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Deutscher Zukunftspreis 2015

Bei der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises 2015: Peter Sander, AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer, AiF-Präsidentin Yvonne Karmann-Proppert, Frank Herzog, Prof. Claus Emmelmann (v.l.)

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 2. Dezember 2015 in Berlin das Team des Projekts „Entlastung für Herz und Lunge – vom Nitroglycerin zu innovativen Therapien“ mit dem Deutschen Zukunftspreis 2015 ausgezeichnet. Prof. Dr. Ardeschir Ghofrani, Dr. Rainer Frey und Prof. Dr. habil. Johannes-Peter Stasch erhielten den mit 250.000 Euro dotierten Preis für die Entdeckung und Entwicklung einer Therapie für zwei Formen des Lungenhochdrucks.

Ebenfalls nominiert waren Dipl.-Ing. Peter Sander, Airbus Operations GmbH, Hamburg, Prof. Dr.-Ing. Claus Emmelmann, LZN Laser Zentrum Nord GmbH, Hamburg, und Dipl.-Ing. Frank Herzog, Concept Laser GmbH, Lichtenfels. Mit ihrem Forschungsprojekt „3D-Druck im zivilen Flugzeugbau – eine Fertigungsrevolution hebt ab“ wurden sie von der Jury in den „Kreis der Besten“ aufgenommen und von Bundespräsident Joachim Gauck mit einer Urkunde geehrt.

In Rahmen ihres gemeinsamen Forschungsprojektes haben die drei Nominierten die Technologie des 3-D-Drucks so weiterentwickelt, dass sich damit auch hochbelastbare metallische Bauteile für Flugzeuge fertigen lassen. Seit 2014 werden Kabinenhalter aus Titan, die mithilfe der neu entwickelten Verfahrenstechnik hergestellt wurden, im Airbus A350 XWB verbaut. Das neue Produktionsverfahren ist zukunftsweisend für die Industrie: Komponenten aus dem Metallbereich können nun schichtweise aufgebaut und im 3-D-Druck für die industrielle Serienproduktion gefertigt werden.

Nominierte in Industrieller Gemeinschaftsforschung (IGF) aktiv

Die Nominierten waren zuvor auch in Forschungsvorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und in Projekten des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) aktiv. In den vergangenen Jahren haben drei ZIM-Kooperationsprojekte der Concept Laser GmbH wichtige Beiträge zur Optimierung und Weiterentwicklung des von den Nominierten genutzten Verfahrens geleistet. Zudem war das genannte Unternehmen gemeinsam mit Prof. Emmelmann an einem IGF-Projekt beteiligt, dessen Ergebnisse zur Entwicklung des 3-D-gedruckten Titan-Bauteils für den Airbus 350 beigetragen haben. „Ohne die Vorarbeiten in der IGF und die Ergebnisse der ZIM-Projekte hätten wir diese Entwicklung, mit der wir für den Deutschen Zukunftspreis 2015 nominiert wurden, nicht vollziehen können.“, betont Prof. Emmelmann. AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer ergänzt: „Namhafte Wissenschaftler und richtungsweisende Unternehmen engagieren sich häufig in IGF-Projekten. Die Zusammenarbeit in den Forschungsvorhaben fördert die Innovationskraft mittelständischer Unternehmen.“

Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert. Die AiF Projekt GmbH in Berlin, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des AiF e.V., koordiniert als beliehener Projektträger des BMWi Maßnahmen zur mittelstandsorientierten Technologieförderung, wie die FuE-Kooperationsprojekte im Rahmen des ZIM.

Der Bundespräsident ehrte in diesem Jahr zum 19. Mal mit dem Deutschen Zukunftspreis herausragende technische, ingenieur- und naturwissenschaftliche Leistungen, die zu anwendungsreifen Produkten führen. Vor der Verleihung tagte das Kuratorium, dem auch die AiF-Präsidentin, Yvonne Karmann-Proppert, angehört. Die AiF zählt zu den vorschlagsberechtigten Organisationen für den Deutschen Zukunftspreis.