IGF-Leitfaden (Stand: September 2017)


2. Antrag auf Begutachtung (Phase 1)

Phase 1 beginnt mit dem Eingang eines Antrags auf Begutachtung bei der AiF über das IGF-Portal mit der Elektronischen Antragstellung Online (ELANO). Der Antrag kann jederzeit eingereicht werden. Durch ein spezielles Berechtigungskonzept ist sichergestellt, dass die Anträge ausschließlich von den Geschäftsführern und berechtigten Mitarbeitern der Forschungsvereinigungen bei der AiF eingereicht werden können. 

Zu einem Antrag auf Begutachtung gehören Unterlagen, die mittels der Elektronischen Antragstellung Online aus eingegebenen Daten erzeugt werden, und Unterlagen, die als separate Dokumente in ELANO hochgeladen werden müssen.

Bestandteile eines Antrags auf Begutachtung, die aus Dateneingaben in der Elektronischen Antragstellung Online (ELANO) erstellt werden:

  • Vordruck: Antrag auf Begutachtung (Phase 1)
    • Vorgesehener Arbeitsbeginn
      Hier ist als Orientierungsgröße eine Zeitspanne von acht Monaten ab Antragstellung einzusetzen.
    • Antragsart
      Bei der Antragsstellung werden folgende Antragsarten unterschieden:
      • Erstmalige Vorlage
      • Wiedervorlage
      und zwar jeweils alternativ als
      • Neuantrag
      • Anschlussantrag
    • Zuordnung zu Fachgebieten und Wirtschaftszweigen
    • Abstract (ca. 1/2 Seite, max. 2000 Zeichen)
      Das Abstract soll eine kurze Zusammenfassung des Vorhabens unter Berücksichtigung der Programmziele der IGF bieten. Daher werden kurze prägnante Aussagen erwartet hinsichtlich
      • Forschungsziel
      • Lösungsweg
      • Angestrebte Ergebnisse
      • Nutzen für KMU
    • Angaben zur Forschungseinrichtung (für jede beteiligte Forschungseinrichtung)
      In Phase 1 dienen diese Angaben der eindeutigen Identifizierung der Forschungseinrichtung. Darüber hinaus dienen die Angaben der Plausibilitätsprüfung der aus der Zuwendung finanzierungsfähigen Ausgaben in den veranschlagten Einzelansätzen des Einzelfinanzierungsplans einer Forschungseinrichtung.
      In Phase 2 werden die Angaben zur Forschungseinrichtung als Bestandteil des Antrags auf Förderung dem BMWi erstmals vorgelegt. Eine Bewilligung wird nicht ausgesprochen, wenn die Beantwortung der Fragen Unstimmigkeiten erkennen lässt.
      Im Anschluss an die positive Förderentscheidung des BMWi dient der Vordruck der datentechnischen Steuerung zur Erstellung des Zuwendungsbescheides und bestimmt, ob ein Weiterleitungsvertrag erforderlich ist und welche Vertragsart ausgedruckt werden muss.
      Während der Durchführung des Forschungsvorhabens und nach dem Ende des Bewilligungszeitraums liefert der Vordruck wichtige Informationen für die Prüfung der zahlenmäßigen Nachweise.
    • Erklärung zum Corporate Finance Codex (CFC)

  • Vordruck: Zusammensetzung des Projektbegleitenden Ausschusses
    Die Zusammensetzung des Projektbegleitenden Ausschusses muss bereits mit dem Antrag auf Begutachtung (Phase 1) vorgelegt werden und den Gutachtern für die Beurteilung des Mittelstandsbezugs zur Verfügung stehen. Die Mitglieder sind namentlich zu benennen unter Hinzufügung der genauen Bezeichnung mit Rechtsform, Anschrift und Branche des Unternehmens oder der Organisation, die sie im Projektbegleitenden Ausschuss vertreten. Die AiF-Forschungsvereinigungen haben sicher zu stellen, dass die KMU gemäß Definition (bis zu 125 Mio. € Jahresumsatz einschließlich verbundener Unternehmen) entsprechend gekennzeichnet sind und die Richtigkeit dieser Angaben geprüft wurde.
    Abweichungen von der geforderten Zusammensetzung des Projektbegleitenden Ausschusses sind möglich und im Antrag zu begründen. Aus der Begründung muss nachvollziehbar hervorgehen, warum der geforderte KMU-Anteil nicht erreicht wird, gleichwohl aber mit den Ergebnissen dieses Vorhabens ein Nutzen für die KMU erzielt werden kann.
    Eine ggf. aktualisierte Aufstellung über die konkrete Zusammensetzung des Projektbegleitenden Ausschusses muss der AiF zu dem Zeitpunkt vorliegen, an dem der Antrag auf Förderung (Phase 2) dem BMWi zur Förderentscheidung vorgelegt werden soll.

  • Einzelfinanzierungsplan für jede beteiligte Forschungseinrichtung

  • Gesamtfinanzierungsplan mit Erläuterungen

 

Separat hochzuladende Dokumente:

  • Beschreibung zum Forschungsantrag: Die Beschreibung zum Forschungsantrag dient zur fachlichen Beurteilung eines Forschungsantrags. Sie ist die wichtigste Entscheidungsgrundlage für die Gutachter, einen Antrag für die Vorlage beim BMWi zu befürworten und wird dem BMWi beim Antrag auf Förderung vorgelegt. Die Beschreibung darf daher einen Umfang von maximal 20 Seiten bei einer beteiligten Forschungseinrichtung nicht überschreiten. Sofern mehr als eine Forschungseinrichtung beteiligt ist, erhöht sich der maximale Umfang um jeweils 5 Seiten je weiterer Forschungseinrichtung. Das Literaturverzeichnis ist außerhalb dieser Seitenbegrenzung. Die zu verwendende Schriftgröße ist 12 pt (Ausnahmen in Tabellen/Abbildungen zulässig, aber nicht kleiner als 10 pt), der Zeilenabstand 1,5 zeilig (in Tabellen sowie im Literaturverzeichnis auch einzeilig). Besonders hinzuweisen ist auf das in Ziffer 4.2 des Gliederungsschemas genannte Arbeitsdiagramm (Zeitplan über Arbeitsschritte und Personaleinsatz). Wenn mehrere Forschungseinrichtungen beteiligt sind, muss erkennbar sein, welche Arbeitsschritte von der jeweiligen Forschungseinrichtung durchgeführt werden sollen.Die Gutachter benötigen insbesondere wenn mehr als eine Forschungseinrichtung an der Durchführung des Forschungsvorhabens beteiligt werden soll, hinreichend detaillierte Angaben zu diesen Punkten, um sachgerecht beurteilen zu können, ob die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bearbeitung vorliegen und ob die beantragte Laufzeit und die beantragten Fördermittel angemessen sind. Unzulängliche Angaben führen bei der Begutachtung in der Regel zur Nichtbefürwortung des Antrags. Im Arbeitsdiagramm muss auch eine ausreichende Zeitspanne für die Fertigstellung des Schlussberichts innerhalb der beantragten Laufzeit vorgesehen werden; denn Personalausgaben, die bei einem geförderten Forschungsvorhaben erst nach dem Ende des Bewilligungszeitraums (Laufzeit) für die Fertigstellung des Schlussberichts anfallen, dürfen nicht aus der Zuwendung und auch nicht als vorhabenbezogene Aufwendungen der Wirtschaft (vAW) abgerechnet werden.
    In der Beschreibung sollten insbesondere auch der Nutzen und die wirtschaftlichen Bedeutung der angestrebten Forschungsergebnisse für KMU sowie Maßnahmen für den Transfer dieser Ergebnisse in die Wirtschaft deutlich dargestellt werden.
  • Unterlagen des Erstantrags (nur bei Wiedervorlage eines zurückgezogenen oder nicht befürworteten Antrags):
    • Optional: Stellungnahme zur Wiedervorlage (ggf. Synopse o. Stellungnahme der FV zu den Gutachteranmerkungen) maximal 4 Seiten
    • Beschreibung des Altantrags
    • Finanzierungspläne des Altantrags
    • Infoschreiben über die Punkteverteilung bzw. die Nichtbefürwortung
    • Vorangegangene Zusammenfassende Stellungnahme (falls vorhanden) oder
    • alternativ anonymisierte Einzelgutachten (falls vorhanden)
    • Hinweise der Gutachter (falls vorhanden)
  • Unterlagen des Vorläufers (bei Anschlussantrag zu einem laufenden oder abgeschlossenen IGF-Forschungsvorhaben):
    • Abschließendes Votum der Gutachtergruppe
    • Finanzierungspläne vom Zuwendungs- bzw. letztem Änderungsbescheid
    • Schlußbericht, ggf. Ergebnisbericht
  • Bei Kooperationen von Forschungsvereinigungen: Kooperationsvereinbarung und Ergänzung zur Kooperationsvereinbarung (in dem Fall, dass die Fördermittel nicht ausschließlich der antragstellenden Forschungsvereinigung zugerechnet werden sollen)

Jeder bei der AiF eingehende Antrag wird auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Es wird empfohlen, die Checkliste zur Prüfung der Antragsunterlagen auf Vollständigkeit und Plausibilität (vor dem Hochladen des Antrags im Rahmen der Elektronischen Antragstellung im IGF-Portal) zu nutzen.

Die Begutachtung der Anträge erfolgt nach thematischen Gesichtspunkten in fachlich untergliederten Gutachtergruppen.

[Details ein-/ausblenden]

Sie wird in der Regel von drei unabhängigen Fachgutachtern ggf. unter Einschaltung von Sonderfachgutachtern durchgeführt. Sofern alle Einzelvoten uneingeschränkt positiv sind, wird die antragstellende Forschungsvereinigung über das abschließende Votum der Gutachtergruppe informiert. Derartige Anträge können nach formaler Prüfung durch die Antragsbearbeitung und ggf. erforderlicher Aktualisierung direkt in die nächste Bearbeitungsstufe (Phase 2) gelangen und für die Vorlage an das BMWi zur Bewilligung vorbereitet werden.

Sofern uneinheitliche Einzelvoten vorliegen, wird der Antrag in einer der üblicherweise zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen der Gutachtergruppen beraten.

Die Kriterien für die Begutachtung sind im Fragebogen zur Begutachtung eines beantragten Forschungsvorhabens der IGF zusammengefasst. Da die Praxis zeigt, dass unzulängliche Angaben bei der Antragstellung die Begutachtung und die Antragsbearbeitung verzögern, wird besonders auf die Notwendigkeit von eindeutigen Aussagen zu den folgenden Punkten / Fragestellungen hingewiesen:

  • Vorwettbewerblichkeit der Ergebnisse,

  • Nutzbarkeit der Ergebnisse des Forschungsvorhabens von KMU, angemessene Berücksichtigung von KMU-Interessen in der Vorhabenbeschreibung,

  • Stand der Forschung (Forschungsbedarf, Qualifikation der Forschungseinrichtungen)

  • Ziel des Vorhabens (Zielsetzung, methodisches Vorgehen, wissenschaftlicher Anspruch),

  • Lösungsweg und Arbeitsdiagramm,

  • Aufwendungen in den Finanzierungsplänen (Laufzeit, Personalaufwand, beantragte Geräte (Großgerät), beantragte Leistungen Dritter) sowie vorhabenbezogene Aufwendungen der Wirtschaft (vAW),

  • Nutzerkreis in Deutschland (Nutzen für KMU, Anzahl potentieller Nutzer, Zusammensetzung des Projektbegleitenden Ausschusses),

  • Innovationspotenzial (Verbesserung bestehender bzw. Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen, Entstehung neuer Geschäftsfelder, Wahrscheinlichkeit der Ergebnisnutzung),

  • Praxisversuche, Demonstratoren

  • Maßnahmen zum Transfer der Ergebnisse in die Wirtschaft, Aussagen zur Umsetzbarkeit und zur wirtschaftlichen Bedeutung, insbesondere für KMU.

Das Ergebnis der Begutachtung in Phase 1 wird dem Antragsteller zugeleitet; vorab erhält er eine Kurzinformation über dieses Ergebnis.

Das Ergebnis kann lauten:

  • Befürwortet (Punktzahl ≥ 24 Punkte und jeweils in allen Kriterien den Schwellenwert von 5 Punkten erreicht)

    Ein Antrag wird befürwortet, wenn er in der vorgelegten Form ohne inhaltliche Änderungen und Ergänzungen von den Gutachtern akzeptiert wird und in den vier Kriterien des Gutachterfragebogens

     

    1. Wirtschaftliche Relevanz, insbesondere für KMU
    2. Wissenschaftlich-technischer Ansatz
    3. Lösungsweg und Qualifikation der Forschungseinrichtungen
    4. Umsetzbarkeit und Transfer der Ergebnisse

     

    jeweils mindestens den Schwellenwert von 5 Punkten erreicht.

    Von der Gutachtergruppe können jedoch die Streichung einzelner Positionen in dem/den Einzelfinanzierungsplan/-plänen und damit die Kürzung der ursprünglich beantragten Zuwendung oder die Erweiterung des Projektbegleitenden Ausschusses gefordert werden. Diese Nachforderungen sind vom Antragsteller innerhalb von maximal sechs Wochen zu erfüllen. Erst nach Erfüllung, wenn der Antrag abschließend befürwortet ist, können in der Regel die Antragsunterlagen (z.B. Finanzierungspläne, Projektbegleitender Ausschuss) abschließend geprüft und alle übrigen Arbeitsschritte eingeleitet werden, die zur Vorbereitung eines Antrags für die Vorlage an das BMWi notwendig sind.

  • Nicht befürwortet (Punktzahl ≤ 23 Punkte und/oder in mindestens einem Kriterium Schwellenwert von 5 Punkten unterschritten)

    Ein Antrag wird in der vorliegenden Form nicht befürwortet, wenn er den Anforderungen z. B. wegen fehlender Unterlagen für eine sachgerechte Beurteilung nicht genügt oder wenn seine Mängel so gravierend sind, dass eine weitgehende Überarbeitung erforderlich ist. Er gelangt nicht in Phase 2 des Antrags- und Bewilligungsverfahrens. Dem Antragsteller wird keine Punktzahl, sondern lediglich das Votum nicht befürwortet zusammen mit den Stellungnahmen der Gutachter mitgeteilt.

 

Wiedervorlage von Forschungsanträgen

Ein nicht befürworteter oder von der Forschungsvereinigung zurückgezogener Antrag kann in überarbeiteter Form im Rahmen der kontinuierlichen Antragstellung ein weiteres Mal eingereicht werden. Dieser Antrag muss dann deutlich als Wiedervorlage gekennzeichnet sein.

Die Änderungen in der aktuellen Beschreibung zum wiedervorgelegten Forschungsantrag sind in geeigneter Form zu kennzeichnen. Bei gravierenden Änderungen besteht die Möglichkeit, eine Stellungnahme der Forschungsvereinigung zu den Anmerkungen der Gutachter zum Antrag beizufügen oder die Änderungen in Form einer Synopse darzustellen.

Die Wiedereinreichung eines nicht befürworteten Antrags in überarbeiteter Form hat aus Gründen der Aktualität grundsätzlich innerhalb von 12 Monaten nach Übersendung der gutachterlichen Stellungnahmen zu erfolgen.

 

Branchenübergreifende , branchenrelevante bzw. technologieweisende IGF-Vorhaben

Jede Forschungsvereinigung kann mit Inkrafttreten der neuen IGF-Richtlinie vom 10. August 2017 am 1. September 2017 einmal im Jahr für ein branchenübergreifendes, branchenrelevantes bzw. technologieweisendes IGF-Vorhaben zwei Bonuspunkte vergeben. Eine entsprechende Begründung wird dem Antrag auf Förderung beigefügt.

 

Vorhaben mit besonderer Relevanz für die Energiewende

Vorhaben, die sich durch eine besondere Relevanz für die Energiewende auszeichnen, können ebenfalls einen Bonus erhalten. Jede Forschungsvereinigung erhält das Recht, einmal pro Jahr für ein Energiewende-Vorhaben einen Bonus von zwei Punkten einzusetzen. Voraussetzung ist, dass das Vorhaben eine Förderempfehlung des Forschungsbeirats der AiF-Forschungsallianz Energiewende erhalten hat. Die Jährlichkeit bezieht sich auf den gewünschten Starttermin des Vorhabens. Eine Kumulierung von Bonuspunkten, d.h. eine Kombination eines Energiewende-Bonus mit einem Bonus als branchenübergreifendes, branchenrelevantes bzw. technologieweisendes Vorhaben, ist nicht möglich.

Falls für ein Vorhaben der Bonus für die besondere Relevanz für die Energiewende eingesetzt werden soll, so ist dies durch die antragstellende Forschungsvereinigung per E-Mail vor dem Antrag auf Förderung (Phase 2) der AiF-Geschäftsstelle mitzuteilen. Mit Weitergabe des Antrags auf Förderung an das BMWi gilt der jährliche Bonus als eingesetzt. Der Energiewende-Bonus gilt nur für die Förderung aus Energieforschungsmitteln und kann nicht in andere Fördervarianten übertragen werden.

Diese Regelung gilt für alle Projekte mit einem Datum des Antrags auf Begutachtung (Phase 1) ab dem 01.06.2016 (Antragsnummern ab 06xxx/16).

 

Damit endet Phase 1.

Für die Fördervariante CORNET gelten Besonderheiten.


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