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Deutsch-peruanisches CORNET-Projekt AMOR gestartet

Das zweite deutsch-peruanische CORNET-Projekt AMOR ist am Start. Der Projekttitel AMOR steht für "AMarant als Quelle von Omega-Fettsäuren und glutenfreiem Getreide: Markerunterstützte Züchtung und Sortenauswahl zur Gewinnung funktioneller gesunder Öle und Rohstoffe für die Lebensmittelverarbeitung".

Amarant: Einzigartige Eigenschaften

Amarant ist eine Getreideart aus Südamerika, die in Europa immer beliebter wird. Die glutenfreien Körner enthalten die lebenswichtige Omega-3-Fettsäure DHA, die der Mensch über die Nahrungskette aufnehmen muss. DHA ist in Fisch, Pilzen und Algen enthalten. Für Menschen, die sich vegetarisch ernähren, kann Amarant deshalb als wertvoller Lieferant von DHA dienen. Zudem enthält das Getreide viele ungesättigte Fettsäuren sowie die Substanz Squalen, die laut neueren Studien dazu beiträgt, das Krebsrisiko zu senken. Diese einzigartigen Eigenschaften der Amarant-Körner eröffnen interessante Perspektiven als Quelle für Nahrungsergänzungsmittel oder Nutrazeutika für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

Derzeit wird Amarant in Deutschland kaum angebaut, sondern hauptsächlich aus Lateinamerika importiert. In Peru beispielsweise werden rund 3.000 Amarant-Sorten angebaut, die bisher allerdings nur hinsichtlich ihrer landwirtschaftlichen Eigenschaften wie Ertragspotenzial oder Wachstumsperiode untersucht wurden.

Züchtung neuer Sorten zur besseren Nutzung

Hier setzt das CORNET-Projekt AMOR an: Es soll das Potenzial von Amarant als kommerzielle Quelle für funktionelle Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel heben. Die genetische Vielfalt der in Peru verfügbaren Amarant-Sorten soll charakterisiert werden, um vielversprechende Genotypen zu identifizieren.

Ziel ist es, neue Sorten zu züchten, die eine kürzere Zeit bis zur Marktreife und verbesserte Eigenschaften als funktionelle Lebensmittel haben. Das Projektteam plant, verschiedene Sorten des Getreides hinsichtlich ihres Nährwerts, ihres Öl- und Proteingehalts sowie ihres Fettsäureprofils zu untersuchen. Es ist geplant, Amarantöl in der Lebensmittelindustrie als Gourmetöl und als wichtige Zutat in funktionellen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zu verwenden. Im Ergebnis des Projekts AMOR werden Produktionskettenmanager die Landwirte besser dazu beraten können, welche Eigenschaften von Amarantöl von der Industrie benötigt werden und welche Sorten sie dementsprechend anbauen sollten.

Neuland

Koordinator des CORNET-Projekts ist das AiF-Mitglied IVLV - Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. Forschungspartner auf deutscher Seite sind die UHOH - Universität Hohenheim und das KIT - Karlsruher Institut für Technologie.

CORNET verknüpft Förderprogramme verschiedener Länder und Regionen miteinander, um internationale Forschungsprojekte zugunsten kleiner und mittelständischer Unternehmen zu ermöglichen. Die deutschen Projektpartner werden im Rahmen der vorwettbewerblichen  Industriellen Gemeinschaftsforschung finanziell unterstützt, die im Innovationsnetzwerk der AiF organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) gefördert wird.

Die Förderorganisation Innóvate Perú wird den peruanischen Anteil der Forschung finanzieren, die von APRODES, der Peruanischen Vereinigung zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung mit Sitz in Cusco, und UNSAAC, der Nationalen Universität San Antonio Abad aus Cusco, durchgeführt wird.

Tobias Voigt, Geschäftsführer der IVLV, sagt über das Projekt: „Die Zusammenarbeit mit unseren peruanischen Projektpartnern APRODES und UNSAAC bedeutet für uns Neuland. Wir freuen uns darauf, gemeinsam neues Wissen zu erwerben, und sind gespannt, was die Zusammenarbeit über die Kontinente hinweg bringen wird. Ohne CORNET wäre dieses Projekt nicht möglich.“

Weitere Informationen zum Projekt unter : http://www.botanik.kit.edu/botzell/2760.php. (mie/di)

Kontakt

Prof. Dr. Simone Graeff-Hönninger
Universität Hohenheim
Telefon: +49 711 45922376
E-Mail: simone.graeff@uni-hohenheim.de

Foto: © Universität Hohenheim

Amarant als Quelle für Omega-Fettsäuren und glutenfreie Körner – Projektsteckbrief 267 E