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AiF 2014: 60 Jahre Forschungsnetzwerk Mittelstand

Das Jahr 2014 stand für die AiF ganz im Zeichen ihres 60-jährigen Bestehens, das mit einer stolzen Bilanz aufwarten konnte: Seit Gründung der AiF im Jahr 1954 flossen knapp 10 Milliarden Euro öffentliche Mittel in rund 200.000 Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE) zugunsten mittelständischer Unternehmen. „Damit hat unser industriegetragenes Netzwerk einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Innovationskraft in Deutschland geleistet.“, erklärt AiF-Präsidentin Yvonne Karmann-Proppert. Zum runden Geburtstag präsentierte sich die AiF einer breiten Öffentlichkeit als moderne und zukunftsorientierte Industrieorganisation. 450 Gäste – unter ihnen viele Mitglieder des Deutschen Bundestages – feierten am 8. Oktober 2014 mit der AiF im TIPI am Kanzleramt in Berlin. Sie zeigten sich begeistert von einem abwechslungsreichen Programm mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik, gestandenen Forschern, jungen Nachwuchswissenschaftlern und spektakulären Live-Experimenten.

Eine halbe Milliarde öffentliche Fördermittel

Insgesamt 504,3 Millionen Euro Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) flossen im Jahr 2014 über die AiF in rund 11.000 FuE-Projekte zugunsten des Mittelstands. Davon entfielen 140,2 Millionen Euro auf die Kernaufgabe der AiF, die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen (2013: 138,4 Millionen Euro). 364,1 Millionen Euro wurden über die Fördersäule „FuE-Kooperationsprojekte“ des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) eingesetzt, das die AiF Projekt GmbH als beliehener Projektträger des BMWi betreut (2013: 351,6 Millionen Euro). „Mit beiden Programmen bietet die AiF passgenaue und entlang der Innovationskette ineinandergreifende Förderinstrumente für den Mittelstand.“, sagt Karmann-Proppert.

IGF: Antragsboom und Fördermittelknappheit

Die Attraktivität der AiF wird im Jubiläumsjahr von einem wahren Antragsboom in der branchenweiten und branchenübergreifenden IGF unterstrichen. Der Antragseingang lag hier bei einem Plus von 25 Prozent, wobei erstmals die Grenze von 1.000 Anträgen überschritten wurde. „Mit diesem wachsenden Bedarf halten die öffentlichen Fördermittel leider nicht annähernd Schritt.“, stellt  AiF-Präsidentin Karmann-Proppert fest. „Tatsache ist, dass die drei Milliarden Euro, die der Bund in der laufenden Legislaturperiode zusätzlich für Forschung und Bildung einsetzen will, bislang völlig an der IGF vorbei fließen.“

Die Presse hat die kritischen Signale der AiF zur Fördermittelsituation im Jahr 2014 wiederholt aufgegriffen. Artikel erschienen zum Beispiel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im Magazin FOCUS und bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die dpa-Meldung fand unter Titeln wie „Mittelstandsnetzwerk AiF beklagt Nachteile bei Forschungsförderung“ in rund 30 Medien Niederschlag, darunter auch im Handelsblatt, in der Frankfurter Rundschau, der WELT und der Berliner Morgenpost.

Neues Spitzengremium für die AiF

Die Gründung des Senats der AiF am 7. Mai 2014 bot einen weiteren Anlass, sich mit der Situation in der IGF zu befassen. Die AiF-Präsidentin appellierte dabei an die neuen Senatoren, mitzuhelfen, dieses einzigartige Förderinstrument weiter voranzubringen – insbesondere im Hinblick auf die Fördermittelausstattung, die nicht länger auf der Stelle treten dürfe. Der Senat als neues Spitzengremium der AiF dient der Kommunikation mit wesentlichen Entscheidungsträgern und Meinungsbildnern in Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Politik.

ZIM: Fortsetzung des Erfolgsmodells

Im ZIM konnten bis zum 31. Dezember 2014 Anträge auf Förderung neuer Projekte gestellt werden. In der von der AiF Projekt GmbH betreuten Fördersäule „FuE-Kooperationsprojekte“ wird die Zusammenarbeit von Unternehmen und von Unternehmen mit Forschungseinrichtungen unterstützt. „Es ist die am meisten beanspruchte Fördersäule des Programms. Bis zum 31. Dezember 2014 wurden hier über 20.500 Kooperationsprojekte mit einem zugesagten Fördervolumen von rund 2,8 Milliarden Euro auf den Weg gebracht.“, erklärt Karmann-Proppert. „Und wir hoffen, dass wir das BMWi auch im ZIM-Nachfolgeprogramm als Projektträger bei der erfolgreichen Steuerung des Programms unterstützen können, damit die besonderen Synergien zwischen IGF und ZIM unter dem Dach der AiF erhalten bleiben.“, betont sie.

Am 5. Januar 2015 hat das BMWi den ressortabgestimmten Entwurf der neuen Richtlinie für das ZIM-Nachfolgeprogramm veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass sowohl der Name als auch die grundsätzliche Ausrichtung und Struktur erhalten bleiben. Außerdem ist eine Erhöhung des Fördermittelbudgets um 30 Millionen Euro vorgesehen, um möglichst viele anspruchsvolle FuE-Projekte fördern zu können.

„Facelift“ für den öffentlichen Auftritt

Zum sechzigjährigen Jubiläum hat die AiF auch ihr Erscheinungsbild weiterentwickelt, um die Marke weiter zu schärfen. Das Logo wird treffend unterstützt durch den Claim „Forschungsnetzwerk Mittelstand“. Ein „Shining Cube“ als Sinnbild für das „Licht der Innovation“ leuchtet im i-Punkt des Akronyms „AiF“ vor dunklem Hintergrund. Eine neue Bildwelt setzt emotionale Akzente, um neue Zielgruppen anzusprechen. Die Website wird gestalterisch verjüngt und um zusätzliche Elemente wie eine Erklärgrafik und einen Erklärfilm ergänzt. Eine interaktive Innovationskraftkarte visualisiert die einzigartigen Netzwerkbildungseffekte der IGF zwischen Unternehmen, Forschungsvereinigungen und Forschungsstellen.

Politische Überzeugungsarbeit

„Im Jahr 2014 haben wir viel erreicht, um die AiF in relevanten Zusammenhängen sichtbarer zu machen und als Gesprächspartner zu positionieren.“, resümiert AiF-Präsidentin Karmann-Proppert. „Gemeinsam mit meinen Kollegen im Vorstand und im Aufsichtsrat sowie mit allen Partnern und Freunden der AiF werde ich auch 2015 alles daran setzen, dass die mittelstandsorientierte Technologieförderung angemessen unterstützt wird. Hier ist im Hinblick auf den Bundeshaushalt 2016 weitere politische Überzeugungsarbeit erforderlich, denn der innovative Mittelstand kann nur dann einen wirksamen Beitrag zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben der Hightech-Strategie des Bundes leisten, wenn sein weltweit einzigartiges Forschungsnetzwerk so optimal wie möglich genutzt wird.“, sagt sie mit Blick auf die Zukunft.