KfW-Mittelstandspanel 2017: Mittelständische Unternehmen als Arbeitgeber bedeutend wie nie zuvor

29.11.2017 |

Der Mittelstand in Deutschland bleibt Träger des Aufschwungs der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt. Die Umsätze der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stiegen 2016 um 3,9 Prozent und damit um den höchsten Wert seit fünf Jahren, die durchschnittliche Umsatzrendite lag wie im Vorjahr bei guten 7,3 Prozent. Als Arbeitgeber sind die mittelständischen Unternehmen so bedeutend wie nie zuvor. Im Jahr 2016 ist die Zahl der Erwerbstätigen im Mittelstand um 1,46 Millionen noch einmal stark gewachsen (+4,6 Prozent). Derzeit ist insgesamt die Rekordsumme von 30,9 Millionen erwerbstätigen Personen in KMU beschäftigt. Erstmals überschreitet der Anteil von KMU an der Erwerbstätigkeit die Marke von 70 Prozent (70,4 Prozent). Demgegenüber haben Großunternehmen und der öffentliche Sektor im Jahresvergleich zum wiederholten Mal Beschäftigung abgebaut und zwar um 432.000 Personen. Das geht aus dem repräsentativen KfW-Mittelstandspanel 2017 hervor, das Ende Oktober 2017 veröffentlicht wurde.

Wissensintensive Dienstleister Hauptträger des Beschäftigungsaufbaus

Dabei hinterlässt der sektorale Wandel im Mittelstand immer größere Spuren, wie der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner, anlässlich der Präsentation erläuterte: „Die Entwicklung hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft geht auch am Mittelstand nicht vorbei. Hauptträger des Beschäftigungsaufbaus der letzten Jahre sind ganz eindeutig wissensintensive Dienstleister. Allein drei Viertel aller seit 2010 entstandenen Arbeitsplätze im Mittelstand gehen auf ihr Konto. Insgesamt ist die Erwerbstätigenzahl bei den wissensintensiven Dienstleistungen um 2,4 Millionen auf aktuell 9,9 Millionen Personen gestiegen. Mit einer weiteren Zunahme ist auch zukünftig zu rechnen. Digitalisierung und eine starke Binnennachfrage begünstigen die Dienstleister.“

Die Bereitschaft der KMU zu investieren, stagniert dagegen weiter, der Anteil der investierenden Unternehmen liegt bei 42,4 Prozent und damit fast unverändert gegenüber dem Jahr 2015. Im internationalen Geschäft verliert der Mittelstand außerdem leicht an Boden. Gingen im Jahr 2012 noch die Hälfte der deutschen Exporte auf sein Konto, liegt sein Anteil im Jahr 2016 nur noch bei 45 Prozent. Vor allem auf den außereuropäischen Märkten fallen die KMU zurück: Hier haben sie binnen Jahresfrist rund 8 Milliarden Euro an Umsatz verloren.

Offene Märkte und stabiles Europa notwendig

Um die bestehenden strukturellen Herausforderungen zu bewältigen, sind nach Ansicht von Zeuner offene Märkte und ein starkes und stabiles Europa nötig: „Der Wohlstand Deutschlands hängt entscheidend von offenen Märkten und einer engen internationalen Vernetzung ab. Deshalb sollten wir uns weiter für freien und fairen Wettbewerb einsetzen. Zugleich brauchen wir bei uns mehr Investitionen, müssen zu unserer alten Investitionsstärke zurückfinden, unseren Kapitalstock erneuern und unser Bildungssystem stärken. Die Digitalisierung sollte auf allen Ebenen als Herausforderung und Chance angenommen werden. Nicht zuletzt sind mehr Gründungen als Quelle von Innovationen notwendig.“

Hier geht´s zum KfW-Mittelstandspanel 2017.

Über das KfW-Mittelstandspanel

Das KfW-Mittelstandspanel stellt den einzigen repräsentativen Längsschnittdatensatz für alle mittelständischen Unternehmen in Deutschland dar. Die Daten für diese jährliche Analyse zur Struktur und Entwicklung des Mittelstands in Deutschland werden seit 2003 im Rahmen einer schriftlichen Wiederholungsbefragung der KMU in Deutschland mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr erhoben. Gemäß dieser Definition gibt es 3,65 Millionen mittelständische Unternehmen in Deutschland.

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