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Digitale Macht: Parlamentarischer Abend der AiF

Die Präsidentin der AiF begrüßt die Gäste.

MdB Gisela Manderla im Gespräch mit AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer (l.) und Dietmar Goericke

MdB Gisela Manderla im Gespräch mit AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer (l.) und Dietmar Goericke

AiF-Präsidentin Karmann-Proppert mit MdB Josef Rief

AiF-Präsidentin Karmann-Proppert mit MdB Josef Rief

Cherno Jobatey, die AiF-Präsidentin und MdB Dr. Petra Sitte (v.l.)

Cherno Jobatey, die AiF-Präsidentin und MdB Dr. Petra Sitte (v.l.)

Cherno Jobatey referiert unter der Überschrift „Digitale Macht“.

Cherno Jobatey referiert unter der Überschrift „Digitale Macht“.

Die Digitalisierung verändert all unsere Lebensbereiche. Sie treibt den Wandel des Innovationssystems an, sie stellt tradierte Geschäftsmodelle in Frage und sie verändert unsere Arbeitswelt – um nur einige Beispiele zu nennen. Daher stand der diesjährige Parlamentarische Abend der AiF ganz im Zeichen der „Digitalen Macht“. Yvonne Karmann-Proppert, Präsidentin der AiF und Geschäftsführende Gesellschafterin der Pharma-Labor Yvonne Proppert GmbH, hieß dazu am 22. März 2017 rund 100 Gäste in der historischen Ringkammerofenhalle der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin willkommen, darunter 15 Mitglieder des Deutschen Bundestages (MdB).

Die AiF-Präsidentin betonte in ihrer Begrüßung, dass die von der AiF betreuten Fördermaßnahmen Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass gerade mittelständische Unternehmen, denen hier ein großer Nachholbedarf nachgesagt wird, die Potenziale der Digitalisierung für Innovationen noch besser ausschöpfen können. „In der IGF widmeten sich 2016 von rund 1.300 Projekten 22 Prozent der Digitalisierung – und davon wiederum mehr als die Hälfte explizit dem Thema `Industrie 4.0´ – und im ZIM befassen sich 15 Prozent der rund 9.200 Projekte unmittelbar mit der Digitalisierung.“

Yvonne Karmann-Proppert dankte nochmals herzlich den Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie allen Fürsprechern und Mitstreitern der AiF, die sich für den Aufwuchs der Fördermittel für die  IGF in 2017 um 30 Millionen Euro eingesetzt haben: „Aufgrund der bemerkenswerten Breitenwirkung der IGF und ihrer Fokussierung auch auf die prioritären Zukunftsaufgaben stärkt das die Innovationskraft des deutschen Mittelstandes unmittelbar.“, so Karmann-Proppert.

Bedeutende Instrumente: Ausbau von IGF und ZIM

Auch aus dem Hightech-Forum, dem die AiF-Präsidentin als Stimme des Mittelstands angehört, gab es Erfreuliches zu berichten. In den Ergebnissen, die der Bundesregierung am 16. Mai übergeben werden, steht, dass IGF und ZIM weiter ausgebaut werden sollten. Auch wird empfohlen, den Mechanismus der vorwettbewerblichen IGF, den die AiF seit mehr als sechzig Jahren praktiziert, als Vorbild für Innovationsaktivitäten in nicht-technologischen Bereichen zur Förderung sozialer Innovationen zu nutzen. Ferner bezeichnet die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in ihrem aktuellen Jahresgutachten ZIM und IGF als bedeutende Instrumente der technologieoffenen Förderung. „Diese eindeutigen Empfehlungen und Aussagen unterschiedlicher Absender belegen einmal mehr die Leistungsfähigkeit der AiF als Netzwerk zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und damit der Zukunftsfähigkeit des Mittelstands.“, zeigte sich Karmann-Proppert überzeugt.

Der neue Kampf um die Deutungshoheit

Von einer ganz anderen Seite beleuchtete den digitalen Wandel der Journalist und Herausgeber der Huffington Post, Cherno Jobatey. Er hat sich intensiv damit auseinandergesetzt, welche Veränderungen die Kommunikation durch die Digitalisierung erfahren hat und wie sich Politik und Gesellschaft, Unternehmen und Verbände diesem Thema stellen können. In seiner Keynote unter der Überschrift „Digitale Macht – Der neue Kampf um die Deutungshoheit“ erklärte er die neuen Spielregeln der Kommunikation und auch, wie jeder davon etwas lernen kann, um mitzuspielen.

Jobatey: „Wissen ist Macht. Und die Aufmerksamkeit, die nötig ist, um Wissen überhaupt vermitteln zu können, war schon immer schwer zu erlangen. Aufmerksamkeit ist ein wertvolles Gut in unserer Wissensgesellschaft. Denn wer die Aufmerksamkeit hat, hat auch die Deutungshoheit. Die schleichende Veränderung begann bereits in den 1990ern mit der Erfindung des Browsers: Internet ist seitdem für alle da. Die digitale Revolution wirbelt bis heute sehr viel durcheinander. Tradierte Geschäftsmodelle ändern sich genauso wie Kommunikation. Spätestens seit der Trump-Wahl ist es nun nicht mehr zu leugnen, dass das Spiel ein anderes geworden ist. Mit Hilfe der technischen Moderne kann prinzipiell jeder ziemlich preiswert seine altmodisch agierenden Gegner besiegen.“

In einer Bildergalerie finden Sie Impressionen der Veranstaltung.