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AiF-Podiumsdiskussion: „Innovationsmotor Mittelstand – Wie kann Politik tunen helfen?“

Die Diskussionsteilnehmer (v.l.): MdB Röspel, Robert Heggemann, AiF-Präsidentin Karmann-Proppert, AiF-Hauptgeschäftsführer Kathöfer, Ulrich Seuthe und MdB Riesenhuber

MdB Dr. Thomas Gambke

MdB Dr. Thomas Gambke

MdB Klaus Barthel

MdB Klaus Barthel

Projektförderung, Steuerliche Forschungsförderung und Co. standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit rund 130 Gästen im Anschluss an die 63. Ordentliche Mitgliederversammlung der AiF. Unter der Überschrift „Innovationsmotor Mittelstand – Wie kann Politik tunen helfen?“ sprachen AiF-Präsidentin Yvonne Karmann-Proppert und AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer mit den beiden Mitgliedern des Deutschen Bundestags (MdB) Professor Heinz Riesenhuber, Alterspräsident des Deutschen Bundestags und Bundesforschungsminister a. D., und René Röspel sowie zwei Unternehmern, Robert Heggemann und Ulrich Seuthe.

Heggemann, Vorstandsvorsitzender der HEGGEMANN AG in Büren, führt das Unternehmen mit aktuell rund 200 Mitarbeitern in 6. Generation und hat es zu einem Hidden Champion mit internationaler Anerkennung entwickelt. Als Entwicklungspartner für komplexe maßgeschneiderte Leichtbau-Lösungen arbeitet die HEGGEMANN AG für internationale Topkunden der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Automobilindustrie. Ulrich Seuthe ist Geschäftsführer der Qass GmbH mit Sitz in Wetter an der Ruhr. Das 2001 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert als Partner der Automobilindustrie mit rund 30 Mitarbeitern Sensoren und Messgeräte und analysiert und optimiert für seine Kunden Produktionsprozesse.

Die beiden Unternehmer erläuterten, welchen Herausforderungen sie angesichts fortschreitender Globalisierung, Industrie 4.0 und demografischem Wandel gegenüberstehen, welche Bedeutung in diesem Rahmen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) für die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen haben und welche Maßnahmen und Rahmenbedingungen die Innovationskraft ihrer Unternehmen stärken können. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem folgende Fragen: Ist eine ergänzende Steuerliche Forschungsförderung sinnvoll und regt sie insbesondere mittelständische Unternehmen zur Erhöhung ihrer Innovationsausgaben an? Wie muss eine Steuerliche Forschungsförderung ausgestaltet werden, damit gerade kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene FuE-Abteilung in den Genuss der Steuerlichen Forschungsförderung kommen? Wie soll Rechtssicherheit geschaffen werden, dass Unternehmen nicht im Nachgang zu einer Betriebsprüfung Rückzahlungsforderungen befürchten müssen? Und last but not least: Wie kann eine Steuerliche Forschungsförderung finanziert werden, ohne Abstriche bei der sehr passgenauen und erfolgreichen FuE-Projektförderung beispielsweise durch die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)?

Alle Diskutanten betonten, dass eine Steuerliche Forschungsförderung keinesfalls zu Lasten der Projektförderung gehen dürfe, sondern dass diese ganz im Gegenteil weiter gestärkt werden müsse. Denn gerade IGF und ZIM leisteten einen essentiellen Beitrag zur Netzwerkbildung, die für den Erfolg von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) mittelständischer Unternehmen von zentraler Bedeutung sei. Die Steuerliche Forschungsförderung solle im FuE-Bereich wie in vielen anderen Ländern als zusätzliche Säule neben die Institutionelle Förderung und die Projektförderung gestellt werden, um insbesondere kleinen Unternehmen einen sehr niederschwelligen Zugang zur Finanzierung von FuE-Aktivitäten zu ermöglichen. Dabei sei jedoch ein besonderes Augenmerk darauf zu richten, wie belastbar und rechtssicher definiert werden kann, welche Aktivitäten im Unternehmen im Rahmen der Steuerlichen Forschungsförderung anerkannt werden und wie sie dafür zu dokumentieren sind.

Bei einem gemeinsamen Abendessen aller Teilnehmer zum Abschluss des Abends konnte die lebhafte Diskussion in kleinen Runden weitergeführt werden.

In einer Bildergalerie finden Sie Impressionen der Veranstaltung.