Hightech-Forum: Die Innovationskraft in Deutschland stärken

21.04.2016 |

Das Hightech-Forum hat in seiner vierten Sitzung Mitte April 2016 Zwischenergebnisse aus drei Fachforen vorgestellt. Dabei ging es um die Stärkung von Kooperation und Transfer, um die Erhöhung der Innovationskraft des Mittelstandes sowie um weitere Anreize für nachhaltiges Wirtschaften. Die Mitglieder des Hightech-Forums, zu denen auch Yvonne Karmann-Proppert zählt, Präsidentin der AiF und Geschäftsführende Gesellschafterin der Pharma-Labor Yvonne Proppert GmbH, beraten in acht Fachforen über die Umsetzung und Weiterentwicklung der neuen Hightech-Strategie.

Kooperation und Transfer als Erfolgsfaktoren

Das Fachforum „Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für Kooperation und Transfer“ hat darüber beraten, wie die Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen gestärkt werden kann. Nach Meinung der Experten haben sich die drei bestehenden Förderinstrumente großvolumige Verbundforschung, Gründungsförderung EXIST und Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) besonders bewährt. Daher sollten sie vom Bund weiter vorangetrieben werden.  AiF-Präsidentin Karmann-Proppert erklärt: „In der IGF, in der KMU, Forschungsvereinigungen und Forschungseinrichtungen wie Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten und die das Bundeswirtschaftsministerium mit öffentlichen Mitteln fördert, werden Kooperation und Transfer von vornherein mitgedacht. Damit stellt die IGF ein wirkungsvolles und zugleich bewährtes Kooperations- und Transfer-Förderprogramm zur Stärkung der Innovationskraft des Mittelstands dar. Wir freuen uns sehr, dass das Fachforum dies bestätigt hat und die IGF als favorisiertes Instrument präsentiert hat, um kleine und mittlere Unternehmen in ihren Innovationsaktivitäten zu unterstützen, damit sie ihren Beitrag zur Lösung der großen Zukunftsthemen leisten können.“

Für wichtig halten es die Experten auch, den Transferbegriff künftig bewusst weiter zu fassen und die Förderung von Forschung und Entwicklung auch für soziale Innovationen und Dienstleistungen zu öffnen. Um weitere Akteure wie kleine und mittelständische Unternehmen oder Organisationen aus dem öffentlichen Sektor und der Zivilgesellschaft für das Innovationssystem zu gewinnen, sollten beispielsweise Transfer-Gutscheine zum bundesweiten Standard gehören. In Sachsen-Anhalt sind sie heute schon übliche Praxis. Studierende, die ihre Forschungsideen in Unternehmen umsetzen wollen, werden damit unbürokratisch finanziell unterstützt. Professor Ursula Gather, Rektorin der Technischen Universität Dortmund und Sprecherin des Fachforums, resümiert: „Es ist dem Fachforum wichtig, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aufzuzeigen sowie die organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für den Wissens- und Erkenntnistransfer zu vereinfachen.“

Innovationskraft des Mittelstandes stärken

Die Experten des Fachforums „Effektivität des Innovationssystems und Innovationskraft des Mittelstands“ befassen sich damit, wie sich die Innovationskraft kleiner und mittelständischer Betriebe stärken lässt. Im Rahmen des Zwischenberichts erklärte der Vorsitzende dieses Fachforums, Dr. Heinrich Strunz, Geschäftsführer der LAMILUX Holding, dazu: „Die nachlassende Innovationsleistung im Mittelstand bereitet uns große Sorgen. Um die kleinen und mittleren Unternehmen wieder fit für Innovationen zu machen, müssen sie bei der Fachkräftesicherung unterstützt werden, müssen Wissenschaft und Wirtschaft besser zusammenarbeiten, aber auch verlässliche Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Innovationen geschaffen werden. Dies kann helfen, dass der Mittelstand auch weiterhin ein wichtiger Motor für die Wertschöpfung am Standort Deutschland bleibt.“

Für ein funktionierendes Innovationssystem wäre es nach Meinung der Experten notwendig, bewährte Förderprogramme wie zum Beispiel die IGF zu stärken, die den Mittelstand in seinen Innovationsbemühungen unterstützen, Bürokratie für Gründer und Start-ups abzubauen, aber auch Netzwerke für mehr Wettbewerbsfähigkeit auszubauen.

Nachhaltiges Wirtschaften

Last but not least zog auch das Fachforum „Nachhaltiges Wirtschaften“ eine erste Zwischenbilanz. Es will Forschungs- und Handlungsbedarfe für drei konkrete Themenschwerpunkte erarbeiten: nachhaltige Produktion am Beispiel der Chemiebranche, nachhaltiger Konsum am Beispiel Ernährung und Lebensmittelwirtschaft sowie nachhaltige Finanzwirtschaft. In drei Expertengesprächen mit mehr als 100 Fachleuten wurde deutlich, dass ein tiefgreifender Wandel von Produktionsverfahren, Konsummustern und der Finanzwirtschaft erforderlich ist. Nur so werde eine ganzheitlichere Form des Wirtschaftens ermöglicht. Als einen wichtigen Hebel stellten die Experten neben weiteren Innovationen heraus, dass Wertschöpfungsketten, Nachhaltigkeitsbewertung und -bilanzierung gesamthaft, vernetzt und transparent betrachtet werden müssen.

Das Hightech-Forum

Das Hightech-Forum begleitet und berät die Bundesregierung bei der neuen Hightech-Strategie bis zum Ende der Legislaturperiode 2017. In dem zentralen Beratungsgremium versammeln sich 17 berufene Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Gemeinsam mit der Politik erarbeiten sie konkrete Empfehlungen zur Umsetzung der Hightech-Strategie, diskutieren aktuelle Entwicklungen der Innovationspolitik und formulieren neue Forschungsaufgaben. Mehr Informationen zum Hightech-Forum, zu seinen Fachforen und Mitgliedern finden Sie unter: www.hightech-forum.de.

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