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13. EFI-Gutachten: Fokus weiterhin auf Förderung exzellenter Innovationsprojekte

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat am 19. Februar 2020 ihr jährliches Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vorgestellt. Neben den beiden Kernthemen „Cybersicherheit“ und „Wissens- und Technologieaustausch zwischen Deutschland und China“ liegt ein dritter Fokus des diesjährigen Gutachtens auf dem Thema „Innovationsstandort Ostdeutschland – 30 Jahre nach der Wiedervereinigung“.

Laut EFI-Gutachten bestehen noch immer große strukturelle Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, die sich auch auf die Innovationstätigkeit der Unternehmen auswirken. Zudem gäbe es nach wie vor Aufholbedarf der ostdeutschen Unternehmen bei der Aufnahme von Innovationstätigkeiten. Beim Vergleich strukturähnlicher Unternehmen in Ost und West kann die Kommission hingegen keinen Unterschied in deren Innovationstätigkeit mehr feststellen. Die aktuellen Zahlen der Fördermittelverteilung in der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) stärken diese Beobachtung: Forschungsaktive und innovationsaffine Unternehmen in Ost und West gehören zum Klientel der IGF. Das Bundesland Sachsen liegt mit über 26 Millionen Euro IGF-Fördermitteln noch vor Bayern (rund 24 Millionen Euro) und Baden-Württemberg (21,4 Millionen Euro).

Der Fokus der F&I-(Forschung und Innovation)Politik der Bundesregierung solle auch weiterhin auf der Förderung exzellenter Innovationsprojekte in Ost und West liegen, lautet eine Empfehlung der Kommission. Denn strukturschwache Regionen orientierten sich nicht an Grenzen von Bundesländern und bedürften einer F&I-Förderung, so das Gutachten. Um mehr Unternehmen aus diesen Regionen zu Innovationstätigkeiten zu animieren, sollten auch Unternehmen ohne Forschung und Entwicklung (FuE) stärker in die F&I-Förderung integriert werden.

Förderung exzellenter Innovationsprojekte in der IGF 

AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer betont in dem Zusammenhang die vielen positiven Effekte der IGF. Die Forschungsförderung in diesem mittelstandsorientierten Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) stärke die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen und unterstütze den Strukturwandel in ganzen Regionen. „Zudem ermöglicht die IGF auch kleinen und mittleren Unternehmen, die häufig keine eigene Forschungsabteilung besitzen oder über wenig finanzielle Mittel verfügen, den Zugang zu aktueller Spitzenforschung“, so Kathöfer.

Vernetzung ist wichtig

Die von der Kommission empfohlene Förderung regionaler und überregionaler Vernetzung von Innovationsakteuren findet im Netzwerk der AiF bei den Treffen der AiF-Forschungsvereinigungen, in IGF-Projekten und Forschungsallianzen seit vielen Jahren erfolgreich statt. Die internationale Variante der IGF, das Forschungsförderungsnetzwerk CORNET (Collective Research Networking), bietet zudem die Möglichkeit internationaler Kooperations- und Vernetzungsformen, wie von der Kommission im Gutachten befürwortet. Da in der vorwettbewerblichen IGF technische und wirtschaftliche Risiken auf mehrere Schultern verteilt und die Forschungsergebnisse als Allgemeingut zur Verfügung gestellt werden, nehmen weit mehr mittelständische Unternehmen am Innovationsgeschehen teil, als es ohne IGF der Fall wäre.

Strukturförderung durch Forschungsförderung

Auch Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, hob im vergangenen Jahr die positiven Auswirkungen der Forschungsförderung auf die Strukturförderung hervor. Innovationen würden die Zukunftsfähigkeit Deutschlands sichern. Sie entstünden zu einem wesentlichen Teil im Mittelstand. Mit den Forschungsförderprogrammen für den Mittelstand unterstützten die Ministerien diese Innovatoren und setzten damit wichtige strukturpolitische Akzente, so die Ministerin im Rahmen eines Parlamentarischen Mittagessens der AiF.

Laut einer Trendstudie des BMWi fungiert die IGF als wichtiger Transmissionsriemen im deutschen Innovationssystem und setzt in bemerkenswerten Umfang neue technologische Trends. Im Jahr 2020 stehen rund 180 Millionen Euro für die IGF aus dem Etat des BMWi zur Verfügung. (brg)