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FAQ zur Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) für Forschungseinrichtungen

Was ist Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)? Wie funktioniert sie?

Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) ist angewendungsnahe, vorwettbewerbliche Forschung unter besonderer Berücksichtigung mittelständischer Unternehmen, die dabei gemeinsam kooperieren. Die Themenauswahl ist offen und industriegeleitet. Die Projekte werden von Forschungseinrichtungen bearbeitet und von Unternehmen begleitet. Alle Ergebnisse werden veröffentlicht, da ganze Branchen profitieren sollen. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert IGF-Projekte mit öffentlichen Mitteln.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind die ordentlichen Mitglieder der AiF: 100 branchen- oder technologiefeldorientierte Forschungsvereinigungen.

Wie kann ich an der IGF mitwirken?

Forschungseinrichtungen können eigene Projektideen an eine thematisch passende Forschungsvereinigung der AiF herantragen. Dort werden die Vorschläge von deren Mitgliedsfirmen unter dem Gesichtspunkt der Anwendungs- und Branchenrelevanz diskutiert.

Wo kann ich eine Projektskizze einreichen?

Projektskizzen oder Ideen zu Forschungsvereinigungen können nur über die ordentlichen Mitglieder der AiF, 100 branchenorientierte Forschungsvereinigungen, eingereicht werden.

Welche Vorteile hat es für mich, an der IGF mitzuwirken?

Als Forschungseinrichtung bekomme ich Kontakt zu zahlreichen Firmen, die an meinen Forschungsideen Interesse haben könnten. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Projektbegleitenden Ausschüsse erfahre ich, wo es dort Handlungsbedarf für Forschung und Entwicklung gibt. Für Wissenschaftler ist die Bearbeitung eines IGF-Vorhabens eine gute Möglichkeit, Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen zu sammeln und persönliche Netzwerke zu bilden.

Wer entscheidet, welches Projekt gefördert wird?

In sieben Gutachtergruppen der AiF evaluieren erfahrene Gutachter aus Wissenschaft und Industrie alle Anträge in einem transparenten Prozess. Hauptkriterien sind dabei sowohl der Innovationsgrad als auch der wirtschaftliche Nutzen für mittelständische Unternehmen. Im Abgleich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln werden Vorhaben ab einer bestimmten Punktegrenze zur Förderung empfohlen. Über die endgültige Förderung entscheidet das Bundeswirtschaftsministerium.

Welche Fördervoraussetzungen gibt es?

Hauptkriterien für eine Förderung im Rahmen der IGF sind der vorwettbewerbliche und praxisnahe Charakter des Forschungsthemas sowie die Zielgruppenorientierung auf den Mittelstand.

Wie lang laufen IGF-Projekte im Durchschnitt?

In der Regel laufen IGF-Projekte 24 bis zu 36 Monate.

Welches Fördervolumen haben IGF-Projekte im Normalfall?

Die maximale Fördersumme beträgt 250.000 Euro je beteiligter Forschungseinrichtung, darin sind auch das Versuchsmaterial und sonstiges Verbrauchsmaterial enthalten. Geräteinvestitionen über 50.000 Euro können unter Umständen nur nach gesonderter schlüssiger Begründung für spätere Anschlussverwendung bewilligt werden. Die Fördermittel gehen ausschließlich an die beteiligten Forschungseinrichtungen, Unternehmen erhalten keine Fördergelder.

Wie viele Forschungseinrichtungen dürfen sich ein einem IGF-Vorhaben beteiligen?

Im Regelfall können sich maximal drei Forschungseinrichtungen an einem IGF-Vorhaben beteiligen.

Woher kommen die Fördermittel für die IGF?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert IGF-Projekte seit 1954 mit öffentlichen Mitteln.

Was bedeutet vorwettbewerblich?

In der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) finden sich Wettbewerber zusammen, um gemeinsamen Forschungsbedarf zu definieren und zu decken. Diese Forschungskooperation findet außerhalb des Wettbewerbs statt, weil ganze Branchen davon profitieren. Arbeiten in einem IGF-Projekt enden daher beim so genannten Demonstrator, der zum Beispiel nicht verkauft werden kann, sondern nur die prinzipielle Funktion zeigt. Die Adaption und wettbewerbliche Umsetzung der Forschungsergebnisse in Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen findet im Anschluss an die IGF-Projekte in den Unternehmen statt.

Was ist ein Projektbegleitender Ausschuss?

Ein Projektbegleitender Ausschuss (PA) ist obligatorischer Bestandteil der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und wird aus interessierten Firmen gebildet, die ein IGF-Vorhaben von der Antragstellung über die Projektbearbeitung bis zum Abschlussbericht begleiten. Oft werden PAs aus Unternehmen entlang der Prozesskette des zu untersuchenden Themas zusammengesetzt ­– mittelständische Unternehmen müssen dabei in der Mehrheit sein.

Was ist eine Forschungsvereinigung?

Die Forschungsvereinigungen der AiF sind branchen- oder technologiefeldorientierte Dienstleister rund um die Themen Forschung und Entwicklung. Sie versammeln Unternehmen und Wirtschaftsverbände, die nach Lösungen in ihren jeweiligen Fachgebieten suchen. Im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) fungieren sie als Kommunikations- und Transferplattformen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und bündeln den vorwettbewerblichen Forschungsbedarf mittelständischer Unternehmen. Sie können Anträge auf öffentliche Förderung von IGF-Vorhaben bei der AiF stellen.

Was ist der Unterschied zwischen Forschungsvereinigungen und Forschungseinrichtungen?

Forschungseinrichtungen sind Institute, die Forschungsprojekte, auch IGF-Vorhaben, durchführen. Die Forschungsvereinigungen der AiF sind branchen- oder technologiefeldorientierte Dienstleister rund um die Themen Forschung und Entwicklung. Im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) fungieren sie als Kommunikations- und Transferplattformen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft (siehe eine Frage zuvor).