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FORSCHER Mittelstand im Scheinwerferlicht

Staatssekretärin Gleicke (l.) und AiF-Präsidentin Karmann-Proppert mit Moderator Hofmann

Bundesforschungsministerin a.D. Edelgard Bulmahn, AiF-Senator Ingo Kufferath-Kassner, die AiF-Präsidentin und AiF-Vizepräsident Dr. Eduard Neufeld (v.l.)

Bundesforschungsministerin a.D. Edelgard Bulmahn, AiF-Senator Ingo Kufferath-Kassner, die AiF-Präsidentin und AiF-Vizepräsident Dr. Eduard Neufeld (v.l.)

MdB Astrid Grotelüschen, MdB Klaus Barthel und AiF-Hauptgeschäftsführer Kathöfer (v.l.)

MdB Astrid Grotelüschen, MdB Klaus Barthel und AiF-Hauptgeschäftsführer Kathöfer (v.l.)

Stefan Schnorr (r.) und Dr. Ole Janssen, beide BMWi, mit AiF-Präsidentin Karmann Proppert

Stefan Schnorr (r.) und Dr. Ole Janssen, beide BMWi, mit AiF-Präsidentin Karmann Proppert

Die Träger des Otto von Guericke-Preises 2015 mit Staatssekretärin Gleicke, der AiF-Präsidentin und dem WR-Vorsitzenden Professor Schieberle (l.)

Die Träger des Otto von Guericke-Preises 2015 mit Staatssekretärin Gleicke, der AiF-Präsidentin und dem WR-Vorsitzenden Professor Schieberle (l.)

Unter der Überschrift „FORSCHER Mittelstand – Engagierte Netzwerkpartner, preiswürdige Erfolgsgeschichten und verblüffende Geistesblitze“ folgten am 4. November 2015 rund 150 Gäste der Einladung der AiF ins Berliner Humboldt Carré. Sie erhielten Einblicke in aktuelle Entwicklungen in der AiF und den von ihr betreuten Förderprogrammen, aber auch in das Engagement von Industrievertretern in der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) sowie die wissenschaftliche Exzellenz aktueller IGF-Projekte.

Yvonne Karmann-Proppert, Präsidentin der AiF und Geschäftsführende Gesellschafterin der Pharma-Labor Yvonne Proppert GmbH, begrüßte die Gäste – darunter 8 Mitglieder des Deutschen Bundestages (MdB) und zahlreiche Persönlichkeiten aus Ministerien, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie stellte den neuen Hauptgeschäftsführer der AiF, Dr. Thomas Kathöfer, vor, der die AiF seit 1. Oktober 2015 gemeinsam mit ihrer Präsidentin nach außen vertritt. Die strategische Positionierung der AiF und der IGF stellt er unter das Motto „Kooperation intensivieren - Transfer stärken“, um entsprechende Potenziale der AiF im Wettbewerb der Politikfelder zum Vorteil des Wirtschaftsstandortes Deutschland noch stärker zu nutzen.

Einzigartige Partnerschaft

Moderiert von Mark Hofmann sprachen Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, und AiF-Präsidentin Karmann-Proppert über die Technologiefördermaßnahmen des BMWi. Als Träger der IGF und Projektträger für die stärkste Fördersäule des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM), ZIM-Kooperationsprojekte, sind die AiF und ihre Töchter dabei wichtige Partner des Ministeriums.

Staatssekretärin Gleicke unterstrich in diesem Rahmen die große Bedeutung der Vernetzung für den innovativen Mittelstand. „Netzwerke sind bekanntlich eine gute Methode, Wissen zum gegenseitigen Nutzen zu teilen. Das gilt für Innovationscluster bis zu den Projektbegleitenden Ausschüssen der IGF. Dieser Effekt wirkt oft lange nach und hilft vor allem KMU am Ball zu bleiben.“, erklärte sie. Deutschland verbessere damit seine Wettbewerbsfähigkeit. Das Netzwerkmanagement spiele dabei eine wesentliche Rolle.

AiF-Präsidentin Karmann-Proppert bedankte sich bei den Mitgliedern des Deutschen Bundestages, die sich für die Fortführung des IGF-Haushaltsansatzes für 2016 auf Vorjahresniveau eingesetzt haben. „Die Vermeidung einer Kürzung ist allerdings noch kein hinreichendes Signal Richtung Zukunft.“, fügte sie an. „Der aktuelle Bedarf liegt deutlich höher. Eine große Zahl von IGF-Anträgen steht in den Startlöchern. Aufgrund der begrenzten IGF-Mittel können aber auch viele hervorragend bewertete Anträge nicht bewilligt werden. Dadurch wird die Innovationskraft des Mittelstandes beeinträchtigt und wichtige Wettbewerbschancen werden vertan. Hier muss eine Kurskorrektur stattfinden, um die besonderen Potenziale der IGF in den Bereichen Kooperation, Transfer, Nachwuchsförderung, Internationalisierung und Gründungsunterstützung für den Wirtschaftsstandort Deutschland und den `German Mittelstand´ zu heben.“

Mittelständische Unternehmer geben Auskunft

In einem Gespräch mit Dr. Günter Seidl, SSF Ingenieure AG, Ralf Luther, Stahlbau Magdeburg GmbH, und Dr. Stefan Franz, DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, beleuchtete Moderator Hofmann das Engagement von Unternehmensvertretern in der IGF. Am Beispiel des IGF-Vorhabens, das im vergangenen Jahr den Otto von Guericke-Preis der AiF erhalten hatte, erläuterten sie ihre Motivation für die ehrenamtliche Mitarbeit in der vorwettbewerblichen IGF und den Nutzen, den sie daraus ziehen.

In dem ausgezeichneten Projekt haben Wissenschaftler ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, die Feuerverzinkung im Brückenbau anzuwenden. Das garantiert einen langlebigen und wartungsfreien Korrosionsschutz von 100 Jahren. Bisherige Beschichtungen aus Farben und Lacken müssen bereits nach rund 25 bis 30 Jahren mit hohem finanziellem Aufwand erneuert werden. Daher verwundert es nicht, dass der Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis bereits erfolgt ist. Das neue Verfahren wird aktuell im Zuge der Erweiterung der A44 Kassel-Erfurt eingesetzt. Stefan Franz informierte als Vertreter des Bauträgers über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Ralf Luther und Günter Seidl engagieren sich als Vertreter mittelständischer Unternehmen auf verschiedenen Ebenen des IGF-Systems. Beide arbeiten in Projektbegleitenden Ausschüssen der IGF mit und schätzen gleichermaßen die einzigartigen Netzwerkbildungseffekte dieser Mitarbeit wie die direkten Steuerungsmöglichkeiten, die den Praxisbezug der Forschungsarbeiten sicherstellen. Seidl ist zusätzlich ehrenamtlicher Gutachter der AiF für IGF-Projekte und Luther Präsident des Deutschen Stahlbau-Verbandes. Die unterschiedlichen Funktionen bieten vielfältige Chancen, Zugang zum aktuellen Stand der Technik zu erhalten und den existierenden Forschungsbedarf aus Sicht der Unternehmen zu adressieren.

IGF-Projekt des Jahres 2015

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung des IGF-Projekts 2015. Drei Finalisten waren dafür vom Wissenschaftlichen Rat (WR) der AiF ausgewählt worden. Sie hatten die Jury mit einem besonders hohen Erkenntnisgewinn, aber auch mit der großen wirtschaftlichen Bedeutung der Ergebnisse für mittelständische Unternehmen überzeugt. Die Finalisten und ihre IGF-Projekte wurden in Kurzfilmen und anschließenden Interviews vorgestellt. Die Gewinner erhielten den erstmals mit 10.000 Euro – bislang waren es 5.000 Euro – dotierten Otto von Guericke-Preis. Die AiF vergibt den Preis bereits zum 19. Mal in Würdigung herausragender Leistungen in der IGF. Professor Peter Schieberle, Vorsitzender des WR, gab die diesjährigen Preisträger bekannt: Professor Dr.-Ing. Chokri Cherif und seine Mitarbeiter Dipl.-Ing. Eric Häntzsche und Dipl.-Ing. Tristan Ruder vom Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der Technischen Universität Dresden.

Die Wissenschaftler haben eine Technologie entwickelt, die mittels textilbasierter Sensoren eine kontinuierliche Überwachung großer oder schwer zugänglicher Bauteile aus Verbundwerkstoffen, wie beispielsweise Rotorblätter, ermöglicht. Damit werden aufwendige und kostenintensive Prüfverfahren überflüssig. Die Forschungsergebnisse sind im Hinblick auf die ressourceneffiziente Nutzung erneuerbarer Energien im Rahmen der Energiewende besonders interessant. Rund 300 kleine und mittlere Unternehmen der Textil-, Bekleidungs- und Verbundfaserindustrie können die Projektergebnisse direkt nutzen und Alleinstellungsmerkmale für internationale Märkte erarbeiten.

Weitere Informationen finden Sie in einer ausführlichen Presseinformation und einem dreiminütigen Film zum Projekt, der, ebenso wie die Filme zu den beiden weiteren Finalisten, in unserer Mediathek verfügbar ist.

Zum Abschluss des Bühnenprogramms betrieb Moderator und Mentalist Hofmann aktuelle „Stirnforschung“ mit verblüffenden Ergebnissen. Ein Flying Dinner mit musikalischer Unterhaltung bot im Anschluss Raum für den individuellen Austausch.

Impressionen der Veranstaltung finden Sie in einer Bildergalerie.