22. Innovationstag Mittelstand in Berlin

BMWi-Staatssekretär Machnig (r.) und AiF-Vizepräsident Neufeld (l.) informieren sich über ein neuartiges E-Bike in Holzbauweise.

12.06.2015 |

Mit mehr als 300 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland öffnete der 22. Innovationstag Mittelstand am 11. Juni 2015 seine Pforten. Im Zentrum des Interesses standen neuartige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen unterschiedlichster Technologiebereiche und Branchen, deren Entwicklung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanziell unterstützt wurde. Das Spektrum der vorgestellten Neuheiten reichte von einem Formel-3-Rennwagen mit Elektroantrieb über ein neuartiges Hüftimplantat mit Beinlängeneinstellung bis zu innovativen Robotern zur Inneninspektion von Rotorblättern.

Bei strahlendem Sonnenschein bot das Freigelände der AiF Projekt GmbH, einer einhundert-prozentigen Tochter des AiF e.V., in Berlin-Pankow wieder einen optimalen Rahmen, um sowohl den Ideenreichtum von KMU als auch den Nutzen der mittelstandsorientierten Innovationsförderung des Bundes zu präsentieren. Die Teilnehmer konnten in ungezwungener Atmosphäre Kontakte zu Unternehmen und Forschungseinrichtungen knüpfen, sich aus erster Hand über die aktuellen Möglichkeiten der Technologieförderung informieren und mit Vertretern von Politik und Regierung ins Gespräch kommen.

Bedarfsgerechte Förderangebote

Die Innovationsfähigkeit des Mittelstands ist eine grundlegende Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, für dauerhaft stabiles Wachstum und gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland. Mit transparenten und bedarfsgerechten Förderangeboten unterstützt das BMWi kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, ihre Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu finanzieren und Kooperationen mit Forschungseinrichtungen oder Wirtschaftspartnern einzugehen. Mit der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), die im Netzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen organisiert wird, und dem marktnäheren Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), dessen Fördersäule „Kooperationsprojekte“ die AiF Projekt GmbH betreut, ist die AiF dabei ein verlässlicher Partner des Bundeswirtschaftsministeriums.

Matthias Machnig, Staatssekretär im BMWi, sagte zur Eröffnung des Innovationstags: „Die Innovationskraft des Mittelstands stärken, heißt Zukunft sichern.“ Er erklärte, der „German Mittelstand“ sei eine Erfolgsgeschichte, die es sowohl weiterzuschreiben als auch weiterzuentwickeln gelte. Damit der Mittelstand auf Erfolgskurs bleibe, habe sein Haus die Mittelausstattung für das ZIM ausgeweitet und den Zuschnitt verbessert. „Wir haben die Struktur vereinfacht, das Innovationspotenzial erhöht und gezielte Anreize zur stärkeren Internationalisierung der Unternehmen gesetzt.“

Staatssekretär Machnig lobte die gute Zusammenarbeit zwischen der AiF und seinem Hause und unterstrich dabei auch die Bedeutung des Innovationsnetzwerks der AiF, das die vorwettbewerbliche Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen der IGF ermögliche.

AiF wichtiger Partner des Bundeswirtschaftsministeriums

Dr. Eduard Neufeld, Vizepräsident der AiF und Geschäftsführer der Fogra Forschungsgesellschaft Druck, begrüßte in Vertretung von AiF-Präsidentin Yvonne Karmann-Proppert die Gäste auf dem Gelände der AiF Projekt GmbH. Er unterstrich die große Bedeutung der mittelstandsorientierten Technologieförderung, die unter anderem in wachsenden Antragszahlen sichtbar werde. „Die IGF erlebt seit 2013 nie da gewesene Antragsrekorde: ein Plus von 20 Prozent der Anträge von 2013 auf 2014 und ein Plus von 48 Prozent der Anträge im 1. Quartal 2015 – das sind weit mehr förderwürdige IGF-Anträge, als wir mit den zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen können. Der Bedarf der kleinen und mittleren Unternehmen an Forschung ist also da und der Erfolg der IGF beruht gerade darauf, dass sie den Unternehmen ermöglicht, wichtige Zukunftsthemen gemeinsam zu beforschen – auch die Themen der neuen Hightech-Strategie. Das belegen zum Beispiel 23 Prozent der IGF-Vorhaben zur Digitalisierung, 15 Prozent zum Thema `Industrie 4.0´ und 13 Prozent zur Energiewende.“

ZIM geht in die nächste Runde

Mit Blick auf das ZIM sagte der AiF-Vizepräsident: „Wir freuen uns ganz besonders darüber, dass das Bundeswirtschaftsministerium der AiF Projekt GmbH kürzlich erneut das Vertrauen zur Weiterführung der Projektträgerschaft für die ZIM-Programmsäule Kooperationsprojekte ausgesprochen hat. Wir werden uns auch in Zukunft dafür mit dem größtmöglichen Engagement einsetzen.“ Insgesamt wurden seit dem Start des ZIM allein in der Programmsäule Kooperationsprojekte mehr als 24.000 Anträge mit einer Zuwendungssumme von über 3 Milliarden Euro bewilligt. Die Wirkungen sind vielfältig. Eine vom RKW durchgeführte Studie zeigt beispielsweise, dass über 70 Prozent der Projektergebnisse innerhalb von vier Jahren in den Markt eingeführt wurden. Etwa 60 Prozent der Unternehmen verzeichnen einen Beschäftigtenzuwachs und mehr als 65 Prozent eine Umsatzsteigerung in Folge der Projektdurchführung. „Das sind Fördererfolge, die sich sehen lassen können.“, stellte Neufeld fest.

Treffpunkt für den innovativen Mittelstand

In 22 Jahren hat sich der Innovationstag zum attraktiven Treffpunkt für den Mittelstand entwickelt. Die Veranstaltung „im Grünen“, die 1994 mit 20 Ausstellern begann, hatte in diesem Jahr über 1.700 Besucher, darunter 25 Mitglieder des Deutschen Bundestages (MdB) und zahlreiche Vertreter aus Bundes- und Landesministerien. Ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, geführten Rundgängen, einer Jobbörse und einem „Partnering Event“ der internationalen Netzwerke IraSME und CORNET rundeten das Programm ab.

Weitere Informationen wie ein komplettes Ausstellerverzeichnis oder Rückblicke auf zurückliegende Innovationstage finden Interessenten auf der ZIM-Website.

Einige Eindrücke des „Technik-Openairs“ finden Sie in einer Bildergalerie.

zurück