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CORNET bietet wichtigen Mehrwert durch internationale Zusammenarbeit

Dr. Anna Große

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2021 stellt die AiF eine Wissenschaftlerin aus ihrem Netzwerk vor, stellvertretend für alle Wissenschaftlerinnen und Forscherinnen, die jeden Tag einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Innovationskraft des industriegetragenen AiF-Netzwerks und damit kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) maßgeblich zu steigern.

Dr. rer. nat. Anna Große ist seit 2014 am Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) in der Abteilung „Internationale Zusammenarbeit/Transfer“ tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Akquise und Bearbeitung von internationalen und nationalen Forschungsprojekten im Bereich technischer Textilien. Mit CORNET, der internationalen Variante der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), kennt sie sich sehr gut aus.

Frau Dr. Große, Sie haben bereits zahlreiche CORNET-Projekte mit auf den Weg gebracht und sind mit viel Engagement bei der Sache. Was lieben Sie besonders an Ihrer Arbeit?

„Die Initiierung und Bearbeitung von CORNET-Projekten ist eine sehr abwechslungsreiche Aufgabe für mich als Wissenschaftlerin am STFI. Ich beschäftige mich seit 2014 mit dieser Projektform, und es ist nach wie vor spannend und nicht bloß Routine. Jedes Projekt ist anders und eine neue Herausforderung mit individuellem Forschungsthema und neuen Projektpartnern. Man lernt stetig dazu, sowohl in der praktischen Durchführung als auch im wissenschaftlichen Arbeiten. Das finde ich großartig und gibt mir die Möglichkeit, mich ständig weiterzuentwickeln.“

Was schätzen Sie an CORNET und der Möglichkeit, auf Basis der IGF auch internationale Projekte umzusetzen?

„Die IGF ist ein themenoffenes Förderprogramm und gibt Antragstellern den Freiraum, ihre Projektidee weiterzuentwickeln und umzusetzen. Man muss den wissenschaftlichen Anspruch der grundlagenorientierten Projekte erfüllen, hat aber gleichzeitig einen engen Austausch mit Unternehmen des Projektbegleitenden Ausschusses. Das gibt uns die Chance, die Entwicklungsergebnisse der Projekte mit Vertretern der Industrie (insbesondere KMU) zu diskutieren und an ihre Bedürfnisse anzupassen. So hat die Forschung einen direkten praktischen Bezug, und es entstehen auch neue Ideen und fortführende Forschungsansätze.

Die durch CORNET mögliche Zusammenarbeit mit internationalen Forschungspartnern, Unternehmen und Verbänden ist dabei ein wichtiger Mehrwert für uns. Interdisziplinäre Zusammenarbeit länderübergreifend zu realisieren, ist ein besonderes Anliegen unseres Institutes. Durch CORNET konnten wir bereits langjährige Partnerschaften aufbauen, aber auch unser internationales Netzwerk stetig erweitern.“

Welches CORNET-Projekt hat Sie besonders begeistert?

„Jedes Projekt hat seinen eigenen Charme. Ich denke aber, dass Projekte wie ProGeo und ProGeo2 eine breite Interessensgruppe auch außerhalb der Forschungslandschaft ansprechen. Wir haben darin gemeinsam mit unserem polnischen Partner, der Technischen und Humanistischen Akademie (ATH) in Bielsko-Biała, seilartige und gitterförmige Geotextilien aus regional anfallenden Rohstoffen wie Schafwolle, Heu, Stroh und Textilabfällen entwickelt. Die Geotextilien können an steilen Böschungen installiert werden, um dort einen wirksamen Schutz gegen witterungsbedingte Bodenerosion zu gewährleisten.

Aktuell beschäftigen wir uns im laufenden CORNET-Vorhaben NanoHyb mit der Entwicklung von hybriden Textilstrukturen auf Basis von Nanofasern mit Barrierewirkung gegen Bakterien und Viren. Im Hinblick auf die aktuelle COVID-19-Pandemie hat dieses Thema natürlich eine ganz besondere Bedeutung gewonnen. Die sich aktuell stetig weiterentwickelnden Anforderungen an Barrierematerialien, die im Pandemieschutz zum Einsatz kommen, fließen in unsere laufenden Forschungsarbeiten mit ein.“

Das STFI ist ein aktiver Partner im AiF-Netzwerk und stärkt mit seinem Forschungs-Know-how Unternehmen der regionalen Textilindustrie. Neben klassischen Textiltechnologien zielen die FuE-Aktivitäten des Instituts auf innovative und unkonventionelle Lösungen für verschiedenste Anwendungsgebiete ab.

Eine Übersicht über die aktuellen CORNET-Vorhaben des STFI finden Interessenten auf der Website des STFI: https://www.stfi.de/forschung/internationale-zusammenarbeit/transfer/cornet.

Detaillierte Informationen zu CORNET sind unter www.cornet.online abrufbar. (be)

 

Foto: © Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI)