Industrielle Gemeinschaftsforschung macht den deutschen Mittelstand fit für den Weltmarkt

v. l. n. r.: Prof. Sebastian Bauer, MdB Peter Bleser, MdB Andreas G. Lämmel, MdB Eckhardt Rehberg, MdB Rudolf Henke, MdB Dr. Joachim Pfeiffer, Prof. Volker Stich, Dr. Thomas Kathöfer, MdB Stefan Rouenhoff

11.09.2019 |

„Ein innovativer Mittelstand ist für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft entscheidend. Mittelständische Unternehmen entwickeln dank ihrer Kreativität und Marktnähe besonders viele innovative Produkte und Dienstleistungen“, heißt es im Regierungsentwurf des Bundeshaushaltsgesetzes für 2020, das am 10. September 2019 in der 1. Lesung im Deutschen Bundestag debattiert wurde. Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier beschrieb den Mittelstand kürzlich sogar als „Geheimwaffe der deutschen Wirtschaft“.

Diese Würdigung der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) unterstrichen der Präsident der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e. V., Professor Sebastian Bauer, und der AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer. Sie nahmen gemeinsam mit Professor Volker Stich, Geschäftsführer des Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) und Direktor des RWTH Aachen Campus Clusters Smart Logistik, und der Geschäftsführerin für AIF-Forschungspolitik Andrea Weißig an einem parlamentarischen Austausch auf Einladung der AG Wirtschaft und Energie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am 11. September 2019 teil.

Erhöhung von 169 auf 177 Millionen Euro im Bundeshaushalt für das Forschungsförderprogramm IGF geplant – mindestens 200 Millionen wären nötig

Professor Stich, dessen Forschungsinstitut AiF-Mitglied und somit antragsberechtigt für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) ist, forderte eine deutliche Unterstützung für die forschenden KMU in Deutschland: „Das IGF-System ist einmalig auf der Welt. Die Förderung dieser technologieoffenen und vorwettbewerblichen Forschung ermöglicht Innovationskompetenz verbunden mit anwendungsorientierter und somit bedarfsgerechter Forschung und Produktentwicklung für den Mittelstand. Die Mitglieder der AiF begrüßen die geplante Mittelerhöhung für die IGF innerhalb des Bundeshaushaltsgesetzes für 2020 von 169 auf 177 Millionen Euro. Der Forschungsbedarf ist aber wesentlich höher! Bisher können jährlich über 500 Forschungsvorhaben neu bewilligt und insgesamt 1.700 laufende Vorhaben verwirklicht werden. Aber: Es liegen auch sehr viele Vorhaben, die begutachtet, befürwortet und durch die erreichten Punktzahlen auch förderfähig sind, mit der Bitte um Bewilligung bereit.“

Eigentliches Ziel seien, laut Stich, mindestens 200 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt für die Industrielle Gemeinschaftsforschung ab 2020. Das wäre ein gutes Zeichen, insbesondere im Kontext der vom Bundeswirtschaftsminister geplanten „Mittelstandsstrategie“.

„Made in Germany“: AG Wirtschaft und Energie der CDU/CSU diskutiert mit AiF

Altmaiers Parteikollege und wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie Vorsitzender der AG Wirtschaft und Energie, Dr. Joachim Pfeiffer, bekräftigte am Morgen des 11. September 2019 innerhalb eines Parlamentarischen Frühstücks seine Haltung zum deutschen Mittelstand: „Wir wollen die Marke ‚Made in Germany‘ unbedingt weiter stärken. Die Innovationen, die aus dem Mittelstand kommen, bedienen weltweit höchste Standards.“ Das müsse so bleiben und damit auch von der Politik transparent und unbürokratisch gefördert werden. Pfeiffer kündigte vor den AiF-Vertretern konkrete Unterstützung an: „Wir wollen nicht, dass die deutschen KMU bei Zukunftsthemen und der digitalen Transformation international abgehängt werden. Deshalb engagieren wir uns als Union für eine stufenweise Erhöhung der Forschungsförderung in der mittelständischen Wirtschaft. Anstrebenswert wäre beispielsweise, das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) auf 700 Millionen Euro, die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) auf 200 Millionen Euro und die Forschungs- und Entwicklungs(FuE)-Förderung gemeinnütziger externer Industrieforschungseinrichtungen in strukturschwachen Regionen (INNO-KOM) auf 90 Millionen Euro anzuheben.“

An dem morgendlichen Austausch mit Vertretern der AiF innerhalb der ersten Sitzungswoche nach der Sommerpause des Bundestages nahmen nicht nur 16 Mitglieder des Bundestages (MdB), und Fachreferenten verschiedener Arbeitsgruppen teil, sondern auch der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragter der Bundesregierung für Mittelstand und für die neuen Bundesländer und Beauftragter der Bundesregierung für Mittelstand und für die neuen Bundesländer Christian Hirte.

Zustimmung zur IGF-Mittelerhöhung aus den Fraktionen des Bundestages

„Mit den bisher geplanten 177 Millionen Euro für die Industrielle Gemeinschaftsförderung (IGF) und den geplanten ZIM-Mitteln in Höhe von 555 Millionen Euro sind diese Ausgaben innerhalb des Bundeshaushaltes 2020 im Verhältnis kleine Posten. Doch ihre Wirkung ist für die Zukunftsfähigkeit des Mittelstandes von großer Bedeutung. Wirtschaftliche Forschungsförderung bedeutet immer auch Strukturförderung“, betonte der AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer.

Während der ersten Lesung zum Einzelplan 09 (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie - BMWi) des Regierungsentwurfes des Bundeshaushaltsgesetzes 2020 äußerten sich die Bundestagsabgeordneten aller Parteien. Neben dem MdB Dr. Joachim Pfeiffer, der auch in der  Bundestagsdebatte einen weiteren Ausbau der Förderprogramme IGF und ZIM deutlich anregte, betonte unter anderem die stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/ DIE GRÜNEN Anja Hajduk die besonderen Herausforderungen für die KMU. Hajduk, die auch Senatsmitglied der AiF ist, forderte, dass „die Investitionen glaubhaft gestärkt“ werden müssen. An den Bundeswirtschaftsminister gerichtet, mahnte MdB Karsten Klein (FDP) an, die „Technologieoffenheit in der Forschungsförderung zu gewährleisten“. MdB Heidrun Bluhm-Förster (DIE LINKE) erinnerte daran, dass ihre Fraktion seit Jahren für eine massive Stärkung der KMU in strukturschwachen Regionen und eine Erhöhung der Finanzmittel des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand plädiere. MdB Sabine Poschmann (SPD) erklärte ausdrücklich: „Mit mehr Mitteln im Haushalt wird auch die Industrielle Gemeinschaftsforschung gestärkt. Das ist der richtige Ansatz. Denn Kooperation ist die Ideen- und vor allem Umsetzungsschmiede der heutigen Zeit.“

Über die AiF

Die AiF ist das Forschungsnetzwerk für den deutschen Mittelstand. Sie fördert Forschung, Transfer und Innovation. Als Dachverband von 100 gemeinnützigen Forschungsvereinigungen mit mehr als 50.000 eingebundenen Unternehmen und 1.200 beteiligten Forschungseinrichtungen leistet sie einen wichtigen Beitrag, die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Die AiF als gemeinnütziger Verein organisiert die Industrielle Gemeinschaftsforschung und betreut über die AiF Projekt GmbH und die AiF F∙T∙K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Bei der Umsetzung der Industriellen Gemeinschaftsforschung unterstützt die AiF das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen eines Vertrages. Seit ihrer Gründung im Jahr 1954 lenkte sie rund zwölf Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in neue Entwicklungen und Innovationen und brachte mehr als 235.000 Forschungsprojekte auf den Weg.

Honorarfreie Fotos stellen wir Ihnen gern auf Anfrage zur Verfügung. Die Rechte sind geklärt.

Pressekontakt:

Frauke Frodl, Pressereferentin Forschungspolitik, AiF e. V. Büro Berlin
Telefon: +30 64475215, E-Mail: frauke.frodl(at)aif.de

 


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