Wissenschaftsbarometer 2018 zeigt breites Interesse der Bevölkerung an Themen aus der Forschung

04.10.2018 |

Das Vertrauen der Menschen in Wissenschaft und Forschung bleibt laut Wissenschaftsbarometer 2018 im Vergleich zum Vorjahr stabil. Mit der repräsentativen Umfrage hat Wissenschaft im Dialog (WiD) zum fünften Mal die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gegenüber Wissenschaft und Forschung erhoben. Die Zahl derjenigen, die angeben, dass sie in Wissenschaft und Forschung vertrauen, liegt bei 54 Prozent (2017: 50 Prozent). 39 Prozent zeigen sich unentschieden, sieben Prozent (2017: zwölf Prozent) sagen, dass sie nicht oder eher nicht in Wissenschaft und Forschung vertrauen.

Nur 40 Prozent von Gemeinwohlorientierung der Wissenschaft überzeugt

Für drei Viertel der Menschen gehört das Denken an das Gemeinwohl zu den Eigenschaften, die ein guter Wissenschaftler oder eine gute Wissenschaftlerin mitbringen muss. Allerdings sind nur 40 Prozent der Befragten der Auffassung, dass Wissenschaftler tatsächlich zum Wohl der Gesellschaft forschen, 46 Prozent sind unentschlossen. Um dieser Skepsis entgegenzuwirken, sollten Wissenschaftler die Auswirkungen des eigenen Handelns stärker reflektieren und den Bürgern Werte und Methoden der Wissenschaft besser vermitteln.

Grund für Misstrauen: Abhängigkeit von Geldgebern

Der bedeutendste Grund, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu misstrauen, ist nach Einschätzung der Befragten die Abhängigkeit von Geldgebern. Außerdem empfinden 69 Prozent (2017: 61 Prozent) den Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft als zu groß. Für vier von fünf Deutschen gehört es zu den Eigenschaften einer guten Wissenschaftlerin oder eines guten Wissenschaftlers, sich nicht von Interessen Dritter leiten zu lassen.

Interesse an Forschung und Wissenschaft ist groß

Das Interesse an Themen aus der Forschung ist ungebrochen: Gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) bekundet laut der jüngsten Umfrage Interesse an Wissenschaft und Forschung, womit diese besser abschneiden als beispielsweise Politik (49 Prozent) und Sport (41 Prozent).

Repräsentative Bevölkerungsumfrage

Das Wissenschaftsbarometer ist eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage. Es betrachtet seit 2014 jährlich die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gegenüber Wissenschaft und Forschung. Die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers 2018 basieren auf 1.008 Telefoninterviews, die im August 2018 im Rahmen einer Mehrthemenumfrage geführt wurden. Das Wissenschaftsbarometer 2018 wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert und vom GESIS – Leibniz‐Institut für Sozialwissenschaften unterstützt.

Weitere Informationen: www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wissenschaftsbarometer/wissenschaftsbarometer-2018/

Foto: © Wissenschaft im Dialog/Kantar Emnid, CC BY-ND 4.0

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