Kunststoffflaschen halten dicht

20.05.2011 |

Die Verpackungsindustrie ist der größte Kunststoffverbraucher in Deutschland. Immer mehr Metall- und Glasverpackungen werden durch den Kunststoff PET ersetzt. Er ist bruchfest, leicht und preiswert in der Herstellung.

Besonders Erfrischungsgetränke werden zunehmend in Flaschen aus PET abgefüllt, die bereits einen Marktanteil von über 50 Prozent haben. Vor allem kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtsäfte und Bier müssen allerdings mehrere Monate lang gelagert werden können und währenddessen sicher vor Kohlensäure-, Aroma- und Wasserdampfverlust sowie vor Sauerstoffaufnahme durch den Kunststoff hindurch geschützt werden. Bisherige Verfahren zum Schutz vor dem Verlust oder dem Eindringen von Gasen in PET-Flaschen verursachen technische Probleme oder inakzeptabel hohe Flaschenkosten. Anders verhält es sich bei dem Verfahren zur Plasmaaußenbeschichtung von PET-Flaschen, das Forscher des Instituts für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk (IKV) an der RWTH Aachen in einem Vorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung entwickelt haben.

Die Barriereschicht kann schnell, preiswert und sicher aufgebracht werden. Ein Überwachungsmodul in der Steuerung der Anlage kontrolliert die Beschichtung während des Prozesses. Bei Nutzung mehrerer Beschichtungseinheiten in einem Rundläufersystem lassen sich bis zu 10.000 Flaschen pro Stunde mit einer Barriere ausrüsten. Die Technologie kann reibungslos in bestehende Abfülllinien integriert werden. Durch die Rezyklierbarkeit der Flaschen ist das Verfahren besonders wirtschaftlich. Zudem kommt die Außenbeschichtung, die zwischen 20 und 200 Nanometer dick ist, nicht mit den Getränken in Kontakt und ist daher lebensmitteltechnisch unbedenklich. Das Verfahren ermöglicht es der mittelständisch strukturierten Getränkeabfüllerbranche, konkurrenzfähig Getränke in Hochbarriereflaschen anzubieten, ohne die Lebensmitteltauglichkeit aufwändig prüfen und nachweisen zu müssen.

Kontakt

Vereinigung zur Förderung des Instituts für Kunststoffverarbeitung
in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen e.V.
Tel. +49 241 8093806
zentrale(at)ikv.rwth-aachen.de
www.ikv-aachen.de

Forschungsstelle

IKV, www.ikv-aachen.de

Fördermittelgeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)

zurück