Vom Touchscreen bis zur Stoßstange – Innovationstreiber Dünnschicht-Technologie

Dr. Thomas Kathöfer, Hauptgeschäftsführer der AiF, im Gespräch mit Grit Köckritz, Geschäftsführerin der EFDS, auf der V2019-Tagung in Dresden

15.10.2019 |

Ohne dünne Schichten gäbe es keine Touchscreens, Festplatten, leichte Brillen, künstliche Gelenke, und auch die Stoßstangen von Autos wären immer noch schwarz. Die Dünnschicht-Technologie beeinflusst unseren Alltag tiefgreifend. „Diese besonderen Schichten sorgen für einen ressourcenschonenden Einsatz wertvoller Materialien und werden immer multifunktionaler“, beschrieb Grit Köckritz, Geschäftsführerin der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e. V. (EFDS) ihr Fachgebiet und ergänzte: „Die Halbleiter-Industrie ist übrigens einer der großen Treiber der Dünnschicht-Thematik.“ Die EFDS lud vom 8. bis 10. Oktober 2019 zur internationalen Fachtagung „V2019 VAKUUM & PLASMA – Dünne Schichten und Oberflächen“ nach Dresden ein. Unternehmer, Wissenschaftler und weitere Experten aus insgesamt 14 Ländern vernetzten sich in Vortragsveranstaltungen und Workshops zu den Themen „Energie“, „Bio und Medizin“, „Optik“, „Werkzeuge“, „Atomlagenabscheidung“ und „Messtechnik“ auf der Tagung, die seit 2007 alle zwei Jahre in der sächsischen Landeshauptstadt stattfindet. 

„Die EFDS gehört zu den Forschungsvereinigungen, die mit nahezu allen Einrichtungen in der hiesigen Forschungslandschaft kooperieren. Dies belegt, dass Grundlagenforschung, anwendungsnahe Forschung und Wirtschaft in der Dünnschicht-Technologie noch erhebliches Innovationspotenzial sehen“, würdigte Dr. Thomas Kathöfer, Hauptgeschäftsführer der AiF, die Arbeit des vor 27 Jahren gegründeten Netzwerkes in seinem Grußwort am zweiten Kongresstag.

Die Forschungsgesellschaft mit Sitz in Dresden ist inzwischen langjähriges Mitglied der AiF. Kathöfer betonte das Spektrum der Forschungsaktivitäten und Anwendungsfelder dieses Technologie-Gebietes, das von der Medizintechnik bis hin zur Automobilindustrie nahezu alle Wirtschaftsbereiche beeinflusst. Dabei stellte er heraus, dass mit Innovationen in der Dünnschicht-Technologie sowohl technologische Trends gesetzt werden als auch der regionale Strukturwandel gefördert wird. Köckritz fügte hinzu: „Wir haben viele kleine und mittlere Unternehmen in der vergleichsweise jungen Branche, die für sich genommen mit den hohen Aufwendungen für die notwendige Forschung und Entwicklung überfordert wären. Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über die AiF fördert, ist deswegen genau das richtige Programm, um die erforderlichen vorwettbewerblichen Forschungsarbeiten gemeinsam mit Forschungseinrichtungen durchführen zu können.“ (frd)

Foto: © AiF

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