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Gemeinsam gegen Corona

Das Innovationsnetzwerk der AiF mit seinen 101 Forschungsvereinigungen, rund 1.200 eingebundenen Forschungseinrichtungen und 50.000 zumeist mittelständischen  Unternehmen verfügt über vielfältige Kompetenzen. Es ist daher in der Lage, an unterschiedlichsten Stellen bei der Lösung der derzeit akuten Probleme zu helfen: Von der Herstellung von Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung über Logistik bis zum Virentest sind AiF-Forschungsvereinigungen und deren Partner in die Krisenbewältigung involviert.

Antikörper aus der Kuh

Im Rahmen mehrerer erfolgreicher IGF-Projekte des AiF-Mitglieds Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) wurde ein anwendungsreifes Verfahren entwickelt, mit dem spezifische Antikörper aus Milch immunisierter Kühe erzeugt und gewonnen werden, die u.a. bei Antibiotika-Resistenzen eingesetzt werden können. Dieses Verfahren könnte auch als Basis genutzt werden, um Präparate zu entwickeln, mit denen möglicherweise der aktuellen Corona-Krise entgegengewirkt werden kann. Ein Proof of Concept ist derzeit in Vorbereitung.
 

FAM bündelt Kompetenzen

Forschungsvereinigungen der AiF haben sich bereits vor der Corona-Krise zur Forschungsallianz Medizintechnik (FAM) zusammengeschlossen, um ihre Kompetenzen in den Bereichen Biotechnologie, Hygiene, Lasermedizin, Kunststoffverarbeitung, Textil, Maschinenbau, Mikrosysteme und Qualität hinsichtlich Gesundheit und Pflege zu bündeln. IGF-Projekte der FAM-Mitglieder wie zur Diagnostik und Bekämpfung von Krankheitserregern tragen heute zur Corona-Forschung bei und verdeutlichen den wichtigen Beitrag der FAM zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen im Gesundheitsbereich.

Neuer Corona-Schnelltest

Das AiF-Mitglied Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. forscht und entwickelt im Bereich Mikrosystemtechnik. Gemeinsam mit der Spindiag GmbH aus Freiburg erhält das AiF-Mitglied jetzt sechs Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg, um einen Corona-Schnelltest auf ihrer Diagnostik-Plattform zu etablieren. Das System soll spätestens im Sommer 2020 auf den Markt kommen und als so genanntes Vor-Ort-Testsystem überall dort eingesetzt werden, wo ein Testergebnis binnen kürzester Zeit nötig ist.
 

Künstliche Haut zum Testen

Ein innovatives Testsystem aus künstlicher Haut macht es künftig möglich, Händedesinfektionsmittel ohne Probanden auf ihre Wirksamkeit zu prüfen und die Virenabgabe von verschiedenen Oberflächen an die Haut nachzuvollziehen, um Infektionsketten wie bei Corona besser durchbrechen zu können. Daran arbeitet das AiF-Mitglied Forschungskuratorium Textil e.V. (FKT). Einen Überblick über die Aktivitäten, beispielsweise auch die Entwicklung antibakterieller und antiviraler Textilien, stellt das FKT unter der Überschrift „Textil kann viel“ vor.

Desinfektionsmittel statt Obstbrand

Das Getränketechnologische Zentrum der Hochschule Geisenheim, eine im AiF-Netzwerk aktive Forschungseinrichtung, läuft derzeit auf Hochtouren. Doch nicht – wie üblich – für studentische Übungszwecke, um beispielsweise Gin zu brennen. In Abstimmung mit der zuständigen Bundesstelle für Chemikalien haben die Getränketechnologen aus den vorrätigen Alkoholbeständen insgesamt 700 Liter Handdesinfektionsmittel hergestellt. Das Mittel wird nahegelegenen Krankenhäusern sowie Pflegediensten und -heimen unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Webcast on-Demand

Die Textilbranche hat in der Corona-Krise kurzfristig kreative Lösungen entwickelt, um dem massiven Mangel an Schutzprodukten wie medizinischen Gesichtsmasken mit eigener Entwicklung und Herstellung sowie unkonventionellen Lieferketten entgegenzuwirken. Hohenstein, eine im AiF-Netzwerk aktive Forschungseinrichtung, bietet dazu aktuell einen Webcast on-Demand an, der es Herstellern ermöglicht, sich über die Anforderungen an die jeweiligen Schutzprodukte informieren zu können – denn sicher ist sicher.

Ausbau und Umstellung der Produktion

Eine Vielzahl forschungsaktiver Unternehmen im AiF-Netzwerk, die Schutzausrüstungen wie Masken, Partikelfilter, Schutzbrillen oder -anzüge herstellen, haben ihre Produktionskapazitäten in der Krise deutlich ausgeweitet. Hersteller von Chemikalien, Lacken oder Alkoholika haben auf die Produktion von Desinfektionsmitteln umgestellt. Versuchsanlagen wurden temporär umfunktioniert, um im Kampf gegen das Virus notwendige Produkte oder Komponenten herzustellen.

Hilfe bei der Digitalisierung

Unter der Überschrift „FIR hilft“ bietet das AiF-Mitglied FIR e.V. an der RWTH Aachen einen kostenlosen Service für Unternehmen an: Die Digitalisierungsexperten analysieren die individuelle, aktuelle Situation von Unternehmen mithilfe eines Remote-Assessments und schlagen daraufhin konkrete digitale Verbesserungsmaßnahmen vor. Für Unternehmen, die wenig oder keine Erfahrung mit Homeoffice-Plätzen haben, denen Software- oder Hardwarelösungen fehlen, kann dieses Angebot Rettung in der Not sein.

Aus Forschung wird Produktion

Vereinzelt stellen Forschungseinrichtungen im AiF-Netzwerk ihren Forschungsbetrieb derzeit auf einen Produktionsbetrieb um: So werden da, wo normalerweise Forschung und Entwicklung betrieben werden, nun im Drei-Schichten-Betrieb die notwendigen Komponenten für dringend benötigte Schutzvisiere für den Klinikbetrieb hergestellt. Dabei hilft auch der wissenschaftliche Nachwuchs: Studierende beteiligen sich rund um die Uhr an allen Arbeiten im Schichtbetrieb.
 

FuE-Förderprogramme laufen weiter

Forschung und Entwicklung spielen eine existentielle Rolle bei der Bekämpfung der aktuellen Krise. Da ist es gut zu wissen, dass die Förderprogramme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) – darunter die vorwettbewerbliche Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) – trotz Corona-Virus-Epidemie weiterlaufen. Die AiF steht dabei an der Seite des BMWi und ist als Ansprechpartner zu den Programmen unter den bekannten Kontaktdaten für Sie da!