Wissenschaftsbarometer 2017 erschienen

12.09.2017 |

Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 läuft auf Hochtouren. Wissenschaft und Forschung wurden dabei bisher nicht ausreichend berücksichtigt – diese Ansicht vertreten knapp zwei Drittel der deutschen Bürger. Nur ein Fünftel ist der Meinung, dass wissenschaftliche Themen im derzeitigen Wahlkampf ausreichend behandelt werden. Das zeigt das Wissenschaftsbarometer 2017, das im September erschienen ist. Die bevölkerungs­repräsentative Umfrage betrachtet seit 2014 jährlich die Einstellungen der Öffentlichkeit gegenüber Wissenschaft und Forschung. Sie wird von Wissenschaft im Dialog (WiD) herausgegeben und von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Vertrauen in Wissenschaft und Forschung  

Eine Frage, die sich besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um Expertenfeindlichkeit und „fake news“ stellt, ist die nach dem Vertrauen der Menschen in Wissenschaft und Forschung. Zwölf Prozent der Befragten geben an, dass sie nicht in Wissenschaft und Forschung vertrauen. Jeder zweite Befragte bekundet Vertrauen. Der Rest (37 Prozent der Befragten) zeigt sich unentschieden. Vor allem die Expertise der Forschenden wird als Grund für Vertrauen aufgeführt. Als häufigster Grund für Misstrauen wird die Abhängigkeit von Geldgebern genannt. 

Bürger wünschen sich mehr Beteiligung

Wie in den vergangenen Jahren hat das Wissenschaftsbarometer die Bürger auch zur Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft befragt. Knapp die Hälfte ist überzeugt, dass Wissenschaft und Forschung zum Wohl der Gesellschaft arbeiten, 16 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Immerhin 56 Prozent der Bürger möchten stärker in die Entwicklung von Forschungsfragen miteinbezogen werden. 41 Prozent der Befragten wünschen sich, aktiv an wissenschaftlichen Projekten mitzuforschen. 

Befragt wurden die Bürger auch zum Verhältnis von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Hier sehen die Befragten ein Ungleichgewicht. 57 Prozent der Bürger schätzen den Einfluss von Politik auf die Wissenschaft als zu groß ein. Wissenschaft hat laut 45 Prozent der Befragten hingegen einen zu geringen Einfluss auf die Politik. 61 Prozent empfinden den Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft als zu groß.

Wer steckt hinter dem Wissenschaftsbarometer?

Wissenschaft im Dialog (WiD) ist eine gemeinnützige Organisation, die von den deutschen Wissenschaftsorganisationen, darunter auch die AiF, gegründet wurde. Sie setzt sich für den öffentlichen Austausch über Wissenschaft und Forschung in Deutschland ein und will dabei möglichst viele Menschen an Diskussionen beteiligen.

Grafik: © Wissenschaft im Dialog/Kantar Emnid

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