Herzstück der AiF: die Industrielle Gemeinschaftsforschung

26.01.2016 |

Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) im Netzwerk der AiF ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die direkte Teilnahme an Forschungsprojekten und den Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen. Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten in der vorwettbewerblichen IGF gemeinsam in anwendungsorientierten Kooperationsprojekten. Damit schlägt die IGF eine Brücke von der Grundlagenforschung zur Anwendungsforschung.

Je nach Forschungsthema werden IGF-Projekte von einer der insgesamt 100 branchenspezifischen Forschungsvereinigungen der AiF koordiniert. Dabei betreut die AiF von der Antragstellung über die fachliche Begutachtung bis zur Auszahlung der Fördermittel die administrative Seite, während das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die öffentlichen Fördergelder bereitstellt. Aufgrund einer Etaterhöhung um 30 Millionen Euro sind dafür im Jahr 2017 169 Millionen Euro vorgesehen.

Das Fördersystem IGF entstand 1954 als eine gemeinsame Initiative von Industrie und Politik. Gleichzeitig war dies auch die Geburtsstunde der AiF als Dachverband von industriellen Forschungsvereinigungen. Diese gemeinnützigen Verbände werden von überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen getragen und bilden den Kern der IGF. Inzwischen profitieren etwa 50.000 Unternehmen vom Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen. In den Forschungsvereinigungen kommen Unternehmen einer Branche oder eines Technologiefelds zusammen, um gemeinsam neue Fragestellungen und Probleme in Forschungsprojekten außerhalb des Wettbewerbs zu lösen. Die erzielten Ergebnisse stehen der ganzen Branche zur Verfügung.  Zunehmend rücken interdisziplinäre Fragestellungen in den Fokus, denn hier liegt der Schlüssel für viele innovative Lösungen der Zukunft.

Über 1.200 Forschungsstellen sind in die IGF eingebunden. Dazu gehören Forschungsstellen an Universitäten und Fachhochschulen, Branchenforschungseinrichtungen im AiF-Netzwerk und Institute der großen Forschungsorganisationen sowie Bundes- und Landesinstitute und Einrichtungen der externen Industrieforschung.

Die Forschungsvereinigungen (FV) bieten Dialogplattformen für Wirtschaft und Wissenschaft an, um aktuelle Fragestellungen zu identifizieren und für eine Antragstellung bei der AiF zu priorisieren. Hier sichern dann rund 180 Forscher und Entwickler aus Wissenschaft und Wirtschaft durch ihre ehrenamtliche Gutachtertätigkeit die Qualität der IGF-Projekte. So fließen öffentliche Gelder garantiert nur in solche Forschungsvorhaben, die einen praktischen Nutzen und Aussicht auf Erfolg haben.

Die IGF bietet viele Vorteile. Ein wichtiger Vorteil liegt darin, dass sie technische und wirtschaftliche Risiken auf mehrere Schultern verteilt und die Forschungsergebnisse als Allgemeingut zur Verfügung stellt. Dadurch nehmen weit mehr mittelständische Unternehmen am Innovationsgeschehen teil als es ohne IGF der Fall wäre. Auch bindet die IGF die Wirtschaft schon zur Initiierung von Forschungsvorhaben ein: Unternehmen können, fokussiert auf ihren wirtschaftlichen Bedarf, eigene Ideen bei der Projektplanung einbringen. Jedes IGF-Projekt wird von einem Projektbegleitenden Ausschuss, der aus Unternehmensvertretern besteht, begleitet. Das bedeutet eine direkte Beteiligung der mittelständischen Unternehmen am Forschungsprojekt. Damit wird die Praxisrelevanz der IGF-Ergebnisse garantiert und der Wissenstransfer in die Wirtschaft beschleunigt.

Um aktiv an der IGF teilzunehmen, ist der erste Schritt die Kontaktaufnahme mit einer der AiF-Forschungsvereinigungen. Von Automobiltechnik über Ernährungsindustrie und Maschinenbau bis zu Textil sind alle Branchen im Innovationsnetzwerk der AiF vertreten. Branchenübergreifende Themen wie Umwelttechnik, Logistik oder Werkstoffforschung sind mit eigenen Forschungsnetzwerken präsent. So findet bei der AiF jeder Mittelständler die geeigneten Ansprechpartner für seinen Innovationsbedarf.

Über die AiF

Die AiF – Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. – ist ein 1954 gegründetes, industriegetragenes Innovationsnetzwerk zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Es verknüpft die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Aufgabe ist es, als Dachverband von rund 100 branchenspezifischen Forschungsvereinigungen die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein ist Träger der Industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut über die AiF Projekt GmbH und die AiF F∙T∙K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2016 setzte die AiF rund 533 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein.

Pressekontakt

Evelyn Bargs-Stahl, Telefon: +49 221 37680-114, presse(at)aif.de

Presseinformation zum Download (PDF, 132 KB)

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