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Innovative Unternehmen kommen besser durch Krisenzeiten

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie werden Unternehmen voraussichtlich dazu zwingen, ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) zurückzufahren. Allerdings zeigen die Erfahrungen aus vergangenen Rezessionen, dass innovative Unternehmen in Krisenzeiten deutlich widerstandsfähiger sind und weniger Beschäftigung abbauen als Unternehmen ohne Innovationen. Zwar wird die derzeitige Corona-Krise zahlreichen Unternehmen kreative Lösungen für Produktneuheiten abverlangen. Im Unterschied zu früheren Krisenzeiten fehlen jetzt allerdings viele Kooperationsmöglichkeiten mit externen Partnern – und das in Kombination mit Homeoffice-Arbeit erschwert die Bedingungen auch für eigene FuE in Unternehmen, zeigt ein aktueller ZEW policy brief des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung zusammen mit dem AIT Austrian Institute of Technology.

Während die meisten Unternehmen in Deutschland ihre FuE-Ausgaben am Wirtschaftszyklus ausrichten und damit in der Rezession herunterfahren, haben etwa 34 Prozent aller deutschen Unternehmen ihre Innovationsaktivitäten in der Finanzkrise 2008/2009 antizyklisch erhöht. Die Folgen der damaligen Rezession wurden von innovativen Unternehmen in Europa wesentlich besser verkraftet, so mussten sie beispielsweise weniger Stellen streichen als Unternehmen, die nicht oder kaum innovieren.

Zahlreiche Prognosen gehen derzeit davon aus, dass die Pandemie des Corona-Virus auch für viele europäische Staaten eine schwerwiegende Rezession nach sich ziehen wird. Diese wirtschaftliche Rezession wird auch die Bereitschaft von Unternehmen, in FuE zu investieren, und ihre Möglichkeiten, neue Produkte und Dienstleistungen am Markt zu platzieren, einschränken. Die ökonomische Forschung zeigt jedoch, dass gerade FuE ein zentraler Treiber für Wirtschaftswachstum und damit auch für eine wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise ist. Dieser Treiber steht jetzt auf dem Spiel.

Liquiditätsengpässe für Innovationsprojekte überwinden

An Liquiditäts- und Finanzierungsproblemen in Folge von Krisen leiden vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Große Unternehmen dagegen verfügen meistens über mehr interne Finanzmittel und haben einen besseren Zugang zu den Kreditmärkten. Bei einer länger anhaltenden Krise sei davon auszugehen, dass die Unternehmen in Liquiditätsprobleme laufen, und das wirke sich auf die Möglichkeit der Unternehmen aus, in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Für die Politik bedeutet das aus Sicht der Autoren/-innen des ZEW policy brief, dass direkte und indirekte Finanzierungsinstrumente helfen können, Liquiditätsengpässe für Innovationsprojekte insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen zu überwinden und Zukunftserwartungen zu stabilisieren. Das grundsätzliche Problem für die Innovationstätigkeit in der derzeitigen Krise scheinen allerdings die Einschränkungen des Wirtschaftslebens zu sein. Wenn sich das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder normalisiert, könnte eine zusätzliche Finanzierung notwendig werden, um zu verhindern, dass Unternehmen dauerhaft ihre Innovationsaktivitäten einstellen. (di)

Hier geht´s zum ZEW policy brief.

Foto: © istock.com / serts