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Industrielle Gemeinschaftsforschung vernetzt Global Player und Mittelstand

MdB Karsten Klein, Dr. Michael Hirthammer, Prof. Martin Bastian, Dr. Eduard Neufeld (v.l.)

Forschung und Entwicklung sind für Unternehmen existenziell, um ihre Produkte weltmarktfähig zu halten. Aber gerade mittelständische Unternehmen aus Bayern und bundesweit können sich häufig keine eigenen Forschungsabteilungen leisten. Deshalb kooperieren sie unter anderem mit Forschungsvereinigungen ihrer und anderer Branchen, können ihren Bedarf mit Hilfe der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundeswirtschaftsmininsteriums adressieren und von den Ergebnissen profitieren. Systemisch abgestimmt werden hier kleine, mittlere und große Unternehmen in Deutschland in ihrem forschenden Engagement unterstützt. Etwa 21,4 Millionen Euro wurden 2019 für IGF-Vorhaben an bayerischen Forschungseinrichtungen umgesetzt.

Die Sun Chemical Group GmbH aus Karlstein am Main, im Norden Bayerns, ist der weltweit führende Hersteller von Druckfarben und Pigmenten. Mit über 20.000 Beschäftigten an 176 Standorten in 63 Ländern gehört die Unternehmensgruppe zu den Global Playern und natürlich nicht zum Mittelstand. Trotzdem engagiert sich der bayerische Konzernbereich innerhalb der Industriellen Gemeinschaftsforschung in Deutschland für mittelständische Unternehmen. „Zu unseren Support-Leistungen für unsere Kunden gehören heute selbstverständlich auch Forschung und Entwicklung, deren Ergebnisse schnell in die Produktion einfließen. Gerade in unserem Industriebereich sind die Produkte und Produktionsverfahren durch die Digitalisierung der Medien stark steigenden ökonomischen Herausforderungen sowie hohen ökologischen Standards unterworfen. In der Kooperation mit den AiF-Forschungsvereinigungen leisten wir als international agierendes Unternehmen in den Projektbegleitenden Ausschüssen einen wirkungsvollen Beitrag. Davon profitiert der deutsche Mittelstand und somit unterstützen wir auch die Innovationsfähigkeit unserer mittelständischen Auftragnehmer“, betonte Dr. Michael Hirthammer, Vice President Printing Ink Technologies der Sun Chemical Group GmbH.
Sun Chemical bietet vom Entwurf bis zur Auslage im Regal einen Rundum-Service in Fragen von Druckvorstufe, Farbmanagement, Markenschutz, Druckplatten, Druckfarben, Lacken und Verbrauchsmaterialien.

„Der technologische Wandel der Druck- und Medienbranche ist infolge der fortschreitenden Digitalisierung der Prozesse unter Einbeziehung von Methoden der künstlichen Intelligenz von einem hohen Tempo geprägt. So entwickeln sich unsere Forschungsgegenstände aus dem kontinuierlichen Dialog mit den Unternehmen und orientieren sich an ihren Anforderungen. Für uns ist selbstverständlich, dass unsere Forschung immer den Anwendungstransfer einschließt“, erklärte Dr. Eduard Neufeld, Geschäftsführer des Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V. aus Aschheim bei München, das eines von über 100 Mitgliedern der AiF ist. „Innerhalb der IGF arbeiten wir derzeit an 20 laufenden Forschungsprojekten. In den vergangenen sieben Jahrzehnten konnten wir über 560 Forschungsvorhaben umsetzen,“ so Neufeld weiter.

Dr. Eduard Neufeld und Dr. Michael Hirthammer sowie Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian, Institutsdirektor Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum e.V. in Würzburg, Dr. Peter Wülfert, Technical Director Global Sheetfed Technologies, und Detlef Trautewein, Customer Technical Service Manager Sheetfed Systems der Sun Chemical Group GmbH, stellten am 22. Oktober 2020 vor, wie die gemeinsamen Projekte im Netzwerk der AiF umgesetzt werden. Die Ergebnisse der angewandten, technologieoffenen Forschung stehen am Ende kleinen und mittleren Unternehmen aus allen Branchen zur Verfügung.

Der Bundestagsabgeordnete Karsten Klein (FDP), unter anderem Mitglied im Haushaltsausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages, informierte sich über die Bedingungen und Wirkung der Industriellen Gemeinschaftsforschung in seiner Heimatregion in Bayern. "Es hat sich immer wieder gezeigt: Innovationen führen zu Gewinnen und schaffen Wohlstand. Für den flexibel agierenden deutschen Mittestand ist jetzt ein Zeitpunkt, Zukunftstechnologien selbstverständlicher einzusetzen. Dass Unternehmen, die im Alltag Konkurrenten sind, sich zusammenschließen und gemeinsam mit Forschungsinstituten Lösungen entwickeln, muss der Staat unbedingt weiterhin unterstützen. Die Bundesregierung muss einen stärkeren Fokus auf die Förderung von Forschungsvorhaben, die auf eine konkrete Anwendung ausgerichtet sind, legen", erklärte Klein. Er hat seinen Wahlkreis in Aschaffenburg und wurde von Peter Kreß (FDP), Erster Bürgermeister von Karlstein am Main, begleitet. (frd)