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Ergebnisse und Herausforderungen in der Photonik und Medizintechnik präsentiert und diskutiert

Dr. Markus Safaricz (l.) im Gespräch auf der F.O.M.-Konferenz in Berlin

Linsenlose Endoskope, Diagnostik neurologischer Erkrankungen an der Netzhaut, Dekubitus-Prophylaxe durch Matratzensysteme mit Aktorik zur Bewegung von Patienten, robotische Patienten für Pflegeschulungen: Die Erkenntnisse und Errungenschaften in der Medizintechnik und in anderen Anwendungsfeldern der Photonik, also der optischen Technologien, nehmen international und auch in Deutschland eine rasante Entwicklung. Die Anwendungsfelder liegen nicht nur im Gesundheitsbereich, sondern beeinflussen zahlreiche Branchen der deutschen Industrie. Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) diskutierten auf der Konferenz "Herausforderungen in Photonik und Medizintechnik" derForschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e.V. (F.O.M.) am 6. November 2019 in Berlin aktuelle Forschungsergebnisse und neue Forschungsvorhaben, die auf den Nachweis der industriellen Machbarkeit spannender Innovationsideen abzielen.

Die F.O.M. ist AiF-Mitglied und betreibt innovationsorientierte Forschungsprojekte in Kooperation mit externen Forschungseinrichtungen. Im Rahmen regelmäßiger Projekttreffen stellt die Forschungsvereinigung sicher, dass der dialogische Austausch technologischer und wirtschaftlicher Interessen und von Knowhow zu Machbarkeiten zwischen Industrie und Wissenschaft gefördert wird.

Neue AiF-Forschungsallianz Medizintechnik begegnet Herausforderungen

„Mit der vorwettbewerblichen Vorlaufforschung in den Bereichen Präzisionsmechanik, Sensorik, Optische Technologien, Analysen und Medizintechnik schaffen wir die Grundlage und vergrößern das Potenzial für revolutionäre Innovationen. Insbesondere durch die Gründung der AiF-Forschungsallianz Medizintechnik (FAM) vor einem Jahr stellen wir uns gemeinsam mit unseren Allianzpartnern sowie unserem transdisziplinären Netzwerk der großen gesellschaftlichen Herausforderung 'Gesundheit und Pflege'. Unsere Projekte bekommen immer wieder weltweite Aufmerksamkeit und wir erhalten Dank und Ermutigung von zahlreichen Patienten“, erklärte F.O.M.-Geschäftsführer Dr. Markus Safaricz. Im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung heißt es dazu: „Mit Forschung und Innovation wollen wir die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Wir werden den medizinischen Fortschritt rascher zu den Patientinnen und Patienten bringen und den Standort Deutschland in der Gesundheitsforschung an die internationale Spitze führen.“

Forschungsergebnisse laufender und kürzlich abgeschlossener Projekte, gefördert im Rahmen des Programms Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) des BMWi, wurden während der Konferenz präsentiert. Der sogenannte „Marktplatz der Forschungsprojekte“ zeigte unter anderem Lösungsansätze für aktuelle technologische Herausforderungen, wie den 3D-Polymerdruck bei Brillengläsern, die Hybridfertigung optischer Oberflächen, Laser-Strahlschmelzen metallischer Gläser oder die strukturierte Beleuchtung und hyperspektrale Bildgebung als neuartigen Ansatz zur Tumorerkennung in der Dermatologie. Bei der „Uraufführung von Innovationideen“ waren geplante Projekte, wie beispielsweise linsenlose Endoskope, Themen des Expertenaustausches. Die neugegründete FAM stellte zahlreiche Projekte der IGF und des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) vor. An den Ständen vom Deutschen Patent- und Markenamt, dem Industrieverband SPECTARIS und der AiF Projekt GmbH wurde über weitere Fördermöglichkeiten für forschende kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) informiert.

„IGF und ZIM in unserer Firmen-DNA enthalten“

Ein Beispiel dieser KMU ist die in Berlin ansässige micro resist technology GmbH. Die diplomierte Chemikerin und geschäftsführende Gesellschafterin Gabi Grützner gründete das Unternehmen 1993, nachdem sie acht Jahre in der Industrieforschung in Berlin-Köpenick tätig war. Mit zahlreichen Preisen gewürdigt, entwickeln und produzieren die inzwischen 50 Mitarbeiter der GmbH innovative Photoresiste und Spezialpolymere. Diese hochspezialisierten Kunststoffe oder Lacke finden Anwendung in neuartigen Strukturierungstechnologien der Mikrosystemtechnik, Mikroelektronik und Nanotechnologie.

„Die Nutzung der in der Welt einmaligen vorwettbewerblichen Forschungsförderung durch IGF und ZIM und der produktive, nachhaltige Austausch mit anderen forschenden Partnern innerhalb der Forschungsvereinigungen der AiF ist förmlich in unserer ‚Firmen-DNA‘ enthalten. Das ist somit Teil unseres unternehmerischen Erfolges. Wir sind derzeit aktiver Partner von insgesamt zehn Forschungsprojekten“, erklärte der zweite Geschäftsführer Dr. Arne Schleunitz und führte fort: „Durch den konsequenten Transfer von Forschungsergebnissen zu Produkten für die produzierende Industrie wachsen unsere Umsätze seit mehr als 26 Jahren. Wir arbeiten für nationale und internationale Auftraggeber. Dadurch bedienen wir einen stark wachsenden Weltmarkt und können unsere Arbeitsplätze in Berlin sichern und zusätzlich neue schaffen. Für zukünftige Erfolge im kontinuierlichen Wettlauf um neue Produktinnovationen ist für uns, als KMU, die Unterstützung durch öffentlich geförderte Projekte eine Situation, um die uns internationale Partner und Wettbewerber immer wieder beneiden.“ (frd)