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MdB Josef Rief zu Besuch bei Liebherr in Kirchdorf

Martin Nitsche, Werner Seifried, MdB Josef Rief und Georg Diesch bei Liebherr (v.l.)

Josef Rief, Mitglied des Deutschen Bundestags (MdB), und Martin Nitsche vom AiF-Mitglied Forschungskuratorium Maschinenbau (FKM) trafen sich im Februar 2017 zusammen mit den Geschäftsführern Werner Seifried und Georg Diesch bei der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH in Kirchdorf. Ziel des Besuchs war ein Austausch über die Erfolge der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), die im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen organisiert wird.

Seit der Gründung 1949 steht der Name Liebherr für eine Vielzahl technischer Innovationen aus dem eigenen Haus. Mehrere Gesellschaften des Unternehmens beteiligen sich zudem über verschiedene Forschungsvereinigungen an Projekten der IGF. „Die Gemeinschaftsforschung ist in mehrerlei Hinsicht wichtig. Zum einen profitieren die beteiligten Branchen und auch andere Industriebereiche von den Ergebnissen, da diese frei zugänglich veröffentlicht werden. Zum anderen stellen wir so die Nachwuchsförderung sicher, da mit den Projekten meist eine Promotion und zwei bis drei weitere Abschlussarbeiten zusammenhängen.“, betont Werner Seifried, Geschäftsführer der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH und Beiratsvorsitzender der Forschungsvereinigung Bau- und Baustoffmaschinen (FVB).

In dieser Vereinigung, die Mitglied im FKM ist, arbeiten aktuell 43 Unternehmen mit elf Hochschulen und Instituten zusammen. In regelmäßigen Mitgliederversammlungen werden neu anzugehende Forschungsprojekte diskutiert. Findet sich eine ausreichende Anzahl an Unternehmen, die an dem Vorhaben interessiert ist, wird ein Förderantrag an die AiF eingereicht. Dort bewerten unabhängige Gutachter die Forschungsanträge und bei hinreichender Bewilligungspunktzahl, kann das Projekt über die AiF aus IGF-Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert werden. Alle IGF-Vorhaben werden von Beginn an durch einen Projektbegleitenden Ausschuss der Industrie betreut. Dabei unterstützt Liebherr in allen Phasen mit dem Einsatz von Personal, der Bereitstellung von Materialien sowie Versuchskomponenten oder Testmaschinen. Ein Abschlussbericht wird bei Projektende veröffentlicht und ist für alle interessierten Unternehmen frei zugänglich. So erhalten auch kleine und mittlere  Unternehmen (KMU) leichteren Zugang zu neuen Entwicklungserkenntnissen und Technologien, die sie in die Praxis übertragen und für ihre Produkte nutzen können.

Ein interessantes aktuelles Beispiel für ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt der FVB ist die Möglichkeit der Nutzung von Keramik als Lagerwerkstoff in Baumaschinen. Forscher der Technischen Universität Dresden untersuchen derzeit, ob und wie Bauteile aus Keramik für industrielle Zwecke genutzt werden können. Die Keramikhersteller, häufig KMU, und auch viele mittelständisch geprägte Baumaschinenhersteller können solche Untersuchungen mit eigenen Mitteln oft nicht bewerkstelligen.

MdB Josef Rief hatte sich im vergangenen Jahr dafür eingesetzt, dass die Mittel für das IGF-Programm des BMWi aufgestockt werden. Mit Erfolg: Für 2017 wurden 30 Millionen Euro mehr, das heißt insgesamt 169 Millionen Euro für die IGF im Haushalt angesetzt. „Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“, sagt Martin Nitsche vom FKM. Er verwies mit Nachdruck darauf, dass eine Verstetigung der beschlossenen Mittel und zudem ein weiterer Mittelaufwuchs erforderlich seien, um eine angemessene Zukunftssicherung für Deutschland als Innovationsstandort zu betreiben.

Foto: © Liebherr