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EFI legt Jahresgutachten 2015 vor

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat Ende Februar ihr Jahresgutachten 2015 vorgelegt, in dem sie die wichtigsten Initiativen der Bundesregierung im Bereich Forschungs- und Innovationspolitik untersucht hat. Mit der Aufhebung des Kooperationsverbots im Hochschulbereich gelang aus Sicht der Experten ein großer Wurf. Zudem wurden wichtige Ziele für die Innovationspolitik richtig gesetzt: Restriktive steuerrechtliche Regelungen für Wagniskapital sollen überarbeitet und ein Fonds für die Wachstumsfinanzierung deutscher Start-ups aufgelegt werden. Ausdrücklich lobt das unabhängige Gremium insbesondere die Innovationsförderung durch die gezielte Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Die Kommission mahnt aber zugleich, dass sich Deutschland an der FuE-Intensität der weltweiten Spitzengruppe orientieren muss, wenn es zu den führenden Innovationsnationen aufschließen will.

So hält es die Expertenkommission für notwendig, die Mittel für Spitzenforschung bei der Weiterführung der Exzellenzinitiative mindestens konstant zu halten. Dabei werde ein international sichtbares Wissenschaftssystem nicht ohne „Leuchttürme“ auskommen können: „Somit muss es auch weiterhin eine institutionelle Förderung der leistungsstärksten deutschen Universitäten geben“.

3,5 Prozent des BIP für FuE in 2020

Die FuE-Intensität in Deutschland, also das Verhältnis von Ausgaben für interne Forschung und Entwicklung zum Bruttoinlandsprodukt, ist rechnerisch von 2,98 Prozent im Jahr 2012 auf 2,85 Prozent im Jahr 2013 gesunken. Diese Entwicklung ist teilweise auf eine geringere Dynamik im  Wirtschaftssektor zurückzuführen, der größte Teil des Rückgangs ist jedoch statistischen Effekten geschuldet. Das von der Bundesregierung bis 2015 angestrebte Drei-Prozent-Ziel für die FuE-Intensität ist daher immer noch in Reichweite. Allerdings weist die Expertenkommission weiter darauf hin, „dass es sich um ein wenig ambitioniertes Ziel handelt“. „Damit Deutschland langfristig zu den führenden Innovationsnationen aufschließen kann, muss für das Jahr 2020 ein ehrgeizigeres Ziel verankert werden: 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung (FuE)“, fordert die Expertenkommission. Das gesamte Gutachten finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter folgendem Link: http://www.bmbf.de/pubRD/EFI_Gutachten_2015.pdf .

Die Expertenkommission Forschung und Innovation leistet wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung und legt regelmäßig Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Wesentliche Aufgabe der EFI ist es dabei, die Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen und zeitlichen Vergleich zu analysieren und die Perspektiven des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschland zu bewerten. Auf dieser Basis entwickelt die EFI Vorschläge für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik.

Foto: ©  Rainer Sturm / pixelio.de