Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf Rekordhoch

17.05.2019 |

Noch nie wurde in Deutschland so viel geforscht und entwickelt wie im Jahr 2017. Das belegen die endgültigen Ergebnisse der FuE-Datenerhebung der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. 69 Milliarden Euro investierten die Unternehmen 2017 in die eigene Forschung und Entwicklung. Das sind knapp sechs Milliarden Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Anstieg der internen FuE-Ausgaben um 9,5 Prozent ist so stark wie nie zuvor. Dafür haben die Unternehmen zusätzliches Personal eingestellt. 436.571 Forscher und Entwickler haben 2017 in den Forschungsabteilungen der Unternehmen gearbeitet. Im Jahr 2016 waren es noch 413.027 FuE-Beschäftigte. Auch der Wert der Forschungsaufträge, die Unternehmen an andere Unternehmen, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen im In- und Ausland vergeben, ist auf ein neues Hoch gestiegen und liegt bei 19,5 Milliarden Euro.

Ziel erreicht

Mit 3,03 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erreichen Wirtschaft und Staat erstmals deutlich das Ziel der Bundesregierung, drei Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung auszugeben. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sagte zu dazu: „Deutschland ist ein forschungsstarker Standort. Wer heute in Forschung und Entwicklung investiert, zählt auch morgen zu den Innovationsführern. Die neuen Zahlen zeigen: In der Europäischen Union gehören wir zur Spitzengruppe. Das 3-Prozent-Ziel haben wir erreicht.“

Innovationsmotor Kraftfahrzeugbau

Der Kraftfahrzeugbau bleibt Innovationsmotor und bestimmt die Forschungslandschaft. Ein Blick in die einzelnen Branchen zeigt: Allein bei den Automobilherstellern wird mit mehr als einem Drittel aller finanziellen und personellen Aufwendungen mit Abstand am meisten geforscht und entwickelt. Dafür haben sie mit ihren Zulieferern in 2017 insgesamt 25,6 Milliarden Euro ausgegeben (2016: 21,9 Milliarden Euro). Die Zahl der FuE-Beschäftigten erhöhte sich hier im gleichen Zeitraum sogar um 10 Prozent von knapp 114.000 auf 126.400. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg stieg das FuE-Personal 2017 zum Vorjahr im Durchschnitt um 5,7 Prozent.

Rechnet man die Ausgaben aller Unternehmen nach ihren Forschungsfeldern branchenübergreifend zusammen, werden sogar knapp zwei Drittel (59 Prozent) der FuE-Ausgaben im verarbeitenden Gewerbe und Dienstleistungssektor für Technologien des Fahrzeugbaus investiert. So forschen beispielsweise 82 Prozent der wissenschaftlich-technischen Dienstleister für den Fahrzeugbau, im Wirtschaftszweig Gummi und Kunststoff sind es 65 Prozent, in der Metallbranche 23 Prozent und im Maschinenbau 19 Prozent.

Themen wie digitale Technologien (IT), Klima und Umwelt, Energie und Optik werden von den forschenden Unternehmen zwar häufig als Forschungsfelder genannt – spielen aber quantitativ betrachtet eine untergeordnete Rolle. Allein das Thema Gesundheit weist mit 13 Prozent der FuE-Ausgaben auf die Bedeutung Deutschlands als Pharmastandort hin.

Mehr Großunternehmen

Traditionell wird vor allem in den Großunternehmen geforscht und entwickelt. Auf kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten entfallen lediglich acht Prozent der FuE-Ausgaben. „Wir brauchen mehr Vielfalt in der Forschungslandschaft, um im internationalen Wettbewerb nachhaltig mithalten zu können und die wichtigen gesellschaftlichen Ziele wie Klima- und Umweltschutz, Sicherheit, Gesundheit und Versorgung zu gestalten.“, sagte Andreas Barner, Präsident des Stifterverbandes, anlässlich der Präsentation der Ergebnisse.

Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland bei der FuE-Quote im vorderen Mittelfeld, vor den USA, Frankreich oder China. Zu den Spitzenreitern gehören Südkorea, Israel und die Schweiz.  

Alle Ergebnisse zur FuE-Datenerhebung finden Interessenten unter: www.stifterverband.org/fue-facts-2017

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