IGF-Leitfaden (Stand: Juli 2018)


12. Besonderheiten der Fördervarianten

Für die Fördervarianten gelten mit Ausnahme der nachstehenden Besonderheiten die Regelungen des Normalverfahrens.

12.1 Leittechnologien für KMU

zu 1.2 Definition der IGF

Besonders wichtige, systemrelevante, breit angelegte Vorhaben, welche die internationale Wettbewerbsfähigkeit von KMU der jeweiligen Branche nachhaltig stärken, können unter der Fördervariante „Leittechnologien für KMU“ gefördert werden. Sie werden als mehrteilige Projekte von mehreren Forschungsvereinigungen getragen und von mehreren Forschungseinrichtungen mit unterschiedlichem Profil bearbeitet. Leittechnologie-Vorhaben können nach besonderer Bekanntmachung beantragt werden. In einem zweistufigen Verfahren wird dem Antrag eine Interessenbekundung mit Ideenskizzen vorgeschaltet. Eine aus der Zuwendung finanzierungsfähige Ausgabe ist in besonders begründeten Fällen eine Pauschale für die Koordinierung des Leittechnologie-Gesamtprojekts durch eine Forschungsvereinigung.

zu 3.2 Gesamtfinanzierungsplan

Sofern das Leittechnologie-Projekt durch eine Forschungsvereinigung koordiniert wird, kann eine Pauschale für die Koordinierung eines Leittechnologie-Gesamtvorhabens beantragt werden. Die Höhe der Pauschale beträgt maximal 2,5 % der für die Durchführung des Leittechnologie-Gesamtprojektes zuwendungsfähigen Ausgaben bzw. maxinal 20.000 €. Sie dient dazu, die erhöhten Aufwendungen bei der Koordinierung eines mehrteiligen Vorhabens von mehreren Forschungsvereinigungen und Forschungseinrichtungen zu kompensieren. Die zusätzlichen Ausgaben für die Koordinierung des Leittehnologie-Gesamtprojekts müssen in einer dem Förderantrag beigefügten Anlage plausibel dargelegt werden.

zu 9.4 Unterlagen für den Nachweis

Es sind zusätzlich vorzulegen:

12.2 PLUS

zu 1.2 Definition der IGF

Mit der Fördervariante PLUS (vormals CLUSTER) werden mehrere thematisch eng zusammenhängende Forschungsvorhaben (nachfolgend PLUS-Projekte genannt) unterstützt, die zusammen ein PLUS-Gesamtprojekt bilden und von Vorhaben der Grundlagenforschung bis hin zu Vorhaben der Umsetzung in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen reichen können. Die im Rahmen der IGF zu fördernden PLUS-Vorhaben müssen auch deren Kriterien genügen. Die notwendigerweise in das PLUS-Gesamtprojekt eingebundenen flankierenden Vorhaben der Grundlagenforschung oder zur Umsetzung müssen aus anderen Quellen finanziert werden, erstere z.B. von der DFG, letztere vorrangig von der Wirtschaft selbst.

zu 1.3 Gegenstand der Förderung

Gefördert werden Gesamtvorhaben, die aus mindestens vier zusammenhängenden Teilprojekten bestehen, wovon mindestens zwei anwendungsorientierte IGF-Projekte enthalten sein müssen sowie entweder durch zwei grundlagenorientierte Projekte oder Projekte zur Umsetzung ergänzt werden. Die maximale Anzahl von 10 Teilprojekten sollte nicht überschritten werden. Unter einem Teilprojekt wird der Beitrag eines abgegrenzten Arbeitsbereiches verstanden, der üblicherweise durch eine Forschungseinrichtung eingebracht wird. Eine Bearbeitung kann unter Umständen auch von mehr als einer Forschungseinrichtung durchgeführt werden, sofern dies notwendig ist. Dies darf allerdings nicht zu einem PLUS-Vorhaben innerhalb des PLUS-Vorhabens führen. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass das PLUS-Gesamtvorhaben noch gut steuer- und handhabbar ist.

zu 1.4 Antragsberechtigte

Neben den Regelungen für die Antragsberechtigung bezüglich der IGF-Teilprojekte gelten für die flankierenden Teilprojekte außerhalb der IGF unter Umständen andere Berechtigungen für die Antragstellung (z.B. bei der DFG). Aus diesem Grund bedarf es insbesondere für die Einreichung des gesamten Antragspakets einer Koordinierung durch die beteiligten Projektpartner.

zu 2. Antrag auf Begutachtung (Phase 1)

Neben den für das Normalverfahren üblichen Unterlagen für die jeweiligen Teilanträge sind den PLUS-Anträgen eine Präambel voranzustellen, die u.a. folgende Aussagen umfassen muss:

  • Motivation für das PLUS-Vorhaben

  • Inhalt und Verzahnung aller Teilprojekte

  • Mehrwert gegenüber Einzelprojekten

  • Projektmanagement und Organisation der Kooperation

  • Informationsmanagement und Kenntnistransfer zwischen den Partnern

  • Dokumentenmanagement

  • Transfer der Ergebnisse aus dem Projekt

Jeder involvierte Gutachter erhält die vollständigen Antragsunterlagen aller Teilprojekte (auch von denen, die nicht über die IGF finanziert werden), um sich ein umfassendes Bild vom Gesamtprojekt machen zu können. Die Begutachtung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren.

[Details ein-/ausblenden]

In der ersten Stufe (Konzeptphase) können nach besonderer Bekanntmachung Projektskizzen eingereicht werden. Der Umfang beträgt 2-4 Seiten für die Themenstellung, 1 Seite Beschreibung je Teilprojekt und 1 Seite Abschätzung der voraussichtlich zu beantragenden Fördermittel. In der ersten Stufe wird im Wesentlichen die Tragfähigkeit des vorgelegten Konzepts auf Basis der Projektskizze bewertet. Die Kriterien hierfür sind beispielsweise:

  • grundsätzliche Eignung des Themas für ein PLUS-Projekt, d.h. inwieweit ist eine parallele Bearbeitung eines anwendungsorientierten Teils entweder mit einem grundlagenorientierten Teil oder mit Projekten zur Umsetzung sinnvoll

  • sinnvolle Verzahnung der sich ergänzenden Teilprojekte

  • ist ein klares Forschungsziel erkennbar, welches durch die im Konzept beschriebenen Methoden erreichbar ist

  • die Kompetenzfelder im antragstellenden Konsortium sind angemessen besetzt

  • Für die die IGF betreffenden Projekte Berücksichtigung der Kriterien Vorwettbewerblichkeit der angestrebten Forschungsergebnisse, Nutzen und wirtschaftliche Bedeutung für KMU und Transfer der Ergebnisse in die Wirtschaft

  • Angemessenheit der skizzierten Fördermittel

  • Zeitrahmen

Darüber hinaus wird der Mehrwert eines PLUS-Gesamtprojektes gegenüber den Einzelprojekten bewertet, der sich in den erwarteten Synergieeffekten widerspiegelt. Hierzu wird insbesondere die jedem PLUS-Antrag voranzustellende Präambel durch die Gutachter bewertet.

 

In der zweiten Stufe (Begutachtungsphase) ist für die Begutachtung der ausführlichen Anträge jeweils das komplette Antragspaket vorzulegen. Sofern eine Aufforderung zur Einreichung eines ausführlichen Antrages erfolgt, ist dieser möglichst innerhalb von 6 Monaten einzureichen.

Für die Begutachtung eines PLUS-Antrags wird eine individuell zusammengesetzte Gutachtergruppe eingesetzt. Im Rahmen einer gemeinsamen Gutachtersitzung wird den Antragstellern Gelegenheit gegeben, den PLUS-Antrag in einer kurzen und prägnanten Präsentation vorzustellen und anschließend auf mögliche Fragen der Gutachter direkt zu antworten. Die eigentliche Beratung der Gutachter findet ohne Beteiligung der Antragsteller statt. Die Gutachtergruppe gibt eine Empfehlung über die Förderwürdigkeit des PLUS-Gesamtprojekts und seiner Teilprojekte ab.

zu 4. Antrag auf Förderung (Phase 2)

Besondere Unterlage für einen Antrag auf Förderung (Phase 2):

  • Abschließendes Votum einer speziell für die Begutachtung eines PLUS-Antrags zusammengestellten Gutachtergruppe

    [Details ein-/ausblenden]

    Bei Gemeinschaftsvorhaben mit der DFG werden für deren Teilprojekte die Entscheidungen durch den Hauptausschuss der DFG auf Basis der Förderempfehlung der Gutachtergruppe getroffen.

zu 6.3 Bestandskraft

Die Bestandskraft des Zuwendungsbescheides kann vor Ablauf der Rechtsbehelfsfrist herbeigeführt werden, wenn die AiF-Forschungsvereinigung zusätzlich die Zusagen für die Förderung / Finanzierung für die anderen nicht im Rahmen der IGF geförderten PLUS-Teilprojekte vorlegt.

zu 7.1 Auszahlung von Fördermitteln

Zusätzliche Voraussetzung für die Auszahlung von angeforderten Fördermitteln ist, dass die Zusagen für die Förderung / Finanzierung für die anderen nicht im Rahmen der IGF geförderten PLUS-Teilprojekte vorliegen.

zu 9.4 Unterlagen für den Nachweis

Es sind zusätzlich innerhalb von vier Monaten nach Abschluss des PLUS-Gesamtprojekts dessen umfassender Schlussbericht und ein Nachweis über die von Dritten erbrachten Leistungen vorzulegen.

12.3 CORNET

zu 1.2 Definition der IGF

Um die Internationalisierung zu fördern, werden mit der Fördervariante CORNET (Collective Research Networking) transnationale Forschungsprojekte durchgeführt (nachfolgend CORNET-Gesamtprojekte genannt), die mindestens mit einer ausländischen Forschungseinrichtung gemeinsam bearbeitet werden, von einem transnational zusammengesetzten projektbegleitenden Ausschuss (User Committee) begleitet werden und bei denen die gesamten Ergebnisse allen Unternehmen zu jeweils gleichen Bedingungen zur Verfügung stehen. Die Förderung basiert dabei auf den nationalen bzw. regionalen Regeln. Die IGF-Förderung kann dabei die Finanzierung von Teilprojekten (nachfolgend CORNET-Vorhaben) umfassen, die in Deutschland entsprechend den IGF-Regelungen durchgeführt werden.

Weitere Informationen finden sich auf www.cornet.online.

 

zu 1.4 Antragsberechtigte

Über die Antragsberechtigung in den beteiligten Ländern/Regionen außerhalb Deutschlands sollten sich die Projektpartner eines CORNET-Gesamtprojekts (Konsortium) frühzeitig bei den am jeweiligen Call beteiligten nationalen Förderagenturen informieren.

zu 2. Antrag auf Begutachtung (Phase 1)

Einzelheiten finden sich in den Guidelines zu den jeweiligen Calls. In der Regel werden zwei Calls pro Jahr durchgeführt (Einzelheiten auf den CORNET-Programm-Seiten)

Neben dem gemeinsamen CORNET-Antrag in englischer Sprache ist für die Beantragung des deutschen Fördermittelanteils die Eingabe der notwendigen Antragsdaten in deutscher Sprache über das Portal zur elektronischen Antragstellung ELANO erforderlich.

zu 3.2 Gesamtfinanzierungsplan

Sofern das CORNET-Gesamtvorhaben durch eine deutsche Forschungsvereinigung koordiniert wird, kann eine Pauschale für die Koordinierung eines transnationalen FuE-Projekts beantragt werden. Die Höhe der Pauschale beträgt maximal 5 % der für das IGF-Vorhaben bewilligten Zuwendung bzw. maximal 20.000 €. Sie dient dazu, die erhöhten Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Koordinierung eines transnationalen Projekts entstehen, zu kompensieren. Die zusätzlichen Ausgaben für die Koordinierung des CORNET-Gesamtprojekts müssen in einer dem Förderantrag beigefügten Anlage plausibel dargelegt werden.

zu 4. Antrag auf Förderung (Phase 2)

Bei einem als förderfähig eingestuften CORNET-Antrag erfolgt die verbindliche Erklärung zum gewünschten tatsächlichen Arbeitsbeginn formlos per E-Mail an rueckantwort(at)aif.de. Als frühester Arbeitsbeginn ist der übernächste Monatserste möglich.

Besondere Unterlagen für einen Antrag auf Förderung (Phase 2):

  • Kopie des englischsprachigen Gesamtantrags ggf. zzgl. Ergänzungen, damit alle nötigen Informationen für die Beschreibung enthalten und die Arbeitspakete des Einzel-Forschungsvorhabens eindeutig sind.

  • Die Einzelbewertungen der Gutachter. (Hinweis: Diese Einzelbewertungen werden dem BMWi durch die AiF gesondert mit dem Antrag auf Förderung vorgelegt.)

  • Gesamtfinanzierungsplan für das Vorhaben ggf. mit zusätzlicher Angabe zur Pauschale für die Koordinierung eines transnationalen CORNET-Gesamtprojektes und einer kurzen plausiblen Darstellung der geplanten Ausgaben für diese Koordinierung.

  • Kooperationsvertrag zum CORNET-Gesamtprojekt (Consortium Agreement, kann nachgereicht werden, muss aber zum Zeitpunkt der Bewilligung vorliegen).

    [Details ein-/ausblenden]

    Die Projektpartner eines CORNET-Gesamtprojekts (Forschungseinrichtungen und Forschungsvereinigungen) schließen vor Durchführung des Projekts einen Kooperationsvertrag (Consortium Agreement). Ein Muster für dieses Consortium Agreement steht auf den CORNET-Programmseiten bereit.


Hinweis: Die Förderzusagen der nicht-deutschen Förderorganisationen des CORNET-Gesamtprojekts werden durch die AiF vorab an das BMWi weitergeleitet. Die Gesamtfinanzierung ist diesbezüglich sichergestellt.

zu 7.1 Auszahlung von Fördermitteln

Zusätzliche Voraussetzung für die Auszahlung von angeforderten Fördermitteln ist, dass der von allen beteiligten Einrichtungen unterschriebene Kooperationsvertrag (Consortium Agreement) für das CORNET-Gesamtprojekt vorliegt.

zu 9.4 Unterlagen für den Nachweis

Es sind zusätzlich vorzulegen:

zu 10.1.1 Erste Erfolgskontrolle

Bei einem CORNET-Vorhaben erhält der Schlussgutachter einen für CORNET-Projekte entworfenen Fragebogen zur Schlussbegutachtung, die Antragsunterlagen und die Schlussberichte des CORNET-Vorhabens sowie des CORNET-Gesamtprojekts.


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