Leittechnologie-Projekt gestartet: Forschung für „massiven Leichtbau“ geht weiter

01.06.2015 |

Ende Mai 2015 hat die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, eine Kurzstudie „Bestandsaufnahme Leichtbau in Deutschland“ vorgestellt und dabei den Leichtbau als zentrales Zukunftsthema für unsere Industrie bezeichnet. In der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen ist zur gleichen Zeit ein ambitioniertes Leittechnologie-Projekt zu diesem Thema gestartet. Ziel des Vorhabens: Mithilfe neuer Stahlwerkstoffe sowie Bauteilkonstruktionen und Fertigungsmethoden auch den so genannten Antriebsstrang von Automobilen – vom Motor über das Getriebe bis zu den Radlagerungen – noch leichter zu machen und trotzdem höchste Lebensdauererwartungen zu erfüllen. Mit diesem besonders wichtigen, systemrelevanten und breit angelegten Vorhaben wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) nachhaltig gestärkt.

Stahl für den Leichtbau

„Wir freuen uns sehr über die Möglichkeiten, die uns die Förderung dieses Projekts durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gibt, und sind optimistisch, dass wir das Image des Werkstoffs Stahl in Sachen Leichtbau weiter verbessern werden.“, sagt Professor Hans-Werner Zoch, Geschäftsführender Direktor des am Projekt beteiligten Instituts für Werkstofftechnik (IWT) und Professor für Werkstofftechnik an der Universität Bremen. Bei Leichtbau im Auto denke man heute eher an Aluminium als an Stahl. Dabei sei Stahl sowohl in der Herstellung als auch im Recycling deutlich ressourcenschonender als Aluminium und böte noch viel Entwicklungspotenzial. Das neue Leittechnologie-Vorhaben „Massiver Leichtbau“ führt eine gleichnamige, durch zahlreiche Stahlhersteller und Automobilzulieferer finanzierte Initiative weiter. Hier wurden durch die Ausschöpfung schon vorhandener Leichtbaupotenziale für den Antriebsstrang bereits 42 kg Gewicht an einem Mittelklasse-Pkw eingespart. Darauf aufbauend entstanden neue Ideen, durch werkstoff- und fertigungstechnische sowie konstruktive Maßnahmen das Gewicht weiter zu reduzieren.

Beteiligt sind an dem interdisziplinären Projekt insgesamt 9 Forschungsstellen, 58 Industriepartner aus der Stahlherstellung, Massivumformung, Wärmebehandlung und Automobilindustrie sowie die AiF-Forschungsvereinigungen Wärmebehandlung und Werkstofftechnik (AWT), Antriebstechnik (FVA), Stahlverformung (FSV) und Stahlanwendung (FOSTA), die die Federführung innehat.

Weitere Informationen zur Industrieinitiative „Massiver Leichtbau“ finden Sie unter folgendem Link: www.massiverleichtbau.de

Foto: ©  Marco Barnebeck / pixelio.de

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