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Hohe Wertschätzung für wissenschaftliche Expertise

Das Vertrauen der Deutschen in Wissenschaft und Forschung ist vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Das zeigt das aktuelle Wissenschaftsbarometer Corona Spezial, eine Sonderausgabe des sonst jährlich von Wissenschaft im Dialog (WiD) herausgegebenen Wissenschaftsbarometers.
Drei von vier Deutschen geben in der Erhebung an, dass sie Wissenschaft und Forschung vertrauen. In den vergangenen Jahren erklärte dies rund die Hälfte der Deutschen. Dabei zeigen sich mit 20 Prozent aktuell deutlich weniger Befragte unentschieden bezüglich ihres Vertrauens in Wissenschaft und Forschung als in den vergangenen Jahren.

Keine Scheu vor Kontroversen

Die Hälfte der Deutschen ist der Meinung, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich aktuell zu Corona äußern, deutlich unterscheiden zwischen gesichertem Wissen und noch offenen Fragen. Kontroversen zwischen Forschenden werden von der Bevölkerung auch in Zeiten der Corona-Pandemie eher positiv gesehen: Ähnlich wie in den Umfragen von 2018 und 2019 teilen rund zwei Drittel die Auffassung, dass Kontroversen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hilfreich sind, damit sich die richtigen Ergebnisse durchsetzen.

Wertschätzung wissenschaftlicher Expertise und Erwartungen an die Forschung

Fast 90 Prozent der Bevölkerung halten die Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für wichtig, um die Verbreitung von Corona in Deutschland zu verlangsamen. 61 Prozent rechnen damit, dass es Forschenden in absehbarer Zeit gelingen wird, ein Medikament oder einen Impfstoff zu entwickeln, mit dem die Pandemie in den Griff zu bekommen ist.

Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen von der Politik beachtet werden

81 Prozent der Deutschen wollen, dass politische Entscheidungen im Umgang mit Corona auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Bei der Frage, ob Forschende sich selbst in Politisches einmischen sollten, liefert das Wissenschaftsbarometer Corona Spezial ein gemischtes Stimmungsbild: 39 Prozent sehen dies als Aufgabe der Wissenschaft, 26 Prozent sind unentschieden und laut 32 Prozent der Befragten sollten sich Wissenschaftler nicht in die Politik einmischen.

Klassische Medien sind wichtigste Informationsquelle

Mehr als drei Viertel der Deutschen fühlen sich über Corona gut informiert. Die meisten Bürgerinnen und Bürger beziehen ihre Informationen über Neuigkeiten aus Wissenschaft und Forschung zu Corona über klassische Medien: Zwei Drittel der Bevölkerung informieren sich häufig oder sehr häufig über das Fernsehen, fast die Hälfte der Deutschen über Zeitungen und Magazine, 43 Prozent über das Radio. Knapp 40 Prozent der Befragten informieren sich häufig oder sehr häufig online in den sozialen Netzwerken über neue wissenschaftliche Entwicklungen zu Corona.

Repräsentative Bevölkerungsumfrage

Das Wissenschaftsbarometer ist eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage und erhebt regelmäßig die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gegenüber Wissenschaft und Forschung. Die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers Corona Spezial basieren auf 1.009 Telefoninterviews, die im April 2020 von Kantar im Auftrag von WiD geführt wurden. Die AiF gehört zu den Trägerorganisationen von WiD. (di)

Weitere Informationen finden Interessenten unter www.wissenschaftsbarometer.de.

Foto: © Wissenschaftsbarometer Corona Spezial