Innovationstag Mittelstand in Berlin mit 200 geförderten Neuheiten

Staatssekretärin Gleicke informierte sich gemeinsam mit AiF-Vizepräsident Rehahn (l.) und AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer (2.v.l.) über die präsentierten Innovationen.

19.05.2017 |

Gerade forschungsintensive Neuentwicklungen haben im internationalen Wettbewerb hohes Umsatzpotenzial. Diese Erkenntnis untermauerte auch der diesjährige Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), der am 18. Mai 2017 in Berlin stattfand. Sämtliche 200 in diesem Rahmen gezeigten Innovationen wurden vom BMWi gefördert, insbesondere über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und die von der AiF organisierte vorwettbewerbliche Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF).

Das alljährliche Technik-Open-Air mit neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen unterschiedlichster Technologiebereiche bildet eine Begegnungsplattform für den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Unternehmern, Politikern, Journalisten und interessierter Öffentlichkeit, darunter auch Schüler und Studenten. Es wird auf dem parkartigen Gelände der AiF Projekt GmbH organisiert, die als Projektträger des BMWi auch die stärkste Fördersäule des ZIM, die Kooperationsforschung, managt.

Zu den gezeigten Innovationen gehörten zum Beispiel ein neuartiges Blutdruckmessgerät, das frühzeitig auf krankhafte Veränderungen der Hauptschlagader aufmerksam macht, ein hoch effektives Fertigungsverfahren mit 3D-Drucker und das Reflexgewebe LenoShade® zur Verringerung hoher Wärmebelastung mit Blick auf den Fenster- und Fassadenbau.

Bedeutende Instrumente der technologieoffenen Förderung

AiF-Vizepräsident Professor Matthias Rehahn begrüßte in Vertretung von AiF-Präsidentin Yvonne Karmann-Proppert die rund 1.800 Gäste bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gelände der AiF Projekt GmbH.

Er zeigte sich erfreut, dass die im April vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten  innovationspolitischen Eckpunkte auf eine weitere Stärkung der Innovationskraft mittelständischer Unternehmen zielen: Die Mittel für das ZIM sollen auf jährlich 700 Millionen Euro und die für die IGF auf jährlich 200 Millionen Euro erhöht werden. In diesem Sinne empfiehlt auch das Hightech-Forum der Bundesregierung, die beiden Förderprogramme weiter auszubauen, und bereits im Februar hatte die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in ihrem Jahresgutachten ZIM und IGF als bedeutende Instrumente der technologieoffenen Förderung bezeichnet.

„Die geplanten Aufstockungen der Etats sind erfreulich und dringend notwendig, denn derzeit boomt nicht nur die Wirtschaft, sondern im AiF-Netzwerk ist das Interesse mittelständischer Unternehmen an Innovationen – allen Statistiken zum Trotz – weiterhin ungebrochen hoch.“, erklärte Rehahn. „Dabei stärkt eine nachhaltige Erhöhung der Fördermittel in beiden Programmen nicht nur die Innovationsdynamik und damit die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen.“, so der AiF-Vizepräsident weiter. „Sie sichert auch Arbeitsplätze und die Berufsausbildung – denn fast 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 82 Prozent der Auszubildenden in Deutschland sind laut IfM Bonn im Mittelstand angestellt.“

Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft

Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin (StS) und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, eröffnete den Innovationstag mit mehr als 300 ausstellenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Sie erklärte: „Das Wissen und die Kreativität der Menschen in unserem Land sind unser wichtigster Rohstoff. Die heute präsentierten Projektergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie unser Mittelstand mit Ideenreichtum im globalen Wettbewerb bestehen kann. Auf diese Innovationskraft setzen wir, um die Basis für den Wohlstand von morgen zu schaffen! Mit der im April vorgestellten Innovationsagenda haben wir einen Weg aufgezeigt, wie wir unseren Mittelstand effektiv dabei unterstützen können. Das sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft.“

Im Anschluss zeichnete Staatssekretärin Gleicke im Rahmen des ZIM spannende Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus, die sowohl den anbietenden Unternehmen als auch den künftigen Anwendern besonderen Nutzen versprechen. Dazu überreichte sie Anerkennungsurkunden der Bundeswirtschaftsministerin, Brigitte Zypries, an Geschäftsführer und Netzwerkverantwortliche aus Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern.

Internationalisierung und Big Data im Rahmenprogramm

Neben  ZIM und IGF wurden auf dem Innovationstag weitere Förderangebote des BMWi präsentiert, die zum Beispiel bei innovativen Gründungen helfen. Stefan Schnorr, Leiter der Abteilung Digital- und Innovationspolitik im BMWi, erläuterte die Ziele und Aufgaben dieser Förderprogramme.

International orientierte Mittelständler konnten sich zur Anbahnung grenzüberschreitender Innovationsprojekte unter anderem mit Partnern aus Japan, Südkorea, Finnland oder Kanada beraten lassen und an einem Partnering-Event der Netzwerke IraSME und CORNET teilnehmen. Die Initiativen verknüpfen nationale Förderprogramme verschiedener Länder miteinander, um transnationale FuE-Kooperationen zu erleichtern.

Erstmals nahmen auch 40 Speed-Pitch-Akteure auf dem Innovationstag die Möglichkeit wahr, ihre Innovationen in je zwei Minuten in den thematischen Sessions „Digitalisierung/Produktion“, „Ernährung/Gesundheit“, „Energie/Umwelt“ und „Textilien/Werkstoffe/Leichtbau“ zu präsentieren.

Das diesjährige Vortragsprogramm war auf die Bedürfnisse von mittelständischen  Unternehmen zugeschnitten, die besonders die Chancen der Industriedigitalisierung nutzen wollen. Themen dabei waren unter anderen: „Das Potenzial von Big Data für den Mittelstand“, „Bitcoin – ein Zahlungssystem für die digitale Welt – auch für KMU?“ und „IT-Security für Industrie 4.0“.

Eine Bildergalerie vermittelt Eindrücke der Veranstaltung.

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