Wissenschaftsbarometer 2019

25.11.2019 |

Erneut zeigt die Bevölkerung in Deutschland großes Vertrauen in Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Vergleich zu anderen Gesellschaftsbereichen: 17 Prozent der Bevölkerung bekunden Vertrauen in die Politik, 18 Prozent in Medien, 27 Prozent in die Wirtschaft und 46 Prozent der Befragten vertrauen Wissenschaft und Forschung. Dies zeigt das Wissenschaftsbarometer 2019. Mit der repräsentativen Umfrage ermittelt Wissenschaft im Dialog (WiD) – zu deren Gründungsgesellschaftern die AiF gehört – jährlich die Einstellungen der Menschen in Deutschland gegenüber Wissenschaft und Forschung. 54 Prozent der Befragten sind außerdem der Meinung, dass politische Entscheidungen generell auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sollten.

Wissenschaftsfreiheit wird wertgeschätzt

Mit 61 Prozent plädiert eine Mehrheit der Deutschen dafür, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbst entscheiden dürfen, woran sie forschen. Wenngleich Bürgerinnen und Bürger die Forschungsfreiheit wertschätzen, haben sie klare Erwartungen an die Wissenschaft: So sind zwei Drittel der Meinung, dass Entscheidungen über Wissenschaft und Forschung vor allem vor dem Hintergrund getroffen werden sollten, ob sie einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten.

Ambivalente Haltung zu aktueller Forschung und Technik

Für zwei Drittel der Bevölkerung ist klar, dass Forschung helfen wird, zentrale Probleme der Menschheit zu lösen, und knapp 60 Prozent meinen, dass moderne Technik das Leben komfortabler macht. Zugleich fürchten ebenso viele, dass mehr Zwänge auf Menschen wirken, je weiter sich die Technik entwickelt.

Interesse an Forschung und Wissenschaft ist groß

59 Prozent der Deutschen bekunden ein großes Interesse an Themen aus Wissenschaft und Forschung. Damit schneiden diese besser ab als beispielsweise Politik (53 Prozent) und Kultur (49 Prozent). Noch interessanter sind für viele Menschen lediglich lokale Themen (69 Prozent).

Klima und Energie aus Sicht der Gesellschaft wichtigstes Forschungsfeld der Zukunft

Klima und Energie sind weiterhin das Forschungsfeld, das aus Sicht der Gesellschaft zukünftig am intensivsten beforscht werden sollte (41 Prozent), gefolgt von Gesundheit und Ernährung (39 Prozent). Fragen der Sicherheit stehen lediglich für sieben Prozent der Befragten ganz oben auf der Agenda. Die Werte sind vergleichbar mit jenen aus 2017 und waren bereits vor den großen Klimaprotesten der vergangenen Monate ähnlich hoch. Erstmals wurde 2019 gefragt, ob es für den Erhalt der Umwelt notwendig sei, dass wir alle unseren Konsum einschränken. 81 Prozent – also vier von fünf Deutschen – stimmen dieser Aussage zu.

Repräsentative Bevölkerungsumfrage

Das Wissenschaftsbarometer ist eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage. Es betrachtet seit 2014 jährlich die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gegenüber Wissenschaft und Forschung. Die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers 2019 basieren auf 1.017 Telefoninterviews.(di)

Weitere Informationen finden Interessenten unter: www.wissenschaftsbarometer.de  

Foto: © Wissenschaftsbarometer – Wissenschaft im Dialog/Kantar Emnid

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