Gemeinsame Forschung des Mittelstands erfolgreich dank Förderung

v. l. n. r.: Prof. Frank Mirtsch, Andrea Weißig, MdB Stefan Gelbhaar

22.08.2019 |

„In der Natur ist nichts gerade, alles ist strukturiert und multifunktional“, beschreibt Professor Frank Mirtsch, Inhaber eines forschenden mittelständischen Unternehmens aus Berlin, leidenschaftlich sein Vorbild. Nahezu jeder kenne die gewölbte Wabenstruktur einer Waschmaschinentrommel. Diese Struktur, die ein schnelles und besonders schonendes Waschen ermöglicht, wurde von der Dr. Mirtsch Wölbstrukturierung GmbH gemeinsam mit der Miele & Cie. KG entwickelt und patentiert. Die Innovationen des mittelständischen Unternehmens sind, inspiriert durch die Natur, hergestellt worden und weltweit in zahlreichen Branchen und im Verbraucheralltag zu finden, darunter in der Automobilindustrie, der Licht- und Haushaltstechnik oder auch der Architektur. Der Berliner Unternehmer und Wissenschaftler hat bereits mehr als 30 Patente in seinem beruflichen Portfolio.

„Es sind die Unternehmen des deutschen Mittelstandes, die ständig an der Neu- und Weiterentwicklung ihrer Produkte arbeiten müssen und damit unsere Wirtschaft im mehrfachen Sinne bereichern. Das Unternehmen aus Berlin ist aktuell an drei Forschungsvorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beteiligt, bringt die eigene Expertise in den Projektbegleitenden Ausschüssen ein und profitiert von den Ergebnissen der Forschung“, erklärt die Geschäftsführerin Forschungspolitik der AiF Andrea Weißig.

Wirkungen der IGF

Mirtsch, Weißig und der Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) informierten am 15. August 2019 über die Wirkung und Erfolgsgeschichte der Industriellen Gemeinschaftsforschung bundesweit und im Besonderen in Berlin. Gelbhaar, der seinen Wahlkreis in Berlin-Pankow hat und Obmann und ordentliches Mitglied im Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur ist, betonte die Bedeutung der Forschungsförderung in der Bundesrepublik für die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sehr klar: „Wir Grünen sind große Fans der AiF.“ Forschungsförderung zu ermöglichen, bedeute fast immer auch Material- und Energieeinsparung und damit wirksamer Umweltschutz. Welche ökonomisch und ökologisch effektiven Ergebnisse diese themenoffene und teilweise branchenübergreifende Forschung zugunsten des Mittelstands bringt, wird an den Produkten des Berliner Innovationsunternehmen exemplarisch deutlich.

Dank der wölbstrukturierten Bleche der Dr. Mirtsch GmbH konnte beispielsweise bei speziellen Großleuchten Material und Gewicht von über 80 Prozent eingespart werden. Das Dach eines Sportstadions in Odessa, prämiert mit dem Deutschen Materialeffizienz Preis, ist aufgrund dieser flexiblen Wölbstrukturen wesentlich unempfindlicher gegen Wetterschäden und blendarmer. Die strukturierten Bleche sind weder gedrückt noch gepresst. Sie werden in einem einmaligen von Mirtsch entwickelten Prozess hergestellt. Dadurch sind nicht nur die Produkte selbst sehr ressourceneffizient, sondern auch ihre Herstellung. „Wir benötigen nur ein Zwanzigstel der Energie dank unserer Herstellungsverfahren“, erklärt Mirtsch. Nicht zuletzt seien seine Produkte auch langlebiger und extrem dünn.   

Gemeinsame vorwettbewerbliche Forschung

In drei IGF-Vorhaben ist die Berliner Dr. Mirtsch Wölbstrukturierung GmbH gemeinsam mit weiteren mittelständischen Unternehmen derzeit involviert. Die Vorhaben kommen aus dem Textilbereich, der Maschinenbaubranche und der Stahlanwendung und werden an diversen Forschungseinrichtungen umgesetzt und von den jeweiligen Forschungsvereinigungen koordiniert. Diese Vereinigungen sind Mitglieder der AiF und ermöglichen den KMU eine gemeinsame vorwettbewerbliche Forschung zum Nutzen aller Unternehmen einer Branche.

„Diese industrielle Forschungsförderung zugunsten des Mittelstands ist in der Welt einzigartig. Das schätzen die KMU sehr, zumal sie hierüber ihre Netzwerke stärken und oftmals Fachkräfte finden und binden können“, betont Weißig. In diesem Zusammenhang ergänzt der Unternehmer und Wissenschaftler Mirtsch gern, wie lebenswichtig die IGF-Förderungen für seine Produktentwicklungen sind. Das Netzwerken mit Kollegen aus Forschung und Industrie biete ihm einen fundamentalen Austausch für die Innovationen in seinem Unternehmen.

Foto: © AiF Presse Forschungspolitik

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