Parlamentarischer Abend der AiF

AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer

AiF-Hauptgeschäftsführer Kathöfer verabschiedet den ehemaligen AiF-Vorstand nach § 26 BGB.

Der AiF-Präsident überreicht die Otto von Guericke-Medaille an Yvonne Karmann-Proppert.

AiF-Hauptgeschäftsführer Kathöfer, MdB Josef Rief und AiF-Vizepräsident Professor Kurt Wagemann (v.l.)

MdB René Röspel mit dem Ehepaar Karmann-Proppert (v.l.)

MdB Dr. Petra Sitte und Thomas Kozian vom DTI

MdB Nicola Beer, AiF-Schatzmeister Dr. Markus Safaricz und AiF-Vizepräsident Edwin Büchter (v.l.)

MdB Dr. Anna Christmann und AiF-Präsident Bauer

22.03.2018 |

„Willkommen in der Zukunft!“ hieß es am 21. März 2018 beim diesjährigen Parlamentarischen Abend der AiF in Berlin. Dazu konnte AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer rund 100 Gäste in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft begrüßen, darunter 16 Mitglieder des Deutschen Bundestages (MdB). Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte Bundesforschungsminister a.D. Professor Heinz Riesenhuber, der es der AiF damit ermöglichte, ihre Veranstaltung an einem so exponierten Ort im Herzen des politischen Berlin durchzuführen. Die Abgeordneten hatten im Rahmen der Veranstaltung die Möglichkeit, mit Vertretern des AiF-Netzwerks aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschungsvereinigungen ins Gespräch zu kommen und sich darüber zu informieren, wie der deutsche Mittelstand schon heute an Innovationen für morgen forscht, wie AiF-Forschungsvereinigungen an Lösungen für Energiewende, Infrastruktur und Industrie 4.0 arbeiten und warum Industrieforschung Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und ökologischen Fortschritt bedeutet.

Ehemaliger Vorstand verabschiedet

AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer verabschiedete zu Beginn des Abends die ehemalige Präsidentin der AiF, Yvonne Karmann-Proppert, Pharma-Labor Yvonne Proppert GmbH, sowie die ehemaligen Vizepräsidenten, Dr. Eduard Neufeld, Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien, und Professor Matthias Rehahn, Ernst-Berl-Institut der TU Darmstadt. Sie waren zum 31. Dezember 2017 turnusmäßig aus ihren Ämtern geschieden. Bauer dankte dem ehemaligen Vorstand nach § 26 BGB für das große Engagement und die Begeisterung, mit denen sie ihre Ämter geführt und sich für die nachhaltige Entwicklung von AiF und IGF eingesetzt haben: „Die AiF ist auf einem guten Weg in die Zukunft und das haben wir nicht zuletzt Ihnen zu verdanken!“, sagte Kathöfer.

Yvonne Karmann-Proppert erhält Otto von Guericke-Medaille der AiF

Yvonne Karmann-Proppert erhielt im Anschluss die Otto von Guericke-Medaille der AiF. Sie wird in Anerkennung besonderer Verdienste um die Weiterentwicklung der Industriellen Gemeinschaftsforschung verliehen. AiF-Präsident Bauer überreichte die Medaille und unterstrich das langjährige Engagement Karmann-Propperts im Innovationsnetzwerk der AiF: seit 1992 als Vorsitzende der Forschungsvereinigung der Arzneimittel-Hersteller (FAH), von 2002 bis 2011 als Mitglied des Kuratoriums der AiF, davon ab 2004 als Stellvertretende Vorsitzende dieses Gremiums. Im November 2011 wurde sie zum Mitglied des Vorstands der AiF und als eine von drei Vizepräsidenten gewählt und von 2012 bis 2017 hatte sie das Amt der Präsidentin der AiF inne. „Damit sind Sie seit 26 Jahren mit der AiF verbunden und haben sich davon 16 Jahre ehrenamtlich in ihren Spitzengremien engagiert.“, stellte Bauer fest. „Als Unternehmerin wussten Sie die Interessen der Industriellen Gemeinschaftsforschung zum Wohle des Mittelstands immer authentisch und überzeugend zu vertreten – auf der politischen Bühne, in der Forschungslandschaft, in den Medien, bei Freunden und Kritikern der AiF sowie in Gremien wie zuletzt dem Hightech-Forum der vorigen Bundesregierung.“, würdigte er den Einsatz Karmann-Propperts.

AiF goes future

Unter dem Titel „AiF goes future“ stellte der AiF-Präsident mögliche Entwicklungsperspektiven der AiF vor. „In einer Strategiesitzung, die das neue Präsidium der AiF gestern und heute hier in Berlin durchgeführt hat, haben wir uns entschlossen, die Bedeutung und den volkswirtschaftlichen Nutzen der AiF noch stärker herauszustellen.“, erklärte Bauer. „Dies wollen wir tun durch zielführende Aktivitäten auf systemrelevanten Handlungsfeldern wie der Förderung von Netzwerkbildung zwischen mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, der Förderung des Nachwuchses zur Fachkräftesicherung im Mittelstand sowie der Unterstützung von Gründungen und Internationalisierung. Außerdem wollen wir zusätzlich zu den bereits implementierten  AiF-Forschungsallianzen zu Schlüsseltechnologien weitere begründen, beispielsweise zu den Themen Leichtbau, Medizintechnik und Digitalisierung. Eine ‚Matching-Agentur‘ soll potenzielle Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft über die bestehenden Aktivitäten der AiF hinaus miteinander in Kontakt bringen und mit einer vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützten Initiative ‚Start-up trifft Mittelstand‘ wollen wir Vertreter von Start-ups und etablierten mittelständischen Unternehmen zusammenbringen, denn im Regelfall profitieren beide Partner davon.“, erläuterte Bauer weiter. „All diese  Maßnahmen dienen entsprechend unserer Mission dazu, die Innovationskraft und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes zu stärken. Nur so kann auch dieser seinen Beitrag leisten, die globalen wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Wir freuen uns deswegen sehr, dass die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag zahlreiche Initiativen vorgesehen hat, um unseren Mittelstand zu unterstützen.“, resümierte der AiF-Präsident.

Chancen für den Mittelstand

Unter der Überschrift „Science Fiction ist heute“ erläuterte Professor Hubert Jäger, Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden und Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses der AiF-Forschungsvereinigung Carbon Composites Leichtbau gGmbH, in seiner Key Note, wie Carbon Composites die Werkstoffwelt verändern, warum die Chinesen dabei einen Schritt voraus sind und welche Chancen der deutsche Mittelstand jetzt nutzen muss.

„Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der Deutschen Industrie. Aktueller Technologie- und Markttreiber im Leichtbau ist jedoch China. Daher müssen wir unsere KMU strategisch unterstützen, die derzeit noch gute Position bei Produkten global zukunftsfähig auszubauen.“, sagte Jäger. „Dazu gehören beste Bildung, die Befähigung zur Entwicklung von Demonstratoren für internationale Zukunftsmärkte im Inland, beispielsweise an übergreifenden nationalen Zentren, die den KMU eine zeitlich befristete Einmietung zu Technologietests ermöglichen, der Aufbau von internationalen Technologiezentren in den marktrelevanten Regionen – insbesondere Asien – sowie die strategische politische Unterstützung bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen für den modernen Leichtbau.“, erläuterte er. Deutschland müsse wieder stärker zurück zu seinen Wurzeln und in der Lage sein, aus Rohstoffen einen nachhaltigen Mehrwert zu generieren. Nur der hybride Leichtbau durch Carbon Composites erlaube eine zukunftsfähige Mobilität mit reduzierten bewegten Massen.

„Um am Weltmarkt unsere derzeitig noch gute Technologieposition bei Carbon Composites zu halten und weiter auszubauen, bedarf es einer deutschlandweiten Strategieallianz von  Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Denn nur wer Industrie 4.0 versteht, ist in der Lage, Industrie 5.0 zu entwickeln!“, ist Jäger überzeugt.

In einer Bildergalerie finden Sie Impressionen der Veranstaltung.

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