Netzwerk: Politikerinnen, Forscherinnen, Unternehmerinnen

20.01.2020 |

Industrieforschung in Deutschland ist in entscheidenden Positionen noch viel zu selten von Frauen besetzt. Und doch gibt es sie: die Frauen, die sehr erfolgreich als Ingenieurinnen, Gutachterinnen, Institutsleiterinnen, Unternehmerinnen, in Forschungseinrichtungen, in der Industrie und in der Ausbildung arbeiten. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag für „made in Germany“.

Insgesamt zwölf weibliche Bundestagsabgeordnete der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion kamen am 15. Januar 2020 mit acht erfolgreichen Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen von Forschungsvereinigungen, die Mitglieder der AiF sind, sowie von Forschungseinrichtungen in Berlin zu einem Netzwerkaustausch zusammen.

„Die Gruppe der Frauen versteht Frauenpolitik als eine Querschnittsaufgabe, die alle Politikfelder betrifft. Daher ist es wichtig, sich mit Frauen aus der Praxis auszutauschen“, erklärte Yvonne Magwas, Mitglied des Bundestages und Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Wir waren uns mit den Frauen aus der Praxis einig: Es fehlt immer noch an weiblichen Führungskräften im Forschungsbereich. Denn viele Studien zeigen, gemischte Teams arbeiten am effektivsten“, betonte Magwas.

Die Ingenieurinnen sowie promovierten und habilitierten Naturwissenschaftlerinnen sehen einen dringenden Bedarf nicht nur an Frauen in technischen Berufen und in leitenden Positionen des deutschen Mittelstandes. Nur 25 Prozent der Studierenden sind Studentinnen, die in Ingenieur-Fachbereichen abschließen. „Doch wir haben inzwischen Probleme, überhaupt ausreichend junge Menschen für unsere Studienrichtungen zu finden“, betonte die Geschäftsführerin der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V., AiF-Präsidiumsmitglied und leidenschaftliche Ingenieurin, Professorin Claudia Langowsky. Sie behauptet sich seit Jahrzehnten in einer Männerdomäne. Gleichzeitig betonte Langowsky die nachhaltige Wirkung der Nachwuchsförderung innerhalb der Forschungsvorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Viele junge Wissenschaftler, die an Forschungsprojekten mitarbeiteten, würden dadurch zu einem Engagement im forschenden Mittelstand und für die mittelständische Industrie geführt.

Das Thema Bildung war auch für Professorin Maike Rabe, Leiterin des Forschungsinstitutes für Textil und Bekleidung FTB an der Hochschule Niederrhein, von besonderer Bedeutung. Eine persönlichkeitsentwickelnde Schulbildung, die auch eine größere Offenheit für technische Berufe initiieren müsse, war unter anderem ihre Botschaft an die Politikerinnen. Sie mahnte eine Gesellschaft an, die sich aktuell „nicht freundlich gegenüber dem mittelständischen Gewerbe“ zeige. Gleichzeitig erwähnte Rabe in Einklang mit den innerhalb der AiF engagierten Unternehmerinnen und Forscherinnen, dass sie gern die Vorbildfunktion übernähmen, um junge Menschen für diese vielschichtigen und zukunftsträchtigen MINT-Berufsrichtungen zu begeistern.

„Ich finde Technik faszinierend“, beschrieb die Geschäftsführende Gesellschafterin der PROFILMETALL GmbH, Dr. Daniela Eberspächer-Roth, eine Grundlage ihres erfolgreichen Unternehmertums. „Um diese deutsche Technik wettbewerbsfähig zu halten, ist der Ausbau der Gemeinschaftsforschung nötig“, so die international erfahrene CEO weiter. Darüber hätten viele Mittelständler die Chance, Teil eines branchenrelevanten Forschungsnetzwerkes zu sein und für eigene Produktentwicklungen wichtige Impulse und Know-how zu erhalten.

An die anwesenden Bundestagsabgeordneten gerichtet, sagte Andrea Weißig, Geschäftsführerin Forschungspolitik der AiF: “Hier sitzen viele Unternehmerinnen und Forscherinnen, deren Erfolg im direkten Zusammenhang mit der Forschungsförderung über die Programme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie stehen“. Die Politikerinnen erhielten in diesem Netzwerkaustausch konkrete Ergebnisse dieser Forschungsförderung von ihrem Gegenüber aus der Wirtschaft. „Die Erhöhung der IGF-Mittel im Bundeshaushalt 2020 zeigt, dass die Politik die Bedeutung und Wirkung der angewandten Forschung zugunsten des Mittelstands schätzt“, so Weißig.

Ein konkreter Ausbau dieses befruchtenden Netzwerkes zwischen Politik, Wirtschaft und Forschung wurde von allen Frauen mehr als befürwortet. (frd)

Foto: © AiF

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