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Digitalisierung und Innovation für den Mittelstand

AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer

Unter dem Titel „Regionaler Transfer 4.0: Digitalisierung und Innovation für den Mittelstand“ fand am 24. Januar 2018 in Berlin die zweite gemeinsame Transferkonferenz der Hochschulallianz für den Mittelstand, des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und der AiF statt. Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten dabei insbesondere über die Themen Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Innovation für den Mittelstand und die Rolle der Hochschulen beim regionalen Transfer.

Beim Thema „Fachkräftesicherung“ verwies Dr. Gerhard F. Braun, Vizepräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), auf den weiter wachsenden Personalbedarf im MINT-Bereich, insbesondere im IT-Bereich, und appellierte an Politik und Bildungseinrichtungen, diesen Bedarf im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie mit geeigneten Maßnahmen wie den Digitalpakt, adaptierte Curricula und ein Fachkräftezuwanderungsgesetz zu decken. Dr. Robert Schröder aus dem Kabinett von Forschungskommissar Carlos Moedas gab Einblick in aktuelle Überlegungen der EU-Kommission zur Stärkung von missionsgetriebener Forschung, von nachfrageorientiertem Transfer und ergebnisorientierter Innovationsförderung. Ministerialdirektor Matthias Graf von Kielmansegg, Leiter der Abteilung Grundsatzfragen, Strategie, Digitaler Wandel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, stellte anschließend die bisherigen und beabsichtigten Programme und Maßnahmen der Bundesregierung zur Beschleunigung der digitalen Transformation vor.

Stephanie Bschorr, Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen, und Dr. Markus Pfuhl, Chief Digital Officer der Viessmann Energy Solutions, veranschaulichten beim Thema „Digitalisierung und Innovation“, welchen Herausforderungen sich insbesondere mittelständische Unternehmen bei der unaufhaltsamen digitalen Transformation stellen müssen und wie diese unter Einbindung jeweils aller Beschäftigten bewältigt werden können. Ralph Appel, Direktor und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDI, betonte die Notwendigkeit, Innovationsaktivitäten künftig stärker aus zukunftsträchtig erscheinenden Geschäftsmodellen abzuleiten und daraus Maßnahmen zur Deckung des notwendigen Qualifizierungsbedarfs zu konzipieren. Thomas Bachem, Serial Entrepreneur und Gründer der Code University, erläuterte sodann die Konzeption der Studiengänge an „seiner“ inzwischen staatlich anerkannten Fachhochschule und verdeutlichte die Unterschiede zu den Studienangeboten insbesondere staatlicher Hochschulen.

Dr. h.c. Thomas Sattelberger zeigte beim Thema „Rolle der Hochschulen beim regionalen Transfer“ die dramatischen Entwicklungen auf, die gerade im ländlichen Raum mindestens perspektivisch zu einer Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit der dort angesiedelten Unternehmen führen dürften, und forderte zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Innovationssystems „Freiheitszonen“, in denen bestimmte innovationshemmende Regelungen zumindest befristet außer Kraft gesetzt werden sollten. Prof. Dr. Anne Lequy, Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal, und Dr. Peter-Georg Albrecht, Referent im Prorektorat Studium, Lehre und Internationales, präsentierten die Konzeption der Kooperationsstrategie ihrer Hochschule und unterstrichen die Bedeutung zielgruppenadäquater Marketingmaßnahmen. Prof. Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, begründete erneut die Notwendigkeit einer Deutschen Transfergemeinschaft, während Dr. Thomas Kathöfer, Hauptgeschäftsführer der AiF, das Netzwerk der AiF als idealen Nukleus für eine Deutsche Transfergemeinschaft präsentierte.

Foto: © Mathew Schoenfelder / HAfM