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Bundestagsabgeordneter Jurk besucht innovative Unternehmen

TECHNO-COAT-Betriebsleiterin Monika Engelmann erläutert MdB Thomas Jurk (r.) einen Arbeitsschritt.

Das Mitglied des Deutschen Bundestags (MdB) Thomas Jurk hat in seinem Wahlkreis Görlitz am 14. April 2015 zwei Zittauer Unternehmen besucht, die sich in der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) im Innovationsnetzwerk der AiF sowie im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) engagieren, dessen Fördersäule ZIM-Kooperationsprojekte die AiF Projekt GmbH betreut. Die an der Veranstaltung mitwirkenden Unternehmen – die RTT Steinert GmbH und die TECHNO-COAT Oberflächentechnik GmbH – boten in diesem Rahmen beispielhaft Einblicke in den Alltag innovativer mittelständischer Betriebe und zeigten, wie dort Forschung und Entwicklung (FuE) ablaufen, welche Innovationsstrategien sie haben und wie sie von den Fördermaßnahmen der öffentlichen Hand profitieren.

Einblicke „in die Werkstatt“

Dr. Burkhard Schmidt, Geschäftsführer Industrielle Gemeinschaftsforschung der AiF, erläutert: „Die AiF als Dachverband von 100 branchenorientierten Forschungsvereinigungen versteht es als ihre Aufgabe, die am Innovationsprozess beteiligten Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenzubringen, um gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zu schaffen. Solche Einblicke `in die Werkstatt´ zeigen die Bedeutung und Wirksamkeit der mittelstandorientierten Technologieförderung am lebendigen Beispiel. Dabei zeichnet sich die IGF durch eine einzigartige Breitenwirkung aus. Gerade deshalb muss hier die aktuelle Fördermittelknappheit im Schulterschluss mit der Politik überwunden werden.“

IGF und ZIM bringen den Mittelstand voran

Am Vormittag besuchte MdB Jurk zunächst die Firma RTT Steinert GmbH. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Sortiersysteme von Industrie- und Verpackungsabfällen und steht damit für Recycling, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. „Mit unserem Team von aktuell rund 60 Mitarbeitern und 10 Millionen Euro Umsatz am Standort Zittau bieten wir unseren Kunden eine fortschrittliche Basistechnologie in der Nahinfrarot (NIR)-Spektroskopie mit einem breiten Anwendungspotenzial für eine Vielzahl von Branchen.“, erklärt Geschäftsführer Bert Handschick. Das Unternehmen hat an dem IGF-Projekt „Altpapier-Monitoring“ unter dem Dach des AiF-Mitglieds Papiertechnische Stiftung mitgearbeitet, in dem es um die Gewinnung grundlegender Erkenntnisse für die Bewertung heterogener Materialien durch die NIR-Spektroskopie ging. Außerdem hat es ein ZIM-Kooperationsprojekt zur automatischen Kunststoffsortierung mittels eines neuen Spektrometer-Systems initiiert. Die Ergebnisse beider Projekte kann das Unternehmen erfolgreich bei der (Weiter-)Entwicklung von Sortieranlagen nun über die Abfallwirtschaft hinaus auch für neue Geschäftsfelder in der Papierindustrie nutzen.

AiF-Forschungsvereinigungen unterstützen die Vernetzung

„Bei der RTT Steinert GmbH sieht man sehr schön, wie die branchenweite und branchenübergreifende IGF und das marktnähere ZIM, die das BMWi beide über die AiF fördert, ineinandergreifen und Synergien erzeugen.“, sagt  Professor Michael Stoll, Direktor des Forschungsinstituts für Leder und Kunststoffbahnen (FILK), dessen Träger zu den 100 Mitgliedern der AiF zählt. „Die von der AiF und ihren Töchtern betreuten themenoffenen Programme unterstützen mittelständische Unternehmen bei ihren Innovationsaktivitäten im vorwettbewerblichen Raum sowie bei der firmenspezifischen FuE. Die Forschungsvereinigungen der AiF fungieren dabei als Kommunikations-, Organisations- und Transferplattformen und bieten den Rahmen für vielfältige Vernetzungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.“

Innovationskraft von KMU stärken

Am Nachmittag öffnete die Firma TECHNO-COAT Oberflächentechnik GmbH mit aktuell 26 Mitarbeitern ihre Türen. Das Unternehmen wurde 1996 gegründet und beschäftigt sich vor allem mit der Entwicklung und Herstellung spezieller Schichtsysteme mit Hilfe von PVD-Vakuumtechnologien. Die Firma hat sich unter anderem im Projektbegleitenden Ausschuss eines IGF-Vorhabens des AiF-Mitglieds DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie engagiert. Dabei ging es um Titanaluminidlegierungen, die als effizienzsteigernde Werkstoffe für den Einsatz im Niederdruckbereich von Luftfahrttriebwerken von großem Interesse sind. Die Erzeugung unterschiedlicher Schichtsysteme steht auch im Mittelpunkt von drei ZIM-Kooperationsprojekten, an denen das Unternehmen beteiligt ist.

Mittelstand wichtiger Akteur im Innovationsgeschehen

MdB Thomas Jurk zeigte großes Interesse daran, wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen am Standort Zittau Innovationsprozesse gestalten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern und auszubauen und wie die Technologieförderung des BMWi sie dabei unterstützt. Die besuchten Unternehmen bewiesen eindrucksvoll, dass Innovationsfähigkeit keine Frage der Unternehmensgröße ist. Mittelständler sind wichtige Akteure auf diesem Feld, in den alten wie in den neuen Bundesländern.