch in der Baustoffindustrie spielen. „In China generiert ein 3D-Drucker bereits heute Häuser wie am Fließband. In nur zwei Tagen wird eine Villa mit 1.100 Quadratmetern Wohnfläche gedruckt. Die Potenziale in diesem Bereich sind immens.“, ist er sicher.

Recycling und Nachhaltigkeit im Fokus

Blickt man zurück auf fünf Jahrzehnte FVKS, lassen sich beispielsweise das Thema Recycling von Kalksandstein und der Bereich Nachhaltigkeit als zentrale Kernkompetenzen identifizieren. Zwei aktuelle IGF-Vorhaben sind dabei sehr interessant: Im Labor wurde der Einsatz von Kalksandstein-Abbruchmaterial als Tragschicht im Straßenbau getestet. Die Ergebnisse sind so Erfolg versprechend, dass in der nächsten Stufe eine Erprobungsstrecke für den Test unter Realbedingungen gebaut wird. Außerdem erforschen Wissenschaftler, ob recycelter Kalksandstein als Abdeckung für Deponien genutzt werden kann. Der Clou dabei: Das in der Deponie entstehende Methangas reagiert mit dem Kalksandstein-Material, so dass das schädliche Gas über natürliche chemische Prozesse neutralisiert werden kann.

Praxisforschung für eine gesamte Industrie

Die FVKS betreibt unternehmensübergreifende Praxisforschung für die gesamte deutsche Kalksandsteinindustrie und gehört seit ihrer Gründung der AiF an. Zu den wesentlichen Zielen zählen die kontinuierliche Verbesserung und Entwicklung der Kalksandstein-Produktionstechnik, der Bauanwendungstechnik und des Umweltschutzes. Dabei stehen der Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch innerhalb der Industrie im Fokus.