Mehr Tempo beim Transfer aus der Forschung in die Wirtschaft

AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer zum Beschluss des Bundesberichts Forschung und Innovation 2018

AiF-Präsident Professor Dr.-Ing. Sebastian Bauer

11.06.2018 |

In der vergangenen Woche hat die Bundesregierung den Bundesbericht Forschung und Innovation 2018 (BuFI) beschlossen. Forschung, Innovation, Bildung und Wissenschaft seien Quellen unseres Wohlstands, heißt es in dem zweijährig erscheinenden Bericht, der die verschiedenen Elemente des deutschen Forschungs- und Innovationssystems mit ihren Daten und Fakten vorstellt. Die Bundesregierung reagiert damit auch auf das aktuelle Expertengutachten der unabhängigen Expertenkommission  Forschung und Innovation (EFI). Forschungsministerin Anja Karliczek stellte fest, Deutschland sei weltweit ein Innovationsführer und forsche sich an die Weltspitze. Zugleich betonte sie, dass mehr Tempo bei der Anwendung notwendig sei, um gegenüber China und den USA mithalten zu können.

Transferaktivitäten in IGF und ZIM auf hohem Niveau

„Der Transfer von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung über die anwendungsnahe Forschung in die Verwertung gelingt uns – gerade quantitativ – noch nicht so gut wie manchen anderen Ländern.“, erklärt AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer. „Dabei gibt es Möglichkeiten, dies gezielt zu verbessern: Im Rahmen der beiden bewährten Programme der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wird insbesondere die Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft angeregt; hier findet seit vielen Jahren der Transfer von Forschungsergebnissen in die Unternehmen auf hohem Niveau und in raschem Tempo statt. Wenn wir diese Kooperationen weiter optimieren, indem wir Forschungs- und Verwertungskompetenzen noch besser vernetzen, erreichen wir automatisch die von der Bundesforschungsministerin angesprochene Tempoerhöhung. Die staatliche Unterstützung von weiteren Kooperationsvorhaben wird zudem maßgeblich dazu beitragen, dass das Ziel erreicht wird, 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung aufzuwenden.“, betont Bauer.

Er bleibe daher zuversichtlich, dass die neue Bundesregierung den eingeschlagenen Kurs ihrer Vorgängerin fortführen und im Sinne der im Koalitionsvertrag geplanten Steigerung der Transferaktivitäten die Fördermittel von IGF und ZIM signifikant erhöhen werde, so Bauer in seiner Rede zur Eröffnung des 25. Innovationstages Mittelstand des BMWi. Die beiden sich ergänzenden Förderprogramme hätten nachgewiesenermaßen durch die Förderung von Kooperation und Transfer eine exzellente Hebelwirkung zur Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft.

Transmissionsriemen im Innovationsgeschehen

IGF und ZIM sind Fördermaßnahmen des BMWi, die im Netzwerk der AiF organisiert werden. Laut einer aktuellen Trendstudie des BMWi fungieren beide als wichtige Transmissionsriemen im deutschen Innovationssystem, die in bemerkenswerten Umfang neue technologische Trends setzen. Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom BMWi mit öffentlichen Mitteln gefördert. Auch mit dem marktnahen ZIM unterstützt das BMWi seit nunmehr zehn Jahren die Innovationskraft mittelständischer Unternehmen. Dabei kann sich die Förderung von der Idee bis zum Prototyp erstrecken. Die AiF Projekt GmbH, eine einhundertprozentige Tochter des AiF e.V., ist seit 2008 beliehener Projektträger für FuE-Kooperationsprojekte, die am stärksten frequentierte Fördersäule des ZIM.

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