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KfW-Mittelstandspanel: Mittelstand im In- und Ausland auf Wachstumskurs

Das Wachstumshoch im Mittelstand hält unvermindert an. Als Arbeitgeber haben die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nochmals an Bedeutung gewonnen. Ein neuer Beschäftigungsrekord wird erreicht und der nächste ist in Sicht. Die Umsätze steigen so stark wie seit Jahren nicht. Der Optimismus der Unternehmen bleibt groß und lässt auf eine weiterhin hohe Wachstumsdynamik im Mittelstand hoffen. Dies zeigt das Ende Oktober  vorgestellte KfW-Mittelstandspanel 2018.

Mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 4,7 Prozent erzielten die mittelständischen Unternehmen den größten Anstieg seit sechs Jahren. Die aggregierten Inlandsumsätze liegen gegenwärtig bei etwa 4.150 Milliarden Euro und damit rund 190 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Die Eigenfinanzierungskraft der mittelständischen Unternehmen erreicht die nächste Rekordmarke: Die durchschnittliche Eigenkapitalquote lag im Jahr 2017 bei 31,2 Prozent (2016: 30,0 Prozent). Der Mittelstand zeigt sich auch für die kommenden Jahre optimistisch: Bis zum Jahr 2020 rechnen deutlich mehr KMU mit steigenden Umsätzen (34 Prozent) als mit sinkenden Umsätzen (16 Prozent).

Mittelstand Motor des Arbeitsmarktes

Ende 2017 waren 31,3 Millionen Personen in KMU erwerbstätig, ein Zuwachs von 418.000 bzw. 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Mittelstand bleibt auch in Zukunft Motor des Arbeitsmarkts: 15 Prozent der KMU wollen ihre Mitarbeiterzahl im laufenden Jahr erhöhen, rund 10 Prozent planen, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu reduzieren.

Ein wiedererstarktes Standbein des Mittelstands ist das Auslandsgeschäft: 21 Prozent der Unternehmen haben Umsätze im Ausland erzielt, das Volumen betrug 577 Milliarden Euro (+30 Milliarden Euro). Insgesamt lag der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz im Mittelstand bei 28,6 Prozent.

Die Investitionen im Mittelstand haben im Jahr 2017 erneut angezogen und erreichen ein Gesamtvolumen von 211 Milliarden Euro (+3,4 Prozent). Der Anstieg ist vor allem auf Investitionen in neue Anlagen und Bauten zurückzuführen, die mit einem Wert von 176 Milliarden Euro (+4 Prozent) den höchsten Wert seit 2004 erreicht haben. Allerdings verteilen sich die Investitionen auf weniger Unternehmen: Nur noch 38 Prozent der KMU haben Investitionen getätigt, (-4 Prozent), die durchschnittliche Investitionshöhe ist um 14 Prozent auf 150.000 Euro gestiegen.

Bei der Profitabilität hat der Mittelstand im Jahr 2017 erstmals einen leichten Rückgang zu verzeichnen: Die durchschnittliche Umsatzrendite ging um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 7,2 Prozent zurück. Sie liegt damit allerdings weiter auf einem guten Niveau, konnte sie doch über die vergangenen 12 Jahre hinweg um 1,8 Prozentpunkte zulegen.

Hier geht´s zum KfW-Mittelstandspanel 2018  (PDF, 914 KB)

Das KfW-Mittelstandspanel

Das KfW-Mittelstandspanel stellt den ersten und bisher einzigen repräsentativen Längsschnittdatensatz für alle mittelständischen Unternehmen in Deutschland dar. Die Daten hierfür werden im Rahmen einer schriftlichen Wiederholungsbefragung kleiner und mittlerer  Unternehmen (KMU) in Deutschland mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr erhoben. Gemäß dieser Definition gibt es 3,76 Millionen mittelständische Unternehmen in Deutschland.

Die Erstbefragung fand zwischen März und Juli 2003 statt und wird seither im jährlichen Rhythmus bei denselben mittelständischen Unternehmen wiederholt. Zusätzlich werden, um die Stichprobe der antwortenden Unternehmen annähernd konstant zu halten, alle zwei Jahre neue Unternehmen angeschrieben. Inzwischen liegen sechzehn Befragungswellen vor, wobei jeweils zwischen 9.000 und 15.000 Unternehmen teilgenommen haben.

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