Entwicklung fettreduzierter Lebensmittel

07.11.2012 |

Über die Hälfte der Frauen und mehr als zwei Drittel der Männer sind übergewichtig oder adipös: Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle DEGS-Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland des Robert-Koch-Instituts. Neben mangelnder Bewegung ist der übermäßige Verzehr von energie- und fettreichen Lebensmitteln eine bekannte Ursache von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Dieses gesellschaftspolitische wie individuelle Problem ist der Hintergrund eines AiF/DFG-Clusterprojekts mit dem Titel „Fettwahrnehmung und Sättigungsregulation: Ansatz zur Entwicklung fettreduzierter Lebensmittel“. Im Rahmen der Fördervariante Cluster können größere Projekte der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) mit mehreren Teilprojekten realisiert werden, die – im Fall der Kooperation mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) – eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung schlagen und damit Synergien in der Forschungsförderung schaffen.

Interdisziplinär und branchenübergreifend

Das Projekt startete 2009 unter Koordination des AiF-Mitglieds Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI). Das interdisziplinär und branchenübergreifend angelegte Forschungsvorhaben hatte insgesamt 8 Teilprojekte, an denen 11 Forschergruppen, 2 Wirtschaftsverbände und fast 40 Unternehmen beteiligt waren. 4 Teilprojekte wurden im Rahmen der IGF aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert und 4 Teilprojekte finanzierte die DFG.

Erfolgreiches Abschlusssymposium

Ziel des Clusterprojekts war es, sowohl das komplexe Zusammenspiel zwischen Textur, Aroma und Geschmack in fettreichen und -reduzierten Lebensmitteln aufzuklären, als auch den Einfluss von Fetten und Fettbegleitstoffen auf die Sättigung zu entschlüsseln. Auf Basis der nun vorliegenden Ergebnisse können innovative, fettreduzierte Lebensmittel entwickelt werden, die dazu beitragen können, Deutschland schlanker zu machen. Neben milchverarbeitenden Unternehmen werden vor allem die Hersteller von diätetischen Lebensmitteln, Süßwaren und Fleischprodukten von den umfassenden Ergebnissen des Clusterprojektes profitieren können. Weiterhin hat das Projekt große Bedeutung für Hersteller von Rohstoffen (wie Speiseölen) und Zusatzstoffen (wie Polysacchariden).

Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Abschlusssymposiums mit über 100 Teilnehmern am 6. November 2012 in Bonn vorgestellt. Der FEI hat eine Abschlusspublikation mit den zentralen Ergebnissen des Clusterprojektes veröffentlicht. Einzelexemplare der 170 Seiten umfassenden Print-Publikation sind gebührenfrei beim FEI erhältlich.Ein PDF der Publikation steht auch zum Download zur Verfügung unter www.fei-bonn.de/abschlusspublikation_cluster3/. Eine Online-Dokumentation des Abschlusssymposiums ist unter www.fei-bonn.de/dokumentationen.html veröffentlicht.

Foto 1: © kfm / www.pixelio.de
Foto 2: FEI

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