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Otto von Guericke-Preisträger für Deutschen Zukunftspreis nominiert

Haben Grund zur Freude: Die nominierten Professoren der TU Dresden Offermann, Curbach und Cherif (v.l.)

Die Kandidaten für den Deutschen Zukunftspreis 2016 stehen fest. Am 21. September hat die Jury im Deutschen Museum in München drei Forscherteams vorgestellt, die für den diesjährigen 20. Deutschen Zukunftspreis, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, nominiert sind. Neben Teams aus Bayern und Baden-Württemberg gehört auch ein dreiköpfiges Team der Technischen Universität (TU) Dresden zu den Ausgewählten.

Prof. Dr.-Ing. Manfred Curbach, Direktor des Institutes für Massivbau der TU Dresden, Prof. Dr.-Ing. Chokri Cherif, Direktor des Institutes für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden und Otto von Guericke-Preisträger 2015, sowie Prof. Dr.-Ing. Peter Offermann, Emeritus der TU Dresden und Vorgänger von Cherif, wurden aufgrund ihrer Forschungen zum neuen Werkstoff Textilbeton im Rahmen des Projektes „C3-Carbon Concrete Composite“ ausgewählt. Das Projekt ist eines von zehn im Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekten.

Carbonbeton - Werkstoff der Zukunft

Der Composite-Werkstoff Carbonbeton, ein spezieller Textilbeton, gilt als Werkstoff der Zukunft. Hier ersetzen Carbonfasern Stahlarmierungen im Beton, die Fachwelt spricht vom „Stahl des 21. Jahrhunderts“. Carbonbeton eignet sich für die Sanierung und Instandhaltung der gesamten Bausubstanz in Deutschland, auch im Bereich der Brückensanierung. Seine Vorteile gegenüber Stahlbeton liegen auf der Hand: Der neue Werkstoff ist rostfrei, langlebig und um ein Vielfaches leichter. Die benötigte Zementmenge kann um 70 Prozent und das Gesamtgewicht sogar um 80 Prozent reduziert werden. Zudem zeichnet sich der neuartige Werkstoff durch eine bis zu sechsmal höhere Zug- und Tragfähigkeit aus. Damit eröffnen sich neue Gestaltungsmöglichkeiten für schlanke, leichte und trotzdem sehr stabile Bauteile, die ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind. Denn der CO2-Footprint des neuen Baustoffs ist nur halb so groß wie der des bislang verwendeten Stahlbetons.

Textilbeton wurde seit Mitte der 1990er Jahre vornehmlich an den Universitäten in Dresden und Aachen entwickelt. Grundlagen für die Entwicklung von Textilbeton wurden unter anderem auch in verschiedenen Vorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) gelegt. Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit öffentlichen Mitteln gefördert.

„Wir sind sehr stolz, dass nach dem Gewinner des Zukunftspreises 2014 auch in diesem Jahr wieder ein Forscher nominiert wurde, der im Netzwerk der AiF seit vielen Jahren erfolgreich aktiv ist: Professor Chokri Cherif wurde im letzten Jahr für seine Forschungen im Rahmen der IGF mit dem Otto von Guericke-Preis der AiF ausgezeichnet.“, freut sich AiF-Präsidentin Yvonne Karmann-Proppert.

Bis zum 30. November müssen sich die Nominierten noch gedulden, dann vergibt Bundespräsident Joachim Gauck den mit 250.000 Euro dotierten bedeutenden Wissenschaftspreis an eines der nominierten Teams.

Foto: © Ansgar Pudenz/Deutscher Zukunftspreis