Große Familienunternehmen suchen die Nähe zu Start-ups

11.09.2018 |

Eine aktuelle Studie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bank zeigt, dass größere Familienunternehmen gezielt den Austausch mit Start-ups suchen. Dabei wünschen sich fast zwei Drittel Unterstützung bei der Kontaktanbahnung über Online-Plattformen oder Netzwerk-Veranstaltungen.

Nahezu die Hälfte der größten Familienunternehmen in Deutschland kooperiert bereits mit Start-ups, strategische Zukunftsthemen stehen dabei klar im Vordergrund. Das ergibt die aktuelle Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“, die der BDI und die Deutsche Bank gemeinsam mit dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlichen. So geben 54 Prozent der befragten Unternehmen auf die Frage nach dem Motiv zu einer Kooperation an, neue Technologien erschließen zu wollen. Für rund die Hälfte der Unternehmen sind weitere Gründe, die digitale Transformation zu meistern sowie Produkte und Dienstleistungen weiterzuentwickeln. An der Umfrage nahmen rund 250 der 4.700 größten Familienunternehmen in Deutschland teil, die mindestens 50 Millionen Euro im Jahr umsetzen. Start-ups wurden bei der Befragung als innovative, schnell wachsende Unternehmen verstanden, die jünger als zehn Jahre sind.

Hohe Zufriedenheit trotz unterschiedlicher Unternehmenskulturen

Rund die Hälfte der Unternehmen mit Kooperationserfahrung und knapp ein Drittel der Unternehmen ohne Kooperationserfahrung sehen eine unterschiedliche Unternehmenskultur als größtes Problem bei der Zusammenarbeit mit einem Start-up. Dennoch sind rund 70 Prozent der befragten Unternehmen, die bereits mit einem Start-up zusammenarbeiten, mit der Kooperation zufrieden oder sehr zufrieden. Jedes zweite dieser Unternehmen plant in den kommenden drei Jahren, mit weiteren Start-ups zusammenzuarbeiten.

Branchenerfahrung zählt

Entscheidend für die Auswahl der Start-ups sind die Branchenerfahrung der Gründer (73 Prozent der Befragten) und ein sofortiger Mehrwert der Kooperation (66 Prozent). Dagegen spielt das Alter der Start-up-Unternehmer mit nur elf Prozent kaum eine Rolle. Die regionale Nähe des Start-ups zum eigenen Unternehmen ist 37 Prozent der Befragten wichtig. Obwohl die Unternehmensvertreter bei der Anbahnung stark auf ihr persönliches Umfeld setzen, ist es nur für 18 Prozent von ihnen wichtig, dass das Gründerteam aus dem persönlichen Netzwerk stammt.

Familienunternehmen wünschen Unterstützung bei der Kontaktanbahnung

Lediglich sieben Prozent der Kontakte zwischen Familienunternehmen und Start-ups kommen über spezielle Internetplattformen zustande. Dabei wünschen sich rund 46 Prozent der Unternehmen, die bereits mit einem Start-up kooperieren, elektronische Portale, die etablierte Unternehmen und Start-ups zusammenbringen. 30 Prozent wünschen sich Netzwerk-Veranstaltungen. Insgesamt wünschen sich zwei von drei Unternehmen (64 Prozent) zusätzliche Maßnahmen, die ihnen die Anbahnung erleichtern. Aktuell setzen die Unternehmen stark auf persönliche Empfehlungen: Jede zweite Kooperation (52 Prozent) kommt entweder hierdurch oder durch eigene Recherche (47 Prozent) zustande. Aber auch Start-ups sind aktiv: Bei rund 32 Prozent der Kooperationen geht die Initiative von jungen Unternehmen aus.

Unterstützung durch die AiF F·T·K GmbH

Die AiF Forschung · Technik · Kommunikation GmbH (AiF F·T·K), eine einhundertprozentige Tochter des AiF e.V., führt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Maßnahme durch, die etablierte Unternehmen und Gründer zusammenführt. Unter der Überschrift „Start-up trifft Mittelstand“ läuft seit April 2017 ein Mentorenprogramm, bei dem Unternehmen Gründern auch längerfristig als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Interessenten für das Programm wenden sich gerne an den Geschäftsführer der AiF F·T·K GmbH, Michael Krause, E-Mail: michael.krause(at)aif-ftk-gmbh.de.

Hier geht´s zur kompletten Studie: Die größten Familienunternehmen in Deutschland I/2018, Juli 2018

Foto: pexels

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