Forschungsförderung ist wichtiger Baustein der Strukturförderung in Ostdeutschland

Veronica Bellmann (Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB)), Dr. Michael Meyer, Grit Köckritz, Prof. Dr. Jörg Steinbach (Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg), MdB Dr. Manja Schüle, AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer, Dr. Erika Hinzmann, MdB Arnold Vaatz (v.l.)

21.03.2019 |

Am gestrigen Mittwoch hatte die AiF zum Parlamentarischen Mittagessen in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft eingeladen. Bundestagsabgeordnete von CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke konnten sich hier bei Experten darüber informieren, wie wichtig Maßnahmen zur Forschungsförderung im Hinblick auf die Strukturförderung in den ostdeutschen Bundesländern sind. Neben der Geschäftsführung der AiF waren Vertreter von AiF-Forschungsvereinigungen aus Freiberg, Dresden und Berlin anwesend, die in den ostdeutschen Bundesländern erfolgreich anwendungsorientierte Forschung zugunsten des Mittelstands betreiben. Die von ihnen vorgestellten Beispiele gelungener Förderpraxis in Ostdeutschland reichten von Oberflächenbeschichtung mit photokatalytisch aktivem Titanoxid über Flammschutz bei halogenfreien Kunstledern bis hin zu Untersuchungen zur Geschmackstabilität von Bier. Alle Beispiele stießen auf großes Interesse der Parlamentarier.

Gute Zahlen für Ostdeutschland

Dr. Burkhard Schmidt, Geschäftsführer der AiF im Bereich Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), präsentierte aktuelle Zahlen und Fakten zur IGF in den ostdeutschen Bundesländern. Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert. In 2018 wurden über 30 Prozent aller IGF-Vorhaben in Ostdeutschland durchgeführt; fast 45 Millionen Euro flossen im letzten Jahr in diese Forschungsprojekte. Spitzenreiter der ostdeutschen Bundesländer ist der Freistaat Sachsen: Über 27 Millionen Euro kamen IGF-Projekten, die in Sachsen durchgeführt wurden, zugute. Ähnlich gute Zahlen für Deutschlands Osten zeigt die Verteilung der Fördergelder im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi: Sachsen folgte in den vergangenen drei Jahren mit rund 364 Millionen Euro ZIM-Förderung nur knapp auf Platz zwei im ZIM-Fördermittelranking hinter Spitzenreiter Baden-Württemberg mit 382 Millionen Euro. Die AiF Projekt GmbH, eine hundertprozentige Tochter des AiF e.V., betreut als beliehener Projektträger die am stärksten genutzte ZIM-Fördersäule "ZIM- Kooperationsprojekte“.

Bundestagsabgeordnete Dr. Manja Schüle hob die positiven Auswirkungen der Forschungsförderung auf die Strukturförderung hervor: „Innovationen sichern die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Sie entstehen zu einem wesentlichen Teil im Mittelstand. Mit den Forschungsförderprogrammen für den Mittelstand  unterstützen die Ministerien diese Innovatoren und setzen damit wichtige strukturpolitische Akzente. So werden beste Voraussetzungen geschaffen, um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu sichern.“

IGF und ZIM sichern Arbeitsplätze

AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer betonte in seinem Schlusswort, dass IGF- und ZIM-Vorhaben nachweislich dazu führen, wettbewerbsfähige Arbeitsplätze im Mittelstand zu sichern und aufzubauen. „Somit stärken diese beiden mittelstandsorientierten Förderprogramme nicht nur die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen, sie unterstützen auch den Strukturwandel in ganzen Regionen.“, ergänzte Kathöfer. „Zudem mobilisieren sie weitere private Ausgaben für Forschung und Entwicklung, was im Hinblick auf die Erreichung des 3,5-Prozent-Ziels bis 2025 zwingend notwendig ist.“, so der AiF-Hauptgeschäftsführer. Der Bund hat mit den Ländern und der Wirtschaft vereinbart, bis 2025 mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung aufzuwenden. „Ein Aufwuchs der Budgets für die beiden Programme ist damit in jeglicher Hinsicht gerechtfertigt.“, bekräftigt Kathöfer seine Aussage.

Wie im Jahr 2018 stehen auch 2019 wieder 169 Millionen Euro für die IGF aus dem Etat des BMWi zur Verfügung. Seit 2016 gab es verschiedene Signale aus der Politik, die mittelfristig einen Etataufwuchs auf 200 Millionen Euro für die IGF in Aussicht stellten.

Über die AiF

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. ist das Forschungsnetzwerk für den deutschen Mittelstand. Sie fördert Forschung, Transfer und Innovation. Als Dachverband von 100 gemeinnützigen Forschungsvereinigungen mit mehr als 50.000 eingebundenen Unternehmen und 1.200 beteiligten Forschungsstellen leistet sie einen wichtigen Beitrag, die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein organisiert die Industrielle Gemeinschaftsforschung und betreut über die AiF Projekt GmbH und die AiF F∙T∙K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2018 setzte die AiF rund 475 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein. Seit ihrer Gründung im Jahr 1954 lenkte sie rund 12 Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in neue Entwicklungen und Innovationen und brachte mehr als 235.000 Forschungsprojekte auf den Weg.

Pressekontakt

AiF e.V., Evelyn Bargs-Stahl, presse(at)aif.de, Telefon: +49 221 37680 114

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Foto: © AiF

 

 

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