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Maßgeschneiderte Implantate aus der Webmaschine – Finalist für den Otto von Guericke-Preis 2020

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. So können beispielsweise Aneurysmen, also ballonartige Aussackungen von Blutgefäßen, reißen und Schlaganfälle verursachen. Behandelt werden solche Aneurysmen mit so genannten Stentgrafts. Darunter versteht man künstliche Blutgefäße aus Kunststoff in Assoziation mit stabilisierenden Drahtgeflechten.  Deren Herstellung kostet viel Zeit und Geld: Sie erfolgt fast vollständig in Handarbeit; so auch das Einnähen von Abzweigungen und die Einpassung von Fenstern. Für einen einzelnen Stentgraf kommen da schnell 35.000 Euro an Herstellungskosten zusammen. Auch biologische Herzklappen vom Schwein oder Rind werden von Hand mit rund 1.200 Stichen auf eine Trägerstruktur aufgenäht. Dabei muss ein einzelner Stich häufig minutenlang unter der Lupe oder sogar unter dem Mikroskop vorgeplant werden. Ein Team der Technischen Universität (TU) Dresden hat jetzt eine in vieler Hinsicht bessere Alternative entwickelt: Die beiden Ingenieure Ronny Brünler und Philipp Schegner lassen passgenaue Implantate für Patienten von Webmaschinen herstellen. Dazu generieren sie aus Computertomographie-Daten ein 3D-Modell, das in mehreren Schritten weiterentwickelt und letztendlich als maschinenlesbarer Code in eine konventionelle Webmaschine übertragen wird.

Kontakt: Dipl.-Ing. Ronny Brünler, ITM an der TU Dresden, E-Mail: ronny.bruenler@tu-dresden.de,Telefon: +49 351 463-44041

Durchführende AiF-Forschungsvereinigung: Forschungskuratorium Textil e.V.  FKT (zum Mitglieder-Steckbrief)

Projektsteckbrief IGF-Vorhaben 19922 N

 

Bild: © Pitchayanan Kongkaew / istockphoto.com

 

 

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