Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2018 verliehen

12.02.2019 |

Oliver Wittke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, zeichnete Ende Januar 2019 die Preisträger des Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises 2018 in Berlin aus.

Preisträger sind die Unternehmen Beermann Umwelttechnik GmbH aus Hörstel, Material24 GmbH aus München und watttron GmbH aus Freital. In der Kategorie der Forschungseinrichtungen wurde die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gemeinsam mit der Callparts Recycling GmbH und der ID Impuls GmbH ausgezeichnet.

Parlamentarischer Staatssekretär Wittke: „Unsere Industrie ist auf eine sichere Versorgung mit Rohstoffen angewiesen. Ein intelligenter und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen trägt entscheidend zu einer modernen Kreislaufwirtschaft und damit zur Rohstoffsicherung bei. Die Preisträger stehen beispielhaft für innovative Leistungen auf diesem Gebiet.“

Das Bundeswirtschaftsministerium zeichnet seit 2011 herausragende Beispiele rohstoff- und materialeffizienter Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen sowie anwendungsorientierter Forschungsergebnisse mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis aus. Die diesjährigen Nominierungen zeigen eine große Bandbreite an branchenübergreifenden Technologien und Verfahren zum ressourcenschonenden Wirtschaften auf: beispielsweise zur Herstellung von carbonfaserverstärkten Kunststoffen, zum Recycling von Bohrschlämmen, Batterien und Photovoltaikanlagen sowie Online-Tools für die Bauwirtschaft und Automobilreparatur. Insgesamt wurden vier Preisträger in den beiden Kategorien „Unternehmen“ und „Forschungseinrichtungen“ von einer 14-köpfigen Jury von Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ausgewählt.

Weitere Informationen finden Interessenten unter www.deutscher-rohstoffeffizienz-preis.de.

Informationen zu den Preisträgern

Die Beermann Umwelttechnik GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Hörstel wurde für die Entwicklung eines Verfahrens zur stofflichen Wiederverwertung von Bohrschlamm auf Basis von Tonmineralien aus Horizontalbohrungen ausgezeichnet. Solche Schlämme werden  bisher entsorgt. Mit dem neuartigen Verfahren können diese nun mithilfe von umweltfreundlichen Flockmitteln, Sieben und Zentrifugen in die verwertbaren Bestandteile Ton, Sand und Wasser zerlegt werden. Damit können Ton und Sand als Baumaterialien weiterverwendet werden.

Die Material24 GmbH aus München wurde dafür ausgezeichnet, dass Rohstoffe im Bau-Handwerk nun effektiver genutzt werden können. Bauartikel sind mitunter nur in großen Gebinden erhältlich und diese Mengen werden nicht immer benötigt. Die Firma hat eine Online-Plattform für Handwerksbetriebe entwickelt, mit der übrig gebliebene Materialien weiter verwendet werden können. Auch Produkte, die nicht mehr hergestellt werden oder lange Lieferzeiten haben, können so zwischen Handwerksbetrieben sinnvoll veräußert werden.

Die watttron GmbH aus dem sächsischen Freital hat eine revolutionäre Heiztechnologie für Industrieprozesse entwickelt. Heizsysteme zur Formung von Kunststoffen erhitzen nach einer Aufwärmphase Kunststofffolien in der Regel breitflächig. Die neu entwickelte Heiztechnologie erfolgt sekundenschnell und pixelgenau an der gewünschten Stelle. Bis zu 30 Prozent an Material sowie an Energie lassen sich so bei der Herstellung von Kunststoffverpackungen einsparen.

Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurde gemeinsam mit der Callparts Recycling GmbH und der ID Impuls GmbH für die Entwicklung einer App ausgezeichnet, mit der es möglich ist, IT-gestützte Rückführentscheidungen am Beispiel gebrauchter Autoteile zu treffen. Potenzielle Ersatzteile aus ausgedienten Kraftfahrzeugen werden bisher häufig nicht wiederverwendet. Die neue App empfiehlt Demontagebetrieben, Werkstätten und Autobesitzern, wann Pkw-Bauteile weitergenutzt, repariert oder recycelt werden sollten. Die App motiviert vorrangig zur Wiederverwendung der Einzelteile: Sie nennt deren Marktwert, informiert über die verwendeten Rohstoffe und gibt an, wie viel CO2 die weitere Nutzung spart.

Foto: © BMWi

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