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FORSCHER Mittelstand – Ideen von heute für die Welt von morgen

AiF-Präsident Prof. Sebastian Bauer (l.) und der Vorsitzende der Jury für den Otto von Guericke-Preis, Prof. Bernd Sauer

BMWi-Abteilungsleiter Stefan Schnorr (r.) und AiF-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Kathöfer

Bundesforschungsministerin a.D. Dr. Edelgard Bulmahn (l.) und AiF-Senatorin Monika Witt

AiF-Präsident Bauer (l.), die Bundestagsabgeordneten Josef Rief (2.v.l.) und Dr. Stefan Kaufman (r.) mit den Trägern des diesjährigen Otto von Guericke-Preises, Dr. Lars Molter und Dr. Rigo Peters (v.l.)

Rund 140 Gäste waren in die Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG gekommen.

Am 13. November 2019 verlieh die AiF in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG in Berlin-Mitte ihren diesjährigen Otto von Guericke-Preis. Die AiF vergibt den mit 10.000 Euro dotierten Preis seit 1997 einmal im Jahr für herausragende Leistungen in der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), die im Netzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Rund 140 Gäste aus Politik, Ministerien, Wirtschaft und Wissenschaft waren der Einladung des AiF-Präsidenten Professor Sebastian Bauer gefolgt, um die Bekanntgabe der Entscheidung live mitzuerleben.

IGF: Transmissionsriemen im deutschen Innovationssystem

AiF-Präsident Bauer hieß die Gäste willkommen und wies mit Blick auf den Otto von Guericke-Preis nicht nur auf die immense Bandbreite der themenoffenen IGF hin, sondern auch auf den großen Nutzen für den Mittelstand. Dies zeige sich nicht zuletzt daran, dass sich immer mehr Unternehmen an IGF-Projekten beteiligten: So sind inzwischen durchschnittlich 13 Unternehmen an jedem Projektbegleitenden Ausschuss der IGF beteiligt – vor zehn Jahren waren das noch neun Unternehmen.

„Als Unternehmer und ehrenamtlicher Präsident der AiF bin ich davon überzeugt, dass die IGF impulsgebend für den Mittelstand ist und einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Standorts Deutschland leistet. Kurzum ein wichtiges Instrument im großen Konzert der Projektfördermaßnahmen, oder, wie eine Studie aus 2018 konstatiert: ein wichtiger Transmissionsriemen im deutschen Innovationssystem“, sagte Bauer. „Allen IGF-Projekten ist gemein, dass sie die Innovationskraft insbesondere mittelständischer Unternehmen unterstützen und technologische Trends initiieren und verbreiten. Sie schaffen einen echten volkswirtschaftlichen Nutzen, indem sie Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Steueraufkommen – und damit die gesellschaftliche Entwicklung – sichern. Wir schauen daher gespannt auf die morgige Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses im Bundestag und sind zuversichtlich, dass die unstrittigen Wirkungen der IGF eine entsprechende Wertschätzung im Etatansatz für das Jahr 2020 finden werden“, erklärte er.

Stefan Schnorr, Leiter der Abteilung Digital- und Innovationspolitik im BMWi, in der die von der AiF betreuten Programme angesiedelt sind, hielt im Anschluss ein Grußwort.

IGF-Projekt des Jahres 2019 erhält Otto von Guericke-Preis der AiF

Im Rahmen der Verleihung des Otto von Guericke-Preises präsentierten drei Finalisten ihre besonders innovativen IGF-Forschungsarbeiten. Sie waren vom Wissenschaftlichen Rat (WR) der AiF ausgewählt worden und hatten die Jury mit einem besonders hohen Erkenntnisgewinn, aber auch mit der großen wirtschaftlichen Bedeutung der Ergebnisse für mittelständische Unternehmen überzeugt. Die Finalisten und ihre IGF-Projekte wurden in Kurzfilmen und anschließenden Interviews durch Moderator Thilo Jahn vorgestellt. Der WR-Vorsitzende der AiF, Professor Bernd Sauer, gab die Gewinner bekannt.

Die diesjährigen Preisträger Dr. Lars Molter und Dr. Rafael Luterbacher-Mus, bis 2018 beide beim AiF-Mitglied Center of Maritime Technologies (CMT) in Hamburg, entwickelten gemeinsam mit Dr. Rigo Peters von der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH (SLV M-V) die Technologie FAUSST (Faserverbund-und- Stahl-Standardverbindung). Damit ist es erstmals möglich, Faserverbundbauteile und Stahlbauteile mithilfe eines hybriden Gewirks ganz ohne mechanische Sicherung zusammenzufügen. Die so verbundenen Strukturen genügen auch höchsten Anforderungen sowohl im Fahrzeug- und Schiffbau als auch in der Luft- und Raumfahrt. Dies ermöglicht den Einsatz von Leichtbau für nachhaltigere Produkte, mit dem wichtigen Ziel, CO2-Emissionen im Transportgewerbe zu reduzieren. Zusätzlich ist FAUSST ein Paradebeispiel für den perfekten Transfer von Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft: Neben einer Patentanmeldung wurde im Juni 2018 als Start-up die Hyconnect GmbH in Hamburg gegründet, um FAUSST für den industriellen Einsatz weiterzuentwickeln.

Bei einem Flying Dinner hatten alle Teilnehmer im Anschluss an das Bühnenprogramm die Möglichkeit, ihr Netzwerk zu erweitern und persönliche Gespräche zu führen.

Weitere Informationen zum IGF-Projekt des Jahres 2019 finden Interessenten in einer ausführlichen Presseinformation und einem vierminütigen Film zum Projekt, der – ebenso wie die Filme zu den beiden weiteren Finalisten – in der AiF-Mediathek verfügbar ist.  Impressionen der Veranstaltung finden Sie in einer Bildergalerie. (di)