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Rohstoffeffizienz-Preis 2015 vergeben

Verleihung des Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises 2015 (v.l.n.r): Meiko Haertel (Maija Frästechnik GmbH), Steven Hartmann (IAS GmbH Industrie Automationssysteme), Uwe Beckmeyer (Parlamentarischer Staatssekretär im BMWi), Dr.-Ing. Frank Schladitz (C3-Carbon Concrete Composite e.V.), Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel (Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)

Um den Stellenwert der Rohstoff- und Materialeffizienz und deren Effekte in der Wirtschaft stärker zu verankern, führt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rohstoffagentur den Wettbewerb „Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis“ durch. Der Preis prämiert herausragende Beispiele für eine effiziente und intelligente Nutzung von Rohstoffen, die verdeutlichen, wie eine Steigerung der Rohstoff- und Materialeffizienz in der Praxis gelingen kann. Am 4. Dezember 2015 zeichnete der Parlamentarische Staatssekretär im BMWi Uwe Beckmeyer die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs im Rahmen der Fachkonferenz „Rohstoffe effizient nutzen – erfolgreich am Markt“ in Berlin aus. In der Kategorie „Unternehmen“ erhielten die Auszeichnung die Maija Frästechnik GmbH mit dem Thema „Fräsen statt Schleifen mit dem bekannten Handwinkelschleifer“ sowie die IAS GmbH Industrie Automationssysteme für die Entwicklung einer innovativen Hochleistungskühlung für handelsübliche Sensoren im Hochtemperaturbereich.

In der Kategorie „Forschungseinrichtungen“ wurde die Technische Universität (TU) Dresden geehrt. Als Konsortialführer des interdisziplinären Innovationsnetzwerks C³-Carbon Concrete Composite präsentierte sie sich mit dem Ziel, den neuen ressourcensparenden Baustoff Carbonbeton zu erforschen und in die Praxis einzuführen. Die TU Dresden ist als Forschungsstelle auch an drei Vorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)  beteiligt, die sich mit der Entwicklung von Basalt-Carbon-Hybridstrukturen für die nachträgliche Verstärkung von Stahlbetonbauteilen befassen.

Sechs Nominierte, drei Mal IGF

Insgesamt hatte die Jury in diesem Jahr vier Unternehmen und zwei Forschungseinrichtungen für den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis nominiert. Neben der TU Dresden sind auch die Loser Chemie GmbH und die QUASS GmbH in der vorwettbewerblichen IGF im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen aktiv.

Die Loser Chemie war angetreten mit einem neuen Verfahren, das es erstmals wirtschaftlich ermöglicht, Photovoltaik-Module und -Produktionsabfälle aus dem Dünnschichtbereich einer hochwertigen Verwertung zuzuführen. Das Unternehmen ist an acht IGF-Vorhaben beteiligt, unter anderem zur Entwicklung von Mikrosieben für die Rückgewinnung von strategisch relevanten Metallen.

Die Firma QUASS hatte sich mit einer innovativen Methode zur Qualitätssicherung bei Oberflächenveredelungsprozessen im Maschinenbau für den Rohstoffeffizienz-Preis beworben. Die Firma engagiert sich in zwei Projektbegleitenden Ausschüssen zu IGF-Vorhaben, in denen es unter anderem um die Entwicklung einer zerstörungsfreien In-Situ Überwachung zur Optimierung der Schichtmorphologie bei thermischen Spritzverfahren geht.

Nachdem schon im vergangenen Jahr in der Kategorie „Forschungseinrichtung“ das Deutsche Textilforschungszentrum Nord-West gGmbH aus Krefeld zusammen mit dem Institut für Energie- und Umwelttechnik für ein IGF-Vorhaben zur Filterung von Wertmetallen aus Abwässern ausgezeichnet wurde, zeigen auch die diesjährigen Beispiele aus dem Finale der Preisverleihung den hohen Stellenwert, den das Thema Rohstoff- und Materialeffizienz in der IGF und damit für den Mittelstand hat.

Foto: © BGR / Jan Zappner